Das dritte enttäuschende Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft hat schmerzlich untermauert, dass beim DFB einiges im Argen ist. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat nun erneut den Finger in die Wunde gelegt.

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Das dritte enttäuschende Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft hat schmerzlich untermauert, dass beim DFB einiges im Argen ist. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat nun erneut den Finger in die Wunde gelegt.
"Ein entscheidender Punkt ist die Ausbildung von Talenten. Ich habe den Eindruck, dass da auch in den Vereinen einiges im Argen liegt. Damit meine ich nicht nur Profiklubs, sondern genauso die kleinen Amateurvereine mit ihren Nachwuchsabteilungen", moniert Lothar Matthäus im Gespräch mit der "Bild".
Dass der DFB im Nachwuchs infolge einer Reform immer weniger auf Wettbewerb setzte und stattdessen den Spaß am Spiel ohne Sieger und Verlierer in den Vordergrund setzte, stößt Matthäus besonders auf: "Leistung muss sich wieder lohnen, Kinder wollen sich miteinander vergleichen. Nur so können sie Ehrgeiz entwickeln und besser werden. Nachwuchs-Wettbewerbe ohne Sieger, ohne Punkte – das ist definitiv der falsche Weg! Das muss man auch beim DFB endlich erkennen."
Er selbst habe als Nachwuchstrainer die Erfahrung gemacht, dass es in der Ausbildung Luft nach oben gebe.
"Wo sind denn die Mittelstürmer wie Miro Klose? Die Außenverteidiger wie ganz früher Manfred Kaltz oder unser letzter WM-Kapitän Philipp Lahm?", fragt Matthäus und prangert an: "Alle Kinder wollen heute dribbeln, Tore schießen. Aber keiner will mehr Verteidiger sein. Das geht nicht! Wir müssen auch wieder mehr Zweikämpfe trainieren, vor allem in den Jugendmannschaften – aber auch bei den Männern."
Bei der WM soll auch intern im DFB-Team schnell erkannt worden sein, dass man vor allem physisch nicht mit den Gegnern mithalten konnte. Gerade gegen die Elfenbeinküste, Ecuador oder beim Ausscheiden gegen Paraguay wurden Defizite sichtbar.
"Denn nur mit technischer und spielerischer Qualität, aber ohne Robustheit hat man auf Weltklasse-Niveau keine Chance. So abgedroschen es klingen mag: Wir müssen zurück zu unseren Tugenden, die deutsche Nationalmannschaften immer stark gemacht haben", fordert Matthäus in diesem Zusammenhang.
Dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp traut Matthäus allerdings zu, das Ruder herumzureißen.
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