Nach der aus deutscher Sicht völlig misslungenen Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada musste Julian Nagelsmann seine Koffer packen. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat in einem Interview nun erstmals ausführlich über die Fehler des gescheiterten Bundestrainers gesprochen.

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Nach der aus deutscher Sicht völlig misslungenen Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada musste Julian Nagelsmann seine Koffer packen. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat in einem Interview nun erstmals ausführlich über die Fehler des gescheiterten Bundestrainers gesprochen.
"Es gibt ein paar Dinge, die man kritisch sehen kann. [...] Es gab durchaus unglückliche Aussagen von Julian, aber die Stimmung um ihn war vor dem Turnier schon nicht gut", erklärte Völler in einer Medienrunde mit "Bild", "Frankfurter Rundschau", der Funke Mediengruppe, "kicker" und "Süddeutscher Zeitung" in Frankfurt am Main.
Der 66-Jährige, der trotz aller Probleme beim DFB im Amt bleibt, nutzte die Gelegenheit, um über Nagelsmanns Abfindung aufzuklären. "Auf Zahlen werde ich jetzt nicht eingehen, aber es ist weniger als das, was ihr alle geschrieben habt", stellte Völler klar.
Zuvor war von bis zu sieben Millionen Euro, die dem Übungsleiter angeblich zustehen, die Rede gewesen.
Nach dem blamablen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) hatte Nagelsmann ursprünglich weitermachen wollen, trat nach massivem öffentlichem Druck schlussendlich aber doch zurück.
"Ich habe schnell gemerkt, dass diese Diskussion, durch die Nominierung, durch Aufstellung, durch ein paar unglückliche Aussagen von Julian, dass dann die Stimmung nicht richtig gut rüberkam. Das habe ich schon verstanden, habe ich auch mitbekommen", so Völler.
Als "unglücklich" bezeichnete der Weltmeister von 1990 die Bilder aus dem DFB-Camp, die Nagelsmann zusammen mit seiner Ehefrau auf Fahrrädern zeigten.
"Fotos haben einfach eine Wucht. Das ominöse Foto mit Lena auf dem Fahrrad hat der Sache sicherlich nicht gutgetan. Das war nicht optimal, ist aber nicht mehr zu lösen. Das waren Kleinigkeiten, die man nicht noch mal machen muss", räumte Völler ein.
Eine weitere Lehre aus der dritten Flop-WM in Folge sei der Umgang mit den mitgereisten Familien. "Ja, jetzt kann man im Nachhinein sagen, müssen wir das jetzt in England auch wieder so machen? Wahrscheinlich wird es dann ein bisschen anders gehandhabt, ich weiß es noch nicht. Das wird man dann sehen", sagte Völler.
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