Diesen Samstag hat die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt abgehalten. Begleitet wurde er von Protest gegen die von deutschen Verfassungsschutzbehörden als rechtsextrem und rechtspopulistisch eingestufte Partei und einem „Fest der Demokratie", bei dem auch die katholische Kirche vertreten war.
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Diesen Samstag hat die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt abgehalten. Begleitet wurde er von Protest gegen die von deutschen Verfassungsschutzbehörden als rechtsextrem und rechtspopulistisch eingestufte Partei und einem „Fest der Demokratie", bei dem auch die katholische Kirche vertreten war.
Das „Fest der Demokratie“ war vom zivilgesellschaftlichen Bündnis „Weltoffenes Thüringen“ organisiert worden und hatte am Freitagabend mit einem Friedensgebet begonnen; gefolgt von einer Mahnwache bei Kerzenschein. Am Samstag gab es um 10 Uhr - zeitgleich mit dem Beginn des Parteitags auf dem Messegelände - im Stadtzentrum einen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel, der vom katholischen Weihbischof Reinhard Hauke und der evangelischen Regionalbischöfin Friederike Spengler geleitet wurde. Unter dem Motto „Gott vertrauen. Jetzt handeln!" gestalteten die beiden großen Kirchen in Erfurt den ökumenischen Freiluftgottesdienst. Rund 500 Gläubige folgten der Einladung zum Gebet, darunter der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer, Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) und die Thüringer Grünen-Politikerin Katrin Göring Eckardt.
Für diesen Sonntag (5.7.) war ein Gottesdienst in der Predigerkirche geplant.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat die AfD als kirchenfeindlich bezeichnet und sieht viele kirchliche Einrichtungen gefährdet, wenn die Partei bei der Landtagswahl im September siegen sollte. „Alle Parteien in Sachsen-Anhalt außer der AfD haben eine positive Sichtweise auf die Kirchen – unterschiedlich zwar, aber positiv. Aber die AfD will die Kirchen zerstören“, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA in einem diesen Sonntag veröffentlichtem Interview. „Mehrere hundert Einrichtungen von Kirchen wie Kindergärten, Krankenhäuser oder Pflegeheime wären dadurch gefährdet.“
„Ich erwarte von den Kirchen, dass sie sich sehr intensiv mit der Zukunft Sachsen-Anhalts auseinandersetzen und ein klares Zeichen setzen“, so der Ministerpräsident. Nur 20 Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt sind Christen. Doch seien Kirchen vielerorts wichtige Anlaufpunkte, vor allem in den Dörfern. „Sie verbinden Menschen, sie spalten nicht, sie hören zu.“
„Jetzt geht es um die Wahl. Da finde ich es richtig und wichtig, dass die Kirchen auch klar kommunizieren, welche Vorstellung sie haben und wer die Vorstellung erfüllt und wer nicht“
Er finde es richtig, dass sich die Kirchen politisch einmischten, sagte Schulze. „Die Parteien äußern sich umgekehrt ja auch zu den Kirchen. Warum sollten sie nicht darauf antworten dürfen? Die Kirchen sollen ihre politische Meinung sagen.“ Er erwarte auch nicht, dass sie alles, was die CDU mache, gutheißen würden. „Jetzt geht es um die Wahl. Da finde ich es richtig und wichtig, dass die Kirchen auch klar kommunizieren, welche Vorstellung sie haben und wer die Vorstellung erfüllt und wer nicht.“
Die Kirchen haben bereits mehrere Initiativen zur Wahl gestartet, unter anderem die vom Bistum Magdeburg initiierte Aktion „Bewusst wählen“. Auch warnen die Bischöfe regelmäßig vor völkischem Nationalismus und der rechtsextremen AfD, deren Menschenbild nicht mit dem Christentum vereinbar sei.
In den jüngsten Wahlumfragen liegt die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bei 41 Prozent, gefolgt von der CDU (24 Prozent), den Linken (13 Prozent), der SPD (6 Prozent) und dem BSW (5 Prozent).
(sir/epd/kna/bistum magdeburg - sst)
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