Der neue Fire TV Stick 4K kostet zum Start nur 34,99 statt 74,99 Euro. Trotzdem steht er bei Amazon bei mageren 3,1 von 5 Sternen – der Grund ist das neue Betriebssystem Vega OS, das keine fremden Apps mehr zulässt.
Der neue Fire TV Stick 4K kostet zum Start nur 34,99 statt 74,99 Euro. Trotzdem steht er bei Amazon bei mageren 3,1 von 5 Sternen – der Grund ist das neue Betriebssystem Vega OS, das keine fremden Apps mehr zulässt.
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Die neueste Generation des Fire TV Stick 4K (bei Amazon anschauen) läuft nicht mehr mit Fire OS, sondern mit Vega OS. Fire OS basierte auf Android. Vega ist Amazons eigenes Linux-System – und damit fällt die Android-Kompatibilität weg. Das klingt nach einem Detail für Technikinteressierte, ist aber die Ursache für praktisch alle Kritikpunkte. Amazon formuliert die wichtigste Konsequenz selbst auf der Produktseite: Das Gerät verhindert „das Sideloading oder die Installation von Apps aus unbekannten Quellen“. Installierbar ist nur noch, was im Fire TV Appstore liegt.

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Einigen Kunden gefällt das gar nicht, sie vergeben deshalb schlechte Bewertungen. Insgesamt landet der neue Fire TV Stick 4K aktuell bei 3,1 von 5 Sternen – also wesentlich schlechter als ältere Streaming-Sticks von Amazon.
Was nicht mehr funktioniert
© Amazon
Bisher ließen sich auf Fire-TV-Sticks beliebige Android-Apps als APK-Datei nachinstallieren. Damit ist Schluss. Betroffen sind unter anderem:
Auch das Piraterie-Motiv ist eine naheliegende Vermutung. Amazon hat es gegenüber The Athletic (Sport-Teil der New York Times) selbst bestätigt: „Piraterie ist illegal und wir haben immer daran gearbeitet, sie aus unserem App-Store zu blockieren. Wir werden künftig Apps blockieren, die als Zugang zu raubkopierten Inhalten identifiziert wurden – einschließlich solcher, die von außerhalb unseres App-Stores heruntergeladen wurden“ (Quelle: Pocket-lint).
Netflix, YouTube & Co. funktionieren weiterhinFür Vega OS gibt es aktuell schon viele beliebte Apps, darunter Spotify, Xbox, VLC und diverse VPN-Dienste. Insgesamt kommt der Amazon Appstore auf grob über 2.000 Anwendungen für Vega OS – gegenüber einem Android-Ökosystem mit Hunderttausenden. Die großen Streaming-Dienste sind allerdings vollständig an Bord: Netflix, Prime Video, Disney+, YouTube, HBO Max, Paramount+ und Peacock laufen als native Vega-Apps ohne Einschränkungen.
Eine Einordnung ist hier wichtig: Vollständig unmöglich ist Sideloading nicht, der Weg führt aber nur noch über registrierte Entwickler-Konten und Kommandozeilen-Werkzeuge. Für den normalen Wohnzimmer-Einsatz ist das keine Option.
Die Sideloading-Sperre trifft auf den ersten Blick nur eine kleine Gruppe. Tatsächlich war die Funktion aber über Jahre ein stilles Sicherheitsnetz für alle – nämlich dann, wenn ein Streaming-Dienst die Unterstützung für ältere Hardware einstellte (wie beispielsweise HBO Max). In solchen Fällen half oft die Installation einer älteren App-Version von außerhalb des Stores.
Und die Hardware?Hier wurde gespart. Der Arbeitsspeicher schrumpft von 2 auf 1 GB, der Prozessor ist derselbe 1,7-GHz-Vierkerner wie 2023. Vega ist allerdings sparsamer programmiert, in Tests läuft das System flott. Dazu kommt ein handfester Rückschritt bei der Bildqualität: Dolby Vision fehlt, ebenso das Decoding von Dolby Atmos. Unterstützt werden HDR10+, HDR10 und HLG. Der ältere Fire TV Stick 4K Plus kann in diesem Punkt mehr.
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Auf der Habenseite stehen echte Verbesserungen: Der Stick startet schneller, Apps öffnen zügiger, die Stromversorgung läuft per USB-C direkt über den Fernseher, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3 sind an Bord, der Speicher liegt bei 8 GB, und Alexa+ kostet nichts extra. Auch die Fernbedienung wurde überarbeitet.
Für wen sich der Kauf lohnt – und für wen nichtPassend ist der neue Stick für alle Haushalte, in denen ausschließlich die großen Streaming-Dienste laufen, bei denen Dolby Vision am Fernseher ohnehin kein Thema ist und für die der Aktionspreis (Einführungsangebot, gültig bis 12. Oktober) den Ausschlag gibt. In dieser Konstellation gibt es an 34,99 Euro wenig zu kritisieren. Nicht geeignet ist er für eigene Medienserver, für Kodi-Nutzung, für Aufnahmefunktionen oder für alle, die sich diese Möglichkeiten später offenhalten möchten. Wer illegale IPTV-Dienste nutzen will, sollte davon grundsätzlich absehen. Denn nicht nur das Anbieten, sondern auch das bewusste Ansehen offensichtlich illegaler Streams ist eine Urheberrechtsverletzung.