Diagnostik rollt zu den Senioren, die nicht mehr mobil sind. Der bislang einzigartige Diagnose-Lastwagen machts möglich. Er gilt als Quantensprung in der Altersmedizin – und war jetzt in Lebach.
Lebach · Diagnostik rollt zu den Senioren, die nicht mehr mobil sind. Der bislang einzigartige Diagnose-Lastwagen machts möglich. Er gilt als Quantensprung in der Altersmedizin – und war jetzt in Lebach.
28.08.2026 , 18:00 Uhr
Ein Diagnostik-Truck vollgestopft mit modernster Medzintechnik ermöglicht völlig neue Wege in der Altersmedizin. Jetzt kann die Diagnostik zum Patienten kommen, wenn der nicht mehr mobil ist.
Foto: RuppenthalHightech aus dem Saarland: Im Rahmen des Innovationsfondsprojektes DIKOM machte die mobile Geriatrie Unit (MGU) am Caritas-Krankenhaus Lebach Station. Wie der Lebacher Chefarzt Professor Dr. Klaus Faßbender, einer der Initiatoren und Antreiber dieses ganz besonderen Projektes, betont, entsteht damit ein bundesweit einmaliges Versorgungskonzept. Ein vergleichbares Angebot gibt es nach seinen Worten bislang nicht in Deutschland. „Das innovative Projekt soll dazu beitragen,“ so Faßbender, „die medizinische Versorgung älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen weiter zu verbessern.“ Durch die mobile Struktur ist nach seinen Worten geriatrische Expertise direkt vor Ort verfügbar. Beim Termin wurde ein dafür speziell ausgestattetes Fahrzeug vorgestellt, einschließlich des damit verbundenen Versorgungskonzeptes, den Einsatzmöglichkeiten und den Zielen des Projektes.
Im Zusammenwirken von Hausärzten und Pflegeheimen kommt mit „Medizin daheim“ die Diagnostik somit zum Patienten, wenn dieser nicht zur Diagnostik kommen kann. „Damit werden nicht bedarfsnotwendige Klinikeinweisungen vermieden“, betont Professor Dr. Klaus Faßbender. Die medizinische Versorgung in der vertrauten Umgebung fördert nach seinen Worten nachhaltig die Gesundheit der Heimbewohner, entlastet die Pflegeteams und unterstützt die ambulant tätigen Ärzte.
Für Professor Faßbender ist das ein echter Quantensprung in der Altersmedizin, der zudem vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird! Mit der Mobilen Geriatrischen Diagnostikeinheit (MGU) setzt das Projekt „Medizin daheim“ somit Maßstäbe in der Versorgung älterer und immobiler Menschen.
Herzstück der Innovation ist ein hochmodern ausgestatteter Diagnostik-Lkw, der moderne Diagnostik und telemedizinische Expertise direkt in die Pflegeeinrichtungen bringt. An Bord dieses Zwölf-Tonnen-Lasters sind Computertomographie, digitales Röntgen, Ultraschall, EEG und EKG, ein Point-of-Care-Labor – zu Deutsch: patientennahe Sofortdiagnostik – sowie moderne Telemedizin. Damit können Fachärzte bei Bedarf live für Befunde und Beratung zugeschaltet werden.
„So erhalten immobile und ältere Menschen eine hochwertige medizinische Versorgung in ihrer vertrauten Umgebung – schnell, wohnortnah und ohne belastende Krankenhausfahrten“, sagt Professor Faßbender.
Und diese „Diagnostik auf Rädern“ begeistert die Fachwelt. Die europaweit einzigartige Innovation aus dem Saarland hatte jüngst einen erfolgreichen Auftritt beim Hauptstadtkongress in Berlin. „Mit dem eigens organisierten DIKOM-Innovations-Campus präsentierten sich alle an der Entwicklung und dem Aufbau des Diagnostikmobils beteiligten Unternehmen gemeinsam mit medizinischen Fachexperten und machten so die Innovationskraft des Saarlandes auf nationaler Ebene eindrucksvoll sichtbar,“ betonte (Lang Consult), der sich seit Jahrzehnten in der Sozial- und Gesundheitspolitik des Saarlandes engagiert.
Silvia Rauen, ärztliche Leiterin dieses innovativen Diagnostik-Trucks, ist gleichermaßen fasziniert und begeistert von der Technik und den kolossalen Möglichkeiten dieser mobilen Hightech-Station. Nach ihren Worten ist die Infrastruktur im Caritas-Krankenhaus Lebach schon genial. Aber in diesem Lkw sei sie noch besser, findet sie. Moderne Medizintechnik und ein Top-Team seien ein Riesengewinn in der Diagnostik. Das entlaste Krankenhäuser und Ärzte und verringere die Kosten.
Thomas Müller aus dem Saar-Gesundheitsministerium sprach von einer richtigen Antwort auf Probleme in der Altersmedizin. „Wir reden zu viel über Reformen, machen aber zu wenig,“ erklärte er. Er ist sich aber sicher, dass dieses Innovationsprojekt ein Erfolg wird. Zudem forderte er von Verantwortlichen mehr Mut, neue Wege zu gehen. (ole/jpu)
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