Die Chance auf den Bau eines neuen Gaskraftwerks in der Lausitz sind gestiegen. Der Bundestag hat am Donnerstag für den Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland gestimmt. Der umstrittene, ursprünglich vorgehene Südbonus wurde aber deutlich beschnitten.
Bundestag Bau neuer Gaskraftwerke beschlossen - mit abgeschwächtem Südbonus
Der Bundestag hat den Plan zum Bau zahlreicher neuer Gaskraftwerke in den nächsten fünf Jahren gebilligt. Der sogenannte Südbonus wurde dabei jedoch abgeschwächt.
Vorgesehen war zunächst, dass bis zu zwei Drittel der ausgeschriebenen Kraftwerkskapazitäten vorrangig in den "netztechnischen Süden" gehen. Dies umfasst die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
Nach Protesten unter anderem in Brandenburg soll der Südbonus nun erst greifen, wenn ein Drittel der Zuschläge in den Norden und Osten gegangen ist. Zugute kommt dies Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Die neuen Gaskraftwerke sollen den Kohleausstieg und den Ausbau von Ökostrom flankieren und befürchtete Lücken in der Stromversorgung vermeiden. Auf Verbraucher kommen damit ab 2031 zusätzliche Kosten für eine neue Umlage zu, mit der die Förderung in Milliardenhöhe für die Betreiber finanziert werden soll.
Noch in diesem Jahr sollen Ausschreibungen für insgesamt 11 Gigawatt neuer Kapazitäten beginnen, die spätestens Ende 2031 am Netz sein sollen. Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen, was mit dem Ausstoß schädlicher Klimagase verbunden ist. Spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke dann "klimaneutral" mit Wasserstoff laufen. Das heißt, sie müssen jetzt schon so geplant werden, dass ein Umstieg möglich ist.
Der Energiekonzern Leag hat in der Lausitz bereits wasserstofffähige Gaskraftwerke geplant. "Wir sitzen in den Startblöcken, und das seit zwei Jahren", sagte Leag-Vorstandschef Adolf Roesch im Februar.
Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 09.07.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Brandenburg aktuell, 09.07.2026, Philipp Manske