Die Tafel verlässt die Rheinlandstraße und zieht im August zur Awo. Gründe: gestiegener Bedarf, höhere Kosten – und ein Missstand, der behoben werden soll.
Die Tafel konnte von Beginn an auf die Unterstützung der Stadtgesellschaft zählen.
Foto: Achim Blazy (abz)Heiligenhaus · Die Tafel verlässt die Rheinlandstraße und zieht im August zur Awo. Gründe: gestiegener Bedarf, höhere Kosten – und ein Missstand, der behoben werden soll.
Die Tafel in Heiligenhaus wird ihren bisherigen Standort in der Rheinlandstraße verlassen und im August in neue Räumlichkeiten umziehen. Das teilt die Diakonie mit, in deren Trägerschaft die Tafel arbeitet. Künftig wird die Ausgabe in den ehemaligen Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Schulstraße 8 (Zugang über Mittelstraße) erfolgen. Der genaue Termin des Umzugs und der ersten Ausgabe am neuen Standort steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Der Standort an der Rheinlandstraße hat uns viele Jahre in Heiligenhaus ein verlässliches Zuhause geboten”, berichtet Tafel-Organisatorin Tanja Högström. „Dafür sind wir sehr dankbar.” Jedoch mit dem gewachsenen Bedarf und den steigenden Anforderungen seien die vorhandenen Kapazitäten zunehmend an ihre Grenzen geraten. Konsequenz: „Auch die Entwicklung der Miet- und Nebenkosten machte eine Neuorientierung erforderlich. Der Umzug schafft die Voraussetzungen, unser Angebot in Heiligenhaus auch langfristig fortzuführen.“
Denn die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten sowie die wirtschaftliche Unsicherheit belasten viele Haushalte. Gleichzeitig bleibt es eine ständige Herausforderung, ausreichend gerettete Lebensmittelspenden für die Versorgung der Gäste einzusammeln. Auch die Lebenssituationen der Menschen, die zur Tafel kommen, sind vielfältiger geworden. Neben Menschen im Bürgergeldbezug nutzen viele geflüchtete Menschen, Rentnerinnen und Rentner, Alleinerziehende sowie Familien mit geringem Einkommen das Angebot.
Aktuell versorgt die Tafel Heiligenhaus jeden Dienstag zwischen 90 und 110 Gäste. Insgesamt profitieren rund 250 bis 280 Menschen von der Unterstützung. Möglich wird dies durch das große Engagement von 16 bis 18 Ehrenamtlichen, die Woche für Woche die am Morgen eingesammelten Lebensmittel sortieren und ausgeben, sodass jede und jeder mit einer gut gefüllten Tasche nach Hause gehen kann. Die Unterstützung reicht dabei für etwa zwei Tage und versteht sich als Ergänzung im Alltag. Ein besonders sensibler Punkt ist die derzeitige Wartesituation vor der Ausgabestelle. Die Tafelgäste müssen an einer Straße mit regem Verkehr warten und sind dabei für Passanten gut sichtbar. Viele Menschen empfinden diese Situation als unangenehm oder belastend. Für die Tafel Heiligenhaus steht jedoch fest: Die Inanspruchnahme von Unterstützung sollte in einem geschützten und würdevollen Rahmen möglich sein. Der neue Standort bietet die Chance, spürbare Verbesserungen zu schaffen. Ziel ist es, den Gästen künftig mehr Privatsphäre, bessere Wartebereiche und insgesamt angemessenere Bedingungen für die Lebensmittelausgabe zu bieten.
Für einen solchen Rahmen standen in der Stadt nicht zuletzt eine ganze Anzahl von Unterstützungsaktionen und Spendenaufrufe in den vergangenen Jahren.