Hundekot ist vielerorts ein Ärgernis. In Königswinter drohen Bußgelder bis 250 Euro, wenn Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner liegen lassen. Welche Erfahrungen eine Grünflächenpatin macht und was sie fordert.
Königswinter · Hundekot ist vielerorts ein Ärgernis. In Königswinter drohen Bußgelder bis 250 Euro, wenn Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner liegen lassen. Welche Erfahrungen eine Grünflächenpatin macht und was sie fordert.
Nicht jede Hinterlassenschaft des Hundes wird ordnungsgemäß entsorgt. In Königswinter sorgt das jetzt für Kritik.
Foto: dpa/Picture Alliance/dpa„Es ist einfach ekelig.“ Birgit Simon ärgert sich – zurecht. Seit einigen Wochen betreut sie als Grünflächenpatin ehrenamtlich ein Beet gegenüber dem Königswinterer Bahnhof. Es ist eine Arbeit, die ihr eigentlich viel Spaß macht, aber die ihr zunehmend durch Hundekot verleidet wird. Immer wieder findet sie dicke Haufen mitten im Beet. „Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch total unhygienisch“, sagt sie. Schließlich möchte niemand bei der Gartenarbeit in Hundekot treten oder womöglich hineinfassen.
Dass Hundehalter ihre Vierbeiner ihr Geschäft auf der kleinen Grünfläche verrichten lassen und dann nicht entsorgen, passiert immer wieder. „Manche schmeißen auch einfach die Hundekot-Tüte ins Beet“, berichtet Simon. Darauf angesprochen würden viele Hundebesitzer uneinsichtig oder gar aggressiv reagieren. „Dann heißt es gleich, ich habe wohl was gegen Hunde.“ Dabei sei das überhaupt nicht der Fall. „Aber meiner Meinung nach sollte jeder Hundebesitzer mit Fremdeigentum, sei es privat oder öffentlich, verantwortungsvoll umgehen.“ Simon hat nun auf eigene Kosten ein Schild anfertigen lassen, um Hundebesitzer an ihre Pflicht, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge zu beseitigen, zu erinnern.
Dass Hundekot auf öffentlichen Wegen, Plätzen und Grünflächen ein stetes Ärgernis ist, kann auch die Stadt Königswinter bestätigen. Verunreinigungen durch Hundekot würden aus allen Bereichen des Stadtgebietes immer wieder als Bürgermeldung an das Ordnungsamt herangetragen, berichtet Pressesprecher Damian Schwichtenberg. Wobei die Stadt Königswinter, was die „Hundekot-Problematik“ betrifft, nicht alleine da steht. „Es sind alle Kommunen ähnlich betroffen, da sich die Zahl der Hundehaltenden in den letzten Jahren deutlich gesteigert hat“, so Schwichtenberg. Königswinter sei zudem ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen, die bei einem Besuch in der Stadt eben auch ihre Hunde mitbringen.
„Tretminen-Alarm“ herrscht demnach insbesondere dort, wo sich Grünflächen befinden. In der Altstadt sind zudem die Fußgängerzone, die Staudenbeete an der Rheinpromenade und sogar der Park von Haus Bachem betroffen, obwohl Hunde dort eigentlich grundsätzlich verboten sind. Um der Problematik gegenzusteuern, seien vermehrt Hundekotbeutelspender aufgestellt worden. Zu der Frage, welche Kosten das verursacht, kann die Stadt keine Angaben machen.
So mancher Hundehalter scheint zudem zu glauben, dass die Entsorgung der Haufen in der Hundesteuer inklusive ist – ein Irrglaube, so Schwichtenberg. „Die Bezahlung von Hundesteuer entbindet nicht von der Pflicht, die tierische Notdurft zu entfernen.“ Hundehalter seien aufgrund der Straßenordnung Königswinter im gesamten Stadtgebiet dazu verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu entsorgen, hierauf würden auch Schilder an vielen Grünflächen hinweisen. „Ein Verstoß gegen die Beseitigungspflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld bis zu 250 Euro geahndet werden kann.“ Die Höhe des Bußgeldes richte sich dabei auch nach dem „Ort der Tat“. Das örtliche Ordnungsamt kontrolliere dies im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten.
Unabhängig davon appelliert die Stadt an alle Hundebesitzer, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und aktiv zur Sauberkeit der Stadt beizutragen. „Hundekot kann ein potenzielles Gesundheitsrisiko durch Infektion mit Parasiten darstellen.“ Hierbei seien besonders Kinder und abwehrgeschwächte Erwachsene vermehrt gefährdet. „Daher ist es vor allem im Sinne der Kinder, die durch Sand auf Spielplätzen oder in Parkanlagen leider oft mit Verunreinigungen in Kontakt kommen, eine Infektion durch gründliches Aufsammeln der Hinterlassenschaften des eigenen Hundes zu verhindern.“