Citroën hat auf dem Pariser Autosalon 2026 den elektrischen 2CV Concept vorgestellt. Die neue Ente verbindet Retro-Design mit moderner Technik. Das Serienmodell soll bis 2028 kommen und rund 15.000 Euro kosten.
Aus der Ankündigung wird ein konkretes Auto: Citroën hat auf dem Pariser Autosalon 2026 den neuen 2CV Concept vorgestellt. Die elektrische Neuinterpretation der legendären Ente ist 3,76 Meter lang, trägt zahlreiche Designmerkmale des historischen Vorbilds und soll die Grundlage für ein günstiges Serienmodell bilden. Bis 2028 will Citroën das Auto auf den Markt bringen. Der angepeilte Einstiegspreis liegt bei rund 15.000 Euro.
Bereits im Mai hatte Citroën die Rückkehr des Klassikers angekündigt. Damals war nur eine Silhouette zu sehen. Jetzt zeigt der Hersteller, wie er sich die moderne Ente vorstellt. Das Konzept soll nicht einfach ein nostalgisches Auto sein, sondern vor allem die ursprüngliche Idee des 2CV in die Gegenwart übertragen: unkomplizierte, erschwingliche Mobilität mit möglichst geringem Aufwand. Einzelheiten nennt Citroën in einer offiziellen Pressemitteilung zum 2CV Concept.
Kürzer als das Original und bewusst leicht
Bild: Stellantis
Mit 3,76 Metern Länge ist das neue Konzept sogar etwas kürzer als die historische Ente. Citroën strebt ein Fahrzeuggewicht von rund einer Tonne an. Dadurch soll eine vergleichsweise kleine Batterie ausreichen, was Kosten und Energieverbrauch reduzieren könnte. Konkrete Angaben zur Batteriekapazität oder zur Reichweite hat der Hersteller allerdings noch nicht veröffentlicht.
Äußerlich lässt sich die Verwandtschaft mit dem alten 2CV kaum übersehen. Die freistehenden runden Scheinwerfer, die charakteristische Motorhaube, ausgeprägte Kotflügel und die geschwungene Dachlinie greifen das historische Design auf. Hinzu kommen moderne LED-Leuchten und 18-Zoll-Stahlräder.
Auch das Stoff-Faltdach erinnert an den Klassiker. Die neue Ente trägt eine auffällige orangefarbene Lackierung mit gelben und roten Reflexen. Die Karosserie wurde dennoch nicht einfach kopiert, sondern für ein modernes Elektroauto neu gestaltet.
Innenraum: Weniger Technik statt immer mehr
Bild: Stellantis
Besonders ungewöhnlich fällt der Innenraum aus. Statt eines klassischen Armaturenbretts setzt Citroën auf einen offenen Aufbau mit wenigen Bedienelementen. Ein quadratischer 8-Zoll-Touchscreen übernimmt zentrale Funktionen. Ein Display im Blickfeld des Fahrers zeigt wichtige Fahrinformationen an.
Das herausnehmbare Radiosystem mit dem Namen Radioën lässt sich auch außerhalb des Fahrzeugs als Lautsprecher verwenden. Hinzu kommen herausnehmbare Aufbewahrungskörbe und einfache Türgriffe aus weichen Gurtschlaufen.
Die Sitze greifen mit ihren gelben Karomustern das historische Vorbild auf. Die vordere Sitzbank soll sich sogar herausnehmen lassen. Citroën verspricht damit ein Fahrzeug, das nicht nur für die Fahrt von A nach B gedacht ist, sondern auch für Freizeit und Alltag möglichst praktisch sein soll.
Das Konzept positioniert sich im Modellprogramm zwischen dem kleinen Citroën Ami und dem C3. Ob alle ungewöhnlichen Ausstattungsdetails den Weg in die Serienversion finden, ist noch offen.
Die neue Ente soll einfacher zu reparieren sein
Bild: Stellantis
Bereits die ursprüngliche Ente war kein aufwendiges Lifestyle-Produkt, sondern ein einfach konstruiertes Alltagsauto. Sie galt als robust, genügsam und vergleichsweise leicht zu warten. Genau diese Eigenschaften will Citroën zumindest teilweise zurückbringen.
Dazu setzt das Unternehmen unter anderem auf einfache Karosserieelemente und separat austauschbare Stoßfänger. Der Aufbau soll Reparaturen erleichtern und die Herstellungskosten begrenzen. Auch das vergleichsweise geringe Gewicht gehört zum Konzept.
Allerdings bleiben moderne Elektroautos technisch deutlich komplexer als ihre historischen Vorbilder. Batterie, Leistungselektronik, Assistenzsysteme und Software lassen sich nicht einfach auf den technischen Stand der klassischen Ente reduzieren. Wie wartungsfreundlich und langlebig das Serienmodell tatsächlich sein wird, muss sich deshalb erst zeigen.
Preis von 15.000 Euro bleibt das große VersprechenBesonders interessant ist weiterhin der geplante Verkaufspreis. Rund 15.000 Euro soll die elektrische Ente in der Basisversion kosten. Das entspricht dem Ziel, das Citroën bereits bei der ersten Ankündigung im Mai ausgegeben hatte. Damit könnte das Auto zu den günstigeren Elektrofahrzeugen auf dem europäischen Markt gehören.
Citroën plant, das Serienmodell in Europa zu produzieren und an den künftigen europäischen Vorschriften für eine neue Klasse erschwinglicher Elektroautos auszurichten. Einen endgültigen Verkaufspreis gibt es noch nicht.
Ebenso fehlen bislang konkrete Angaben zu Motorleistung, Ladegeschwindigkeit, Batteriegröße und Reichweite. Entscheidend wird sein, welche praktischen Eigenschaften Citroën für den angepeilten Preis anbieten kann. Ein günstiger Kaufpreis allein dürfte nicht ausreichen, wenn Reichweite oder Ladeleistung zu stark eingeschränkt sind.
Die endgültige Serienversion soll bis 2028 vorgestellt werden. Ob die Markteinführung ebenfalls in diesem Jahr erfolgt, ist noch nicht verbindlich bestätigt.
Auch die Kastenente kommt elektrisch zurückCitroën beschränkt sich nicht auf die klassische Limousine. Mit dem 2CV Fourgonnette Concept hat der Hersteller außerdem eine elektrische Neuinterpretation der früheren Kastenente vorgestellt. Die kantige Nutzfahrzeugversion erinnert an das historische Lieferfahrzeug, das unter anderem bei Handwerkern und kleinen Gewerbebetrieben beliebt war.
Nach Angaben aus der Citroën-Mitteilung zur neuen Kastenente übernimmt das Konzept die Grundidee des normalen 2CV, legt aber besonderen Wert auf Nutzwert und Transportmöglichkeiten. Ob und wann daraus ebenfalls ein Serienmodell entsteht, ist noch offen.
Entscheidend wird der praktische NutzwertFür Stellantis ist die neue Ente auch eine Antwort auf den Trend zu elektrischen Retro-Modellen. Renault 5 und Fiat 500e zeigen, wie sich bekannte Fahrzeugkonzepte für die Elektromobilität neu interpretieren lassen. Citroën will sich jedoch vor allem durch den niedrigen Preis und die einfache Konstruktion abheben.
Die Chancen für ein erschwingliches Elektroauto sind durchaus vorhanden. Doch die elektrische Ente muss erst beweisen, dass sie mehr als ein sympathisches Design bietet. Reichweite, Ladeleistung, Platzangebot, Reparaturkosten und Alltagstauglichkeit werden darüber entscheiden, ob aus der Neuauflage ein Erfolg wird.
Mit dem 2CV Concept hat Citroën nun zumindest gezeigt, wie das Auto aussehen könnte. Ob daraus tatsächlich ein günstiges und langlebiges Elektroauto im Geist des Originals wird, dürfte sich erst mit der Serienversion entscheiden.
Mehr zum Thema: Volkswagen plant ebenfalls ein günstiges Elektroauto.