Bestimmte Körperteile lassen sich nicht mehr bewegen oder zittern, doch Ärzte können keine Erkrankung feststellen. Betroffene sind verunsichert. Psychotherapie kann hilfreich sein, denn die Ursache könnte ein Trauma sein.
Bestimmte Körperteile lassen sich nicht mehr bewegen oder zittern, doch Ärzte können keine Erkrankung feststellen. Betroffene sind verunsichert. Psychotherapie kann hilfreich sein, denn die Ursache könnte ein Trauma sein.
Für die Betroffenen von funktioneller Bewegungsstörung ist es schwierig, ihre Symptome behandeln zu lassen. Denn sie gehen mit ihren Beschwerden zu verschiedenen Fachärzten, die meist keine körperliche Ursache für die Bewegungsstörung finden können. "Der Körper zeigt wirklich echte Symptome, das kann alles Mögliche sein: Zittern, eine Gangstörung oder auch Sensibilitätsstörung, Probleme beim Sprechen, aber man findet eben keine klassische somatische oder neurologische Ursache dafür", sagt Bastian Willenborg, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie.
Weder an Gehirn noch Nervenbahnen oder Muskeln lassen sich Schädigungen feststellen, trotzdem sind die Symptome da.
"Die Symptome, die sind einfach da und lösen auch wirklich Leid aus bei den Betroffenen."
Bastian Willenborg, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie
Bastian Willenborg sucht dann nach psychischen Ursachen für die funktionelle Bewegungsstörung. Beispielsweise leiden die Betroffenen unter einem Trauma durch einen Unfall oder ein Ereignis, bei dem sie handlungsunfähig waren, das aber ein tiefes Schockerlebnis war. Sebastian Willenborg erklärt das an dem Beispiel Tsunami, bei dem Menschen versucht hätten, andere festzuhalten und zu retten. Das sei ihnen aber nicht gelungen. Jahre später nun versage ihnen diese Hand oder der Arm die Bewegungsfähigkeit.
"Und im Anschluss kann man halt diese Hand, mit der man versucht hat jemanden festzuhalten, nicht mehr bewegen, dann ist die wie gelähmt."
Bastian Willenborg, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie
Betroffene laufen Gefahr stigmatisiert zu werden, weil Ärzte keine körperlichen Ursachen feststellen können. Es ist für andere schwer nachvollziehbar, dass obwohl keine medizinische Ursache vorliegt, die Betroffenen nicht in der Lage sind, sich wie gewohnt zu bewegen. Sie leiden aber genauso wie Patienten mit sichtbaren oder nachweisbaren Erkrankungen oder sogar mehr, weil es für ihr Leid keine Erklärung gibt.
"Unsere Aufgabe im Psychotherapiebereich ist, zu verstehen, was dahintersteckt", sagt Bastian Willenborg. Er arbeitet auch eng mit beispielsweise Orthopäden zusammen, die Patienten an ihn überweisen, wenn sie aus ihrem Fachgebiet heraus nicht weiterhelfen können, aber den großen Leidensdruck beim Patienten sehen.
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