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Trumps Anruf beim FIFA-Chef stößt auf Kritik

Дата публикации: 06-07-2026 17:38:00

Nach der Roten Karte für US-Stürmer Balogun hat Trump bei FIFA-Chef Infantino angerufen. DFB-Wunschtrainer Klopp ist empört.

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Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino

Balogun-Sperre aufgehoben Trumps Anruf beim FIFA-Chef stößt auf Kritik

Stand: 06.07.2026 • 19:38 Uhr

Nach der Roten Karte für US-Stürmer Balogun hat Trump bei FIFA-Chef Infantino angerufen - das haben die beiden am Montag bestätigt. Baloguns Sperre ist aufgehoben und bleibt das laut FIFA auch. DFB-Wunschtrainer Klopp ist empört - genau wie Menschen bei einer Straßenumfrage in Münster.

Der Vorgang ist brisant und bringt die Fußballwelt in Aufruhr. Nach einem Platzverweis am Mittwoch für Folarin Balogun, einen wichtigen Stürmer des US-Nationalteams, rief US-Präsident Donald Trump bei Gianni Infantino an, seinerseits Präsident des Weltfußballverbands FIFA. Kurz danach wurde Baloguns Sperre aufgehoben.

Bereits am Sonntag berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine vertraute Quelle über den Anruf Trumps. Am Montag bestätigte der US-Präsident den Anruf:

Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war.

Donald Trump, US-Präsident

Auch Infantino bestätigt Anruf von Trump wegen Roter Karte

Auch Infantino hat den Anruf mittlerweile bestätigt. Er habe "tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten", teilte der Schweizer am Montag mit.

Balogun, mit bislang drei Turniertreffern bester Torschütze seines Teams bei der WM, steht der US-Mannschaft somit jetzt im Achtelfinale gegen Belgien in der Nacht zum Dienstag zur Verfügung. Trump bedankte sich nach Aufhebung der Sperre umgehend auf seiner Plattform Truth Social: "Danke an die FIFA dafür, das Richtige zu tun und eine große Ungerechtigkeit rückgängig zu machen."

Infantino betonte, dass die FIFA-Disziplinarkommission "unabhängig" sei. Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen.

Einen Einspruch des belgischen Fußballverbands gegen die Aufhebung der Sperre lehnte die Berufungskommission der FIFA am Montag als unzulässig ab - der belgische Verband sei kein Verfahrensbeteiligter.

WDR-Umfrage in Münster zum Rote-Karte-Fall: "Stinkt gewaltig"

Bei einer WDR-Straßenumfrage in Münster am Montag hagelt es für das Vorgehen von Trump und FIFA viel Kritik. Zum Beispiel von Münsteranerin Justina:

Ich finde es problematisch, dass jemand, der so viel Macht hat, sich einfach in Sachen einmischt, mit denen er eigentlich gar nichts zu tun hat.

Justina aus Münster

Auch Münsteranerin Ida findet das "schwierig". Für einen anderen Passanten "stinkt das gewaltig". Antje aus Hamburg, die für einen Kurzbesuch in Münster ist, bezeichnet den Vorfall als "unsportlich" - "aber es wundert mich auch nicht, weil Trump sich ja immer einmischt und Infantino ja auch nicht sportlich fair handelt."

Klopp findet "verrückt", wenn sich Trump und Infantino einmischen

Dass Politiker so direkt und mit Erfolg in den WM-Betrieb eingreifen - das erzürnt auch Jürgen Klopp, früherer Trainer bei Liverpool und Borussia Dortmund, heute Experte bei Magenta TV, "Head of Global Soccer" für Red Bull und Wunschkandidat des DFB als neuer Bundestrainer. Bevor Trump bestätigte, dass er Infantino um eine Überprüfung der Bestrafung gebeten hatte, sagte Klopp:

Wenn es tatsächlich so war, dass Trump und Infantino das miteinander ausgemacht haben, dann ist das verrückt.

Jürgen Klopp bei Magenta TV

Weiter sagte Klopp bei Magenta TV: Es gebe immer noch die Möglichkeit, dass das US-Team Balogun nicht aufstelle - aus Fairnessgründen. "Man muss einmal ganz kurz sagen: Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel", so Klopp.

Klopp: Wer keine Ahnung von Fußball hat, solle nichts damit zu tun haben

Über Trump und Infantino sagte Klopp außerdem noch: "Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben."

Zur roten Karte selbst sagt Klopp: "Da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist eine rote Karte. So leid uns das tut, weil Balogun das nicht will. Aber das sagen die Regeln."

Die Sportschau hat hier noch weitere Reaktionen zum Fall Balogun gesammelt:

Rote Karte aufgehoben - das gab es schon mal bei Ronaldo

Dass Sperren nachträglich ohne jede Begründung auf Bewährung ausgesetzt werden, kommt extrem selten vor. Ein Profiteur war Cristiano Ronaldo, der im November 2025 bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland nach einem Ellbogenschlag gegen seinen Gegenspieler vom Platz gestellt worden war. Ronaldo wurde von der FIFA zunächst für drei Spiele gesperrt, musste aber nur das erste absitzen - das anschließende Quali-Duell gegen Armenien.

Die Sperre für die beiden weiteren Spiele wurden "auf Bewährung" ausgesetzt. Ronaldo konnte damit bei der WM von Beginn an eingesetzt werden. Der Unterschied zu Balogun: Eine Einmischung von höchster politischer Stelle, wie es sie bei Balogun gegeben hat, gab es bei Ronaldo nicht.

FIFA-Entscheidung mit negativen Folgen für den Verband?

Die Fifa spielt längst nach Trumps Regeln, sagt Chaled Nahar in seinem Kommentar für die Sportschau. Die FIFA zeige mit der Aufhebung von Baloguns Rotsperre einmal mehr, wie sehr sich Verbandschef Infantino Trump unterordne - eine Nähe, die vor allem den Milliarden-Einnahmen der WM geschuldet sei und den Fußball zunehmend zum reinen Machtinstrument mache.

Diese klebrige Nähe hat nur einen Grund: Es geht um viel Geld. Die Fifa erwartet Rekordeinnahmen bei der WM von bis zu 14 Milliarden US-Dollar.

Chaled Nahar, Sportschau

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
  • Mitteilungen der FIFA
  • WDR-Straßenumfrage in Münster
  • Magenta TV
  • Kommentar von Chaled Nahar von der Sportschau

Sendung: WDR 5, Morgenecho, 06.07.2026, 7:00 Uhr

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