In einem irren Abnutzungskampf gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime behielt Novak Djokovic knapp die Oberhand. Im Halbfinale geht es nun gegen Titelverteidiger Jannik Sinner. Die Voraussetzung für dieses Match sind für den Djoker alles andere als gut.

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In einem irren Abnutzungskampf gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime behielt Novak Djokovic knapp die Oberhand. Im Halbfinale geht es nun gegen Titelverteidiger Jannik Sinner. Die Voraussetzungen für dieses Match sind für den Djoker alles andere als gut.
Novak Djokovic hat einmal mehr bewiesen, dass er auch im fortgeschrittenen Tennisalter noch zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist. In einem epischen Wimbledon-Viertelfinale rang der 39-Jährige Auger-Aliassime nach unglaublichen fünf Stunden und 15 Minuten mit 7:6 (10:8), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (10:4) nieder und zog damit in sein 55. Grand-Slam-Halbfinale ein.
Doch der Kraftakt könnte seinen Preis haben. Im Kampf um den Finaleinzug wartet nun mit der aktuellen Nummer eins der Welt, Jannik Sinner, eine extrem schwere Aufgabe. Der Italiener hatte bei seinem Viertelfinalsieg gegen Jan-Lennard Struff deutlich weniger Mühe und gewann glatt in drei Sätzen.
Der Tennis-Experte und Ex-Weltranglistenvierte Greg Rusedski sieht deshalb klare Vorteile bei Sinner. "Ich lege mich fest: Djokovic hat zu viel Energie verbraucht", erklärte Rusedski in seinem Podcast "Off Court with Greg Rusedski". "Normalerweise kann er sich erholen, aber diesmal könnte genau das das Problem werden."
Die körperliche Belastung sieht der Brite kritisch: "Sinner wird die Ballwechsel lang machen. Djokovic wird nicht so konstant über die Rückhand dominieren können wie zuletzt. Nach so einem brutalen Match stellt sich die Frage: Wie soll er sich in 48 Stunden regenerieren?"
Auch Djokovic selbst zeigte sich nach dem Marathon-Duell nachdenklich. "In diesem Stadium meiner Karriere überrascht es mich selbst, dass ich noch mit diesen deutlich jüngeren Spielern mithalten und sie schlagen kann", sagte der Serbe. "Natürlich habe ich immer höchste Ansprüche an mich selbst. Aber ich versuche auch, solche Momente zu genießen – ich weiß nicht, was morgen kommt."
Ob die Regeneration rechtzeitig gelingt, wird sich im Halbfinale am Donnerstag zeigen. Klar ist: Gegen den ausgeruhten und formstarken Sinner braucht Djokovic nicht nur seine ganze Klasse, sondern auch einen Körper, der dem nächsten Kraftakt standhält.
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