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Düsseldorfer Großevents: Wissen, woher die Nutzer kommen?

Дата публикации: 12-10-2026 16:30:00

Wenn größere Events anstehen, möchten Veranstalter vieles wissen: Buslinien, Straßenbahnen oder S-Bahnzüge aus? Gibt es genügend Parkplätze oder Verkehrsstaus?

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Wenn größere Events stattfinden, möchten Veran­stalter und Dienst­leister wissen, was da auf sie zukommt. Reichen Buslinien, Stra­ßenbahnen oder S-Bahnzüge aus? Gibt es genügend Parkplätze? Muss mit Verkehrs­staus gerechnet werden?

Alle Mobil­funk­unter­nehmen wissen, was in ihren Netzen passiert. Und wenn man sich zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Karte der momentanen Netz­auslas­tung anschaut, kann man schön sehen, wo die Leute unterwegs sind: morgens zur Arbeit, Abends nach Hause oder zu einem Groß-Event wie einem Fußball-Spiel oder Musik-Konzert.

Musik­gruppen sorgen für Netz­auslas­tung

Solche Mega-Events stellen an Mobilfunkanbieter, Verkehrsunternehmen und Dienstleister extreme Anforderungen. Solche Mega-Events stellen an Mobilfunkanbieter, Verkehrsunternehmen und Dienstleister extreme Anforderungen.
Foto: Vodafone Deutschland
Beim Begriff "Backstreet Boys" werden manche Leser zusam­menzucken. Andere wissen vielleicht gar nicht mehr, wer das war oder ist. Fakt ist, auch nach über 30 Jahren gibt es noch zahlreiche Fans dieser Gruppe. Der Netz­betreiber Vodafone hat aktuelle Konzerte dieser über 30 Jahre alten "Boygroup" in Düsseldorf ausgewertet und kommt zu inter­essanten Erkennt­nissen.

Jeder vierte Fan reiste aus dem Ausland an

Fans aus mindestens 36 Ländern kamen zu den drei unter­suchten Konzerten, insbe­sondere aus den Nieder­landen, der Schweiz, Spanien, aber auch Brasilien und China - sprich ein Viertel der Besucher kam aus dem Ausland.

Wie stark wird Social Media genutzt?

Wenn so ein Konzert zum Beispiel um 20 Uhr anfängt, ist klar, dass zwischen 19 und 20 Uhr die Luft "glüht", weil den Daheim­geblie­benen ein Bild oder kurzes Video übermittelt werden soll oder es werden noch die genauen Treffpunkte vor Ort koordiniert ("Bist Du schon da?"). Bei den zehn Konzerten mit mehr als 400.000 verkauften Tickets und Fans aus aller Welt in Düsseldorf, hat Vodafone anony­misierte Mobilfunk-Daten von drei Konzert­tagen analysiert.

Aus 36 Ländern nach Düsseldorf

Die Besucher kamen aus mindestens 36 Ländern (erkennbar an ihrem Heimatnetz, das dann bei Vodafone geroamt hat). Insgesamt seien sogar ein Viertel der Besucher aus dem Ausland angereist. Nun sind die Niederlande nicht weit (5 Prozent), die Schweiz (3 Prozent) oder Spanien (2 Prozent) schon eher. Belgien wäre noch "im Nahbereich", Frankreich oder Österreich eher nicht.

Indonesien, Brasilien oder China

Einzelne Fans nahmen sogar den Weg aus Indonesien, Brasilien und China auf sich. Mindestens sieben Prozent der inter­natio­nalen Fans, die an den drei unter­suchten Konzert­tagen vor Ort waren, reisten mit dem Flugzeug an. Rund 90 Prozent von ihnen nutzten dafür die nahe gelegenen Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn.

77 Prozent "von hier"

Blieben mehr als 100.000 Besucher (77 Prozent) der drei unter­suchten Konzerte, die aus Deutschland kamen (und Kunde im Netz von Vodafone sind, sei es Original-Vodafone, ein Discounter, ein Service-Provider oder MVNO oder Kunden von 1&1), wobei das gastgebende Bundesland Nordrhein-Westfalen vorne lag, gefolgt von Baden-Württemberg, Hessen, Nieder­sachsen und Bayern. Rund 18 Prozent der Besucher aus Deutschland reisten dabei mehr als 100 Kilometer, um nach Düsseldorf zu kommen.

Düsseldorf vorne

Innerhalb Nordrhein-Westfalens stellte Düsseldorf mit 30 Prozent den größten Anteil der Besucher, vor Köln (5 Prozent), Duisburg und Essen (jeweils 3 Prozent) sowie Dortmund (2,5 Prozent). Aus Städten außerhalb Nordrhein-Westfalens kamen die meisten Besucher aus Stuttgart, Frankfurt und Hamburg.

Anreise mit dem Auto

Über alle drei unter­suchten Konzerttage hinweg reisten rund 65 Prozent der jeweiligen Tages­besu­cher überwiegend mit dem Auto nach Düsseldorf. Etwa 11 Prozent kamen mit dem Zug, weitere 14 Prozent mit dem öffent­lichen Perso­nennah­verkehr. Für viele Fans war der Abend nach dem Konzert noch nicht vorbei – viele Besucher zog es der Analyse zufolge nach den Konzerten noch in die Düssel­dorfer Altstadt und nach Fried­rich­stadt.

Vor den Konzerten hielten sich besonders viele Besucher in den Stadtteilen Pempelfort und Oberkassel auf. Für die einzigen Europa-Auftritte der Band nahmen viele Fans weite Wege auf sich, teils sogar aus Übersee. Damit wurde Düsseldorf zum inter­natio­nalen Treffpunkt für Fans.

Mobile Daten­nutzung und Telefonie während der Konzerte

Die mobile Daten­nutzung im Vodafone-Netz rund um das Düssel­dorfer Messe­gelände stieg an den Konzert­tagen der Backstreet Boys deutlich an. Ihren Höhepunkt erreichte sie jeweils zwischen 19 und 20 Uhr: Zu dieser Zeit trans­portierte das Vodafone-Netz vor Ort bis zu 610 Gigabit an Daten pro Stunde. Das entspricht rechnerisch rund 20.000 Streams des Songs 'Everybody'.

Doch auch während des Konzerts behielten zahlreiche Fans ihre Handys in der Hand, um ihre Erlebnisse in den sozialen Medien zu teilen. Tele­fonieren war dagegen während der Konzerte 'out' – ab 20 Uhr gingen die Telefonate der Besucher massiv zurück. Die zwei Stunden vor dem Konzert nutzten dagegen sehr viele Fans, um sich mögli­cher­weise vor Konzert­beginn per Telefon noch zu verabreden oder kurz mit Familie und Freunden zu sprechen. Allein zwischen 19 und 20 Uhr wurden 3000 Telefonate im Konzert­umfeld geführt.

Wie macht Vodafone diese Besucher- und Trans­port­ströme sichtbar?

Im Mobilfunk-Netz entstehen technische Datenpunkte, wenn Mobil­tele­fone mit Mobilfunk-Zellen kommu­nizieren – etwa beim Tele­fonieren oder Surfen. Für die Analyse werden die relevanten Datenpunkte anony­misiert, aggregiert und anschlie­ßend statistisch hoch­gerechnet. Die Auswertung erfolgt ausschließ­lich für größere Gruppen; Rück­schlüsse auf einzelne Personen (war Matthias Müller oder Susi Mayer auch vor Ort?) sind damit nicht möglich.

Aus den aggre­gierten Daten lassen sich räumliche und zeitliche Bewe­gungs­muster ableiten. Algorithmen ordnen diese anhand von Geschwin­digkeit, Bewe­gungs­verlauf, Stre­cken­führung und typischen Halte­punkten verschie­denen Trans­port­mitteln zu. So können Bahn- und Autofahrten sowie Fußwege auf aggre­gierter Ebene voneinander unter­schieden werden. Bei Vodafone ist die Abteilung Vodafone Analytics für diese Daten­verar­beitung und Auswertung zuständig.

Alle Netz­betreiber betreiben Analysen

Eine Analyse von Nuzter­strömen findet bei allen Netz­betrei­bern statt. Diese Infor­mationen können Städte oder Regionen nutzen, um beispiels­weise die Verkehrs­ströme zu erfassen und zu lenken, oder ausreichend Busse oder Stra­ßenbahnen bereit zustellen. Eisen­bahn­unter­nehmen können so abschätzen, wie viele Züge und Personal sie brauchen. Städ­teplaner können beim Neubau einer Konzert­halle oder eines Stadions sich rechtzeitig Gedanken machen, wie die Erschlie­ßung aussehe sollte.

Backstreet Boys erstmalig bei Telekom

Am 20.2.1997 traten die Backstreet Boys schon bei der Telekom auf und machten Reklame für Scall XTS canned messages Am 20.2.1997 traten die Backstreet Boys schon bei der Telekom auf und machten Reklame für Scall XTS canned messages
Foto: Deutsche Telekom
Kleiner Funfact: Im Jahre 1997 lud die Deutsche Telekom Fach­jour­nalisten ein, um ihr Produkt Scall XTS Canned Message vorzu­stellen. Dazu traten die Backstreet Boys exklusiv für die Telekom bei dieser Pres­sekon­ferenz auf und bewiesen, dass sie wirklich singen können (der Autor war vor Ort).

Der Hinter­gedanke war damals, vor dem Telekom Gebäude im Bonner Land­grabenweg einen massiven Fan-Auflauf (und damit Aufmerk­samkeit) zu erzeugen. Das hatte sich aber offenbar kaum rumge­spro­chen, die Zahl der Fans vor der Tür blieb am Ende über­schaubar. Handys waren damals noch "unbezahlbar" und wer schon einen Scall-Empfänger hatte, musste darauf hoffen, dass jemand zu teuren Preisen diesen Scall auch wirklich angerufen hat.

Über die Abschaltung des Scall-Funk­rufdienstes hat teltarif.de damals berichtet.

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