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Christian Heidel kritisiert den deutschen Fußball: "Wie viele Weltklasse-Fußballer haben wir denn?"

Дата публикации: 06-07-2026 10:49:51

WM-Aus gegen Paraguay, der DFB ohne Bundestrainer - der deutsche Fußball liegt mal wieder am Boden. Mainz-05-Sportvorstand Christian Heidel hält das im Gespräch mit SWR Sport nicht für einen Ausrutscher.

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Mainz-05-Sportvorstand Christian Heidel ärgert sich über die anfängliche deutsche WM-Euphorie: "Ich muss ehrlich zugeben, dass wir Deutsche eigentlich nur darüber geredet haben, als wir in die USA abgeflogen sind, dass wir Weltmeister werden müssen." Doch "wenn wir in zwölf Jahren einmal in ein 16tel-Finale einziehen und sonst immer ausscheiden, dann können wir doch nicht auf ein Turnier fahren und uns zu den Favoriten zählen."

Rückblickend zählt er auf: Curacao, Elfenbeinküste, Ecuador, Paragauy, - "in vier Partien haben wir ein halbes gutes Spiel gemacht. Das ist zu wenig, um auch nur im Ansatz sagen zu können, wir wollen Weltmeister werden."

Heidel: DFB-Elf ist "Lichtjahre von der Weltspitze entfernt".

Der DFB ist krachend gescheitert. "Das Ergebnis kann doch nur sein: Wir sind nicht gut genug." Trainer Julian Nagelsmann musste für das magere deutschen Abschneiden bei der FIFA-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bereits gehen. Ihm soll nun der ehemalige Mainzer Cheftrainer Jürgen Klopp folgen, mit dem Heidel seit Jahrzehnten befreundet ist.

Mainz, Frankfurt

DFB-Team | Interview Christian Heidel: Sollte Klopp Bundestrainer werden, haben wir den besten!

Jürgen Klopp soll als neuer Bundestrainer und Nachfolger von Julian Nagelsmann in den Startlöchern stehen. Der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel würde sich darüber freuen.

Christian Heidel warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen an den wahrscheinlich neuen Trainer: "Ich glaube, aus dem, was man ihm gibt, macht er das Beste. Da bin ich sicher. Aber das bedeutet nicht, dass wir in vier Jahren als Top-Favorit zur Weltmeisterschaft fahren." Die DFB-Elf sei "Lichtjahre von der Weltspitze entfernt".

Heidel verlangt Reformen für die Jugendarbeit

Daran ändern seiner Meinung nach auch vielversprechende Namen wie Jamal Musiala, Florian Wirtz, Kai Havertz und Aleksandar Pavlović nichts. "Wie viele Spieler von Weltklasse haben wir denn?", fragt Heidel im Gespräch mit SWR Sport und zählt erneut auf: Frankreich, England, Brasilien - "ich glaube, da können wir nicht mithalten".

Die Reformen, die der deutsche Fußball nach dem frühen Ausscheiden 2018 in Russland und 2022 in Katar auf den Weg gebracht hat, haben seiner Meinung nach nicht gereicht. "Zumindest haben wir nichts gemacht, das zur Verbesserung geführt hat."

Heidel sieht Mainz 05 als Teil des Problems

Deutschland habe ein Ausbildungs-, Nachwuchs- und Weiterentwicklungsproblem. "Da müssen wir auch mal selbstkritisch sein: Haben wir wirklich so gute Spieler? Wenn sie sich die Vereine anschauen: Die meisten Topspieler kommen doch aus dem Ausland."

Er frage sich, "was machen wir in Deutschland in der Ausbildung und in der Entwicklung falsch?" Und nimmt sich selbst in Mainz von der Kritik nicht aus: "Davon sind auch wir betroffen, wir sind da ja mit im Boot."

Viele Bundesliga-Vereine setzen auf ausländische Leistungsträger

Dabei zählt Mainz 05 mit acht Eigengewächsen im aktuellen Kader noch zur Liga-Spitze. Wenn man sich die Eigengewächse mit den meisten Bundesligaspielen anschaut, sind die Mainzer auf Platz zwei - hinter dem SC Freiburg. Ähnlich viele Talente hat nur der FC Bayern München in der Startelf. Fairerweise muss man sagen, dass die Sasa Stanisic, Jamal Musial, Aleksandar Pavlović und Lennart Karl heißen, die mit Sicherheit noch ihre Einsätze bekommen werden.

Bei den Spitzen-Teams aus Dortmund, Stuttgart, Leipzig und Leverkusen ist die Bilanz hingegen düster. "Wir müssen auch wieder bessere Fußballspieler entwickeln. Das sind jetzt auch keine hohle Phrasen. Ich weiß ja, wie schwer es ist." Hinzu kommt der Umstand, dass sich längst nicht mehr alle vom DFB ausgebildeten und theoretisch für den DFB spielberechtigten Talente für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden. Daher greift die 2006 eingeführte "Local-Player-Regel", wonach die Klubs mindestens acht in Deutschland ausgebildete Spieler im Kader haben müssen, für die Nationalmannschaft zu kurz.

Heidel: Bundesliga ist besser als DFB-Elf

Daher dürfe man nicht von der Qualität der Liga auf die Qualität der DFB-Elf schließen: "Die Bundesliga ist ein hervorragendes Produkt. Da müssen wir uns nicht verstecken. Wir dürfen den Vereinsfußball und die Nationalmannschaft nicht immer in einen Topf werfen. Das muss man schon getrennt halten." Was braucht es also, damit die deutsche Nationalmannschaft wieder zur Weltspitze aufschließen kann? "Darüber wird Kloppo sich Gedanken machen."

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: -6. Информативность: 5. Источник: www.swr.de.