In 25 Jahren haben 28 abgegebene Kinder dank der Babyklappe in Karlsruhe eine neue Familie gefunden. Eines von ihnen ist Alex.
Vor 25 Jahren wurde die Babyklappe in Karlsruhe eingerichtet. In der Zeit haben 28 abgegebene Kinder ein neues Zuhause bekommen. Darunter ist Alex (Name von der Redaktion auf Wunsch der Eltern geändert). Als die neuen Eltern das Kind zum ersten Mal in den Händen hielten, dachten sie sich: "Du bist ein Wunder."
Bis es zu diesem Moment kam, habe es vorher einen langen und intensiven Adoptionsprozess gegeben, erzählen sie gegenüber dem SWR. Aber der Augenblick sei der schönste ihres Lebens gewesen. "Die zwei gemeinsamen ersten Stunden mit dir kommen uns wie eine Ewigkeit vor", schreibt das Paar in einer Geschichte für Alex, damit sich das Kind auch in Zukunft an diesen Moment erinnern kann.
Ein Jahr habe es gedauert, bis sie das Kind offiziell adoptieren durften. In der Zeit hätte sich die Herkunftsfamilie noch melden und das Kind "wiederhaben" können. Doch das Jahr ging vorüber. Die Adoption wurde über einen Gerichtstermin bestätigt - ein großer Meilenstein für die Familie.
Was sagen wir unserem Kind, wenn es uns nach seiner Herkunftsfamilie fragt? [...] Ist unser Kind gesund? War die Mutter des Kindes gesund?
Das Paar habe vorher große Befürchtungen gehabt. Inzwischen fühlten sie sich deutlich gefestigter und ließen die Fragen auf sich zukommen. "Wir haben uns bestmöglich vorbereitet, indem wir vor allem lockerer und zuversichtlicher geworden sind", erzählen sie. Die leibliche Mutter nennen die neuen Eltern "Bauchmama", damit Alex auch ohne wirkliche Informationen ein positives Bild von ihr aufbauen könne. "Wir sind Eltern, es ist einfach wunderbar, dass wir uns gefunden haben", freut sich das Paar.
25 Jahre gibt es jetzt die Babyklappe in Karlsruhe. Sie wird in gemeinsamer Trägerschaft der Hardtstiftung und des Diakonischen Werks Karlsruhe betrieben. Wenn ein Kind abgegeben wird, hat alles einen klaren Ablauf: Wenn die Klappe geöffnet wird, dauert es 30 bis 60 Sekunden bis sie einen Alarm auslöst. Statt eines lauten Signals ertönt nur ein Telefon, das immer eine der ehrenamtlichen Mitarbeitenden bei sich trägt. Höchstens zehn Minuten dauere es, bis jemand vorbeikomme, erzählt Ursula Kunz von der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung in Karlsruhe. "Unsere Mitarbeitenden wohnen alle in unmittelbarer Umgebung."
Ein Blick in die Babyklappe zeigt dann: Ist es wirklich ein Kind? Ein Fehlalarm? Oder doch was ganz anderes? Denn nicht immer handelt es sich um den Ernstfall. "Manchmal sind es auch neugierige Spaziergänger", sagt die Schwangerschaftskonfliktberaterin. "Es wird aber auch manchmal eine Spielwarenspende hineingestellt oder vor vielen Jahren sind auch mal Schildkröten abgegeben worden."
Der Zustand der abgegebenen Kinder sei jedes Mal anders. Manche wirkten gut versorgt und seien auch schön angezogen. Andere hingegen nur in ein Handtuch gewickelt und unterkühlt. In solchen Situationen dauere es aber nicht lang, bis die Kinder versorgt werden und in die Kinderklinik kommen, so Ursula Kunz.
Das Angebot werde - zwar in unregelmäßigen Abständen - nach wie vor genutzt, erzählt Ursula Kunz. Und das, obwohl es seit elf Jahren mit der "vertraulichen Geburt" eine gesetzlich geregelte Alternative gebe. Inzwischen existieren beide Angebote nebeneinander. Bestrebungen, die Babyklappe zu verbieten, gebe es mittlerweile nicht mehr, so Ursula Kunz.
Die vertrauliche Geburt habe den Mitarbeitenden geholfen, die Beweggründe der Frauen zu erfahren. "Die waren immer im Nebel. Da konnte man nur Fantasien entwickeln", erinnert sich Ursula Kunz. Es gebe nicht die eine Mutter, die so ein Angebot wählt. "Es zieht sich durch alle Altersschichten, durch alle Gesellschaftsschichten", erklärt die Beraterin. Die Frauen träfen auch sehr verantwortungsvolle Entscheidungen und gingen mit ihrer Schwangerschaft sehr sorgfältig um.
Ich habe großen Respekt für jede Frau, die diesen Weg wählt.
Im Jahr 2000 wurde die erste moderne deutsche Babyklappe in Hamburg eingerichtet. Ein Jahr später folgte mit der Karlsruher die erste in Baden-Württemberg. Der Gründer ist der ehemalige Vorstand der Hardtstiftung Michael Schröpfer. Damals sei der Verein eine etablierte Mutter-Kind-Einrichtung gewesen, erzählt er. "Das heißt, es war eine Fragestellung dahinter, die kannten wir."
Mit der Babyklappe sollten Menschen geholfen werden, die nicht in der Lage seien, ihre Probleme in Worte zu fassen. Oder die, die in einer Notlage seien, die sprachlos mache. Etwas, was im aktuellen politischen Diskurs immer mehr verloren gehe.
Der Mensch darf nicht zum Kostenfaktor werden.
Die Beziehung zu dem Kind sei für die Mitarbeitenden zwiespältig. Einerseits berühre es einen zutiefst. Auf der anderen Seite müsse man im Kopf schnell umschalten und einen festen Ablauf einhalten: "Dann geht das zack, zack, zack", sagt der Karlsruher Babyklappen-Gründer.
Auf der einen Seite Kopf klar, auf der anderen Herz offen.
Der Gründer verbinde mit der Babyklappe viele Erinnerungen. Er habe eine lange Zeit direkt über ihr gelebt. "Am Anfang war es nicht unüblich, dass wir gemerkt haben, hier unten tut sich was", erinnert sich Michael Schröpfer. Der ehemalige Vorstand hat die Kinder selbst mitversorgt: "Ich weiß noch, wie ich ein Kind aus einer Tasche herausgeholt habe", erzählt er. Es sei nur in einer Umhängetasche gewesen, eingeschlagen in ein Handtuch, nicht abgenabelt. "Das sind Geschichten, die einen begleiten."
Vor zwei Jahren hat Andreas Schreib den Vorstand der Hardtstiftung und somit auch den der Babyklappe übernommen. Für ihn ist das Konzept ein Zukunftsmodell und eins, von dem in Zeiten knapper Kassen bei den Kommunen auch andere soziale Projekte etwas lernen könnten. Denn die Babyklappe sei von Anfang an unabhängig gewesen: "Es ist vollständig auf Spenden basiert. Dieses Angebot wird es geben, wenn der letzte Euro ausgegeben ist und das ist fantastisch", erklärt er.
Die Babyklappe ist ein Ort, dem die Herzen zufliegen.
Um die Babyklappe auch in Zukunft betreiben zu können, brauche es aber ehrenamtliche Mitarbeitende, die 24 Stunden am Tag in Bereitschaft sein können - eine Herausforderung. "Das tut man ja nicht einfach so leichtfertig. Das ist eine große Verantwortung", erklärt der Vorstand. Für die nächsten Jahrzehnte wünsche er sich, dass es mit der Babyklappe lange weitergehen kann. Und dass sie genug Ehrenamtliche finden, die diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen wollen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Агидель: Ночь 20 дек, Чт | 0 | 0 | 19-12-2018 |
| 2 | Уважаемые односельчане ! В преддверии празднования 80 - летия Великой ... | 0 | 0 | 21-02-2025 |
| 3 | Багаевская: Ночь 18 дек, Вт | 0 | 0 | 17-12-2018 |
| 4 | Багаевская: Утро 18 дек, Вт | 0 | 0 | 17-12-2018 |
| 5 | Билибино: Вечер 31 окт, Ср | 0 | 0 | 30-10-2018 |
| 6 | IVF treatments should be fully be covered by insurance companies, Trump proposes in new policy: ‘We want more babies’ | 0 | 0 | 29-08-2024 |
| 7 | Информация об изменении размера и порядка взимания платы АО «АГЗРТ» | 0 | 0 | 26-05-2023 |
| 8 | Американские конгрессмены призвали Трампа ввести второй пакет санкций по делу Скрипалей | 0 | 0 | 29-07-2019 |
| 9 | Грантовой программе Красноярского края исполняется 20 лет | 0 | 0 | 19-02-2025 |
| 10 | Tertulia: La última derrota del Gobierno en el Congreso | 0 | 0 | 24-01-2025 |