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Mittlere Reife: Braucht es die Realschule überhaupt noch?

Дата публикации: 06-07-2026 11:04:24

Die Realschule ist sowas wie die vergessene Schulform. So spitzt es Bildungsforscher Armin Himmelrath zu. In jedem Fall steht sie von mehreren Seiten unter Druck.

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Von der Realschule in eine Ausbildung bei der Sparkasse - das war mal ein ganz typischer Bildungs- und Berufsweg, sagt der Bildungsexperte Armin Himmelrath: "Früher war es durchaus üblich, dass man mit dem Realschulabschluss Bankkauffrau oder Bankkaufmann werden konnte - im Grunde kommt das gar nicht mehr vor." Es habe ein "Upgrade" im Bildungsbereich gegeben, sodass heute ein Abitur vorausgesetzt werde, berichtet er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex.

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Realschule zwischen den Fronten

Viel Aufmerksamkeit gebe es stets für das Abitur, aber in den vergangenen Jahren auch für Gesamtschulabschlüsse. Die Mittlere Reife sei da ein Stück weit aus dem Blick geraten als Bildungsabschluss: "Er wird so ein bisschen zerrieben zwischen den anderen Abschlüssen", sagt Himmelrath. In der politischen und gesellschaftlichen Diskussion komme er kaum vor: "Am wenigsten diskutiert wurde über den Realschulabschluss", weswegen auch nicht klar sei, was er bringen und belegen soll.

Föderalismus als Hindernis für Wertigkeit der Mittleren Reife?

Die Politik trage hier eine Mitverantwortung, sagt Himmelrath: "Die Dreigliedrigkeit existiert in kaum noch einem Bundesland in Reinform und das führt natürlich dazu, dass diese Abschlüsse sich neu untereinander positionieren müssen." Es fehle die bildungspolitische Klarheit, wofür die Realschule stehe. Baden-Württemberg habe zum Beispiel noch klassische Realschulen, Rheinland-Pfalz aber nicht. Alle Schulformen, auch die Realschule, müsse ihre Schülerinnen und Schüle auf eine zunehmend unsichere Welt einstellen. "Dafür muss Schule natürlich auch die Ressourcen haben, sich darüber Gedanken zu machen", betont der Bildungsexperte und meint, die Realschule erhalte davon am wenigsten. Es gebe wenig Lehrkräfte, wenig finanzielle Mittel und daraus resultierend fehle es an Freiräumen, sich weiterzuentwickeln.

Rheinland-Pfalz setzt auf Nähe zu Betrieben

In Rheinland-Pfalz können sich Schülerinnen und Schüler jedes Jahr auf Praktikumsplätze in Unternehmen im Rahmen der sogenannten "Praktikumstage" bewerben. Diese finden nach den Sommerferien statt - dieses Jahr vom 21. September bis Ende Oktober. Die Unternehmen aus der Region stellen auf einer Internet-Plattform ihre Praktikumstage ein. Dabei schreiben sie, wann und in welchem Bereich ein Praktikum möglich ist.  Die Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren suchen sich dann einfach ein passendes Angebot aus und bewerben sich - ohne Lebenslauf oder Zeugnis. Ziel sei es, erste Kontakte zu knüpfen. Daraus könnten dann später Praktika oder Ausbildungsplätze entstehen, sagt die Industrie- und Handelskammer Koblenz. In Baden-Württemberg setzt die Landesregierung auf Schulbefreiung in der sogenannten "Praktikumswoche", in der Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse jeden Tag in einen anderen Betrieb schnuppern können.

KI in Schulen Künstliche Intelligenz gegen den Lehrermangel

Immer mehr Schüler bei weniger Lehrern: Forschende haben ein System entwickelt, das durch Künstliche Intelligenz Verständnisprobleme identifiziert und Lehrkräfte so entlastet.  

Unangekündigte Tests bald Standard?

Rheinland-Pfalz überlegt allerdings auch, unangekündigte Tests und Hausaufgabenkontrollen wieder einzuführen. Die von München nach Mainz übergewechselte Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) sagte der dpa, über Prüfungen an den Schulen müsse gesprochen werden - weil immer mehr Künstliche Intelligenz genutzt werde. Lehrkräfte müssten erkennen können, welchen Wissensstand Schülerinnen und Schüler haben, sagte die CDU-Politikerin. Seit dem Schuljahr 2025/2026 sind an den Schulen in Rheinland-Pfalz unangekünndigte Tests und Hausaufgabenüberprüfungen abgeschafft.

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