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Nico Marchetti tritt als ÖVP-Generalsekretär zurück

Дата публикации: 07-07-2026 16:08:11

Der Druck aus den Ländern wurde zuletzt immer größer: Marchetti sei „nicht offensiv“ genug, lautete der Vorwurf. Dem Vernehmen nach könnte ihm Markus Gstöttner nachfolgen.

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Die Gerüchte, dass es an der Spitze des Generalsekretariats in der Wiener Lichtenfelsgasse einen Wechsel geben könnte, hielten sich zuletzt hartnäckig in der ÖVP. Am vergangenen Sonntag gab sich Nico Marchetti im KURIER-Interview zwar noch sehr selbstsicher und erklärte, sich vor nichts und niemandem zu fürchten. Am Dienstagabend aber war es dann so weit: Die ÖVP gab offiziell bekannt, dass Marchetti den Hut nehmen wird. 

Kanzler und Bundesparteiobmann Christian Stocker betonte in einer ersten Stellungnahme, dass er Marchetti für seine umsichtige Tätigkeit in den vergangenen eineinhalb Jahren danke. Und: „Insbesondere danke ich ihm für sein Engagement, seine Loyalität und dafür, dass er in einer mehr als herausfordernden Zeit voller Umbrüche und Veränderungen sich dieser Aufgabe mit vollem Einsatz gewidmet hat.“  Als Stocker 2025 die Partei übernahm, hatte er Marchetti zu seinem Generalsekretär gemacht.

Der 36-jährige Wiener Nico Marchetti war zuletzt innerparteilich immer mehr unter Druck geraten. Vor allem aus den Bundesländern war viel Kritik zu hören gewesen. Man warf ihm vor, 
zu wenig offensiv gewesen zu sein. Überhaupt wurde die Kampagnenfähigkeit der Bundespartei bereits infrage gestellt. 

Marchetti selbst reagierte auf seinen Rückzug mit einem Posting auf Facebook: „Ich bin aus Überzeugung Sachpolitiker, ein Politiker der Mitte und mir liegt die feine Klinge mehr als der Bihänder. In den knapp eineinhalb Jahren habe ich mich als durchaus untypischer Generalsekretär in den Dienst meiner Partei gestellt, weil ich zutiefst von den christlichen, konservativen und liberalen Werten der Volkspartei überzeugt bin“. In den vergangenen Jahren sei er ausschließlich Berufspolitiker gewesen und verspüre nun „den großen Wunsch, mir ein zweites Standbein neben der Politik aufzubauen“, so Marchetti. Als ÖVP-General wird er Ende Juli zurücktreten, er bleibt jedoch Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher seiner Partei.

Wer Marchetti nachfolgt

Noch diese Woche will die ÖVP einen Nachfolger bekannt geben. Dem Vernehmen nach soll es sich um Markus Gstöttner handeln.  Dieser hat sowohl Partei- als auch Regierungserfahrung. Er war stellvertretender Kabinettschef unter dem damaligen Kanzler Sebastian Kurz und Kabinettschef unter Karl Nehammer. Der Wiener, der im August  seinen 40. Geburtstag feiern wird, war bis zum Vorjahr auch ÖVP-Abgeordneter im Gemeinderat in Wien. Zuletzt hatte ihn Bundeskanzler Christian Stocker Anfang des Jahres wieder in das Bundeskanzleramt geholt. Da war Gstöttner für die Reformpartnerschaft zuständig. Wie man hört, dürfte er den Kanzler mit seiner Arbeit  überzeugt haben, weswegen er ihn nun in die Lichtenfelsgasse holen könnte. Gstöttner hat in London studiert und dort auch gearbeitet, ehe es ihn in die österreichische Politik verschlug.

Ob die Karriere von Marchetti an dieser Stelle wirklich zu Ende ist, ist unklar: Gern gesehen ist Marchetti bis dato in der Wiener Landespartei, in der er als Bezirksparteiobmann von Favoriten sozialisiert ist. In Wien wurde er immer wieder für höhere Ämter gehandelt. Als Gernot Blümel 2021 als Landesparteichef zurücktrat, hätte Karl Mahrer nur die „Übergangslösung“ sein sollen, bevor das Amt an Marchetti geht. Daraus wurde nichts. Mahrer gefiel der Job, er blieb – und verlor die Wahl 2025. Erneut war Marchetti ein möglicher Kandidat für die Nachfolge, schied diesmal aber aus, da er erst wenige Wochen vorher – im Februar – den Generalsekretärsposten im Bund übernommen hatte. Stattdessen ging der Job an Markus Figl

Seither ist Marchetti auffallend oft an der Seite von Figl zu sehen. Das nährt Gerüchte in- und außerhalb der Wiener ÖVP: Gemunkelt wird, dass Figl, der zugleich Bezirksvorsteher im 1. Bezirk ist, bei der nächsten Wiener Gemeinderatswahl gar nicht als ÖVP-Spitzenkandidat ins Rennen gehen will. Er müsste dafür nämlich wohl seinen (de facto sicheren) Job als Bezirkschef aufgeben. Nicht sehr reizvoll angesichts der schlechten Werte der Wiener Landes-ÖVP – der Chef-Posten dort ist ein Schleudersitz. Und so hält sich die Erzählung, dass sich Figl rechtzeitig vor der Wahl zurückziehen wird, um an Marchetti zu übergeben. In der Positionierung der Wiener ÖVP würde das Sinn ergeben. Der offen homosexuell lebende Marchetti passt gut ins junge, urbane Bild, dass sich die Partei in Wien verpassen will. Und: Schon als Generalsekretär wollte Marchetti der ÖVP eine neue „Städtestrategie“ verpassen, um im urbanen Raum wieder konkurrenzfähig zu werden.

Das letzte Interview in seiner Funktion als ÖVP-Generalsekretär gab Nico Marchetti dem KURIER. Sie können es hier nachlesen.

Agenturen, jde  |  07.07.2026, 18:08

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Классификация: Международные. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 5. Источник: kurier.at.