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Zwei große Krankenhäuser in Potsdam schränken Leistungen ein

Дата публикации: 07-07-2026 14:21:36

Das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam reagieren auf die Krankenhausreform. Bestimmte Leistungen sollen nicht mehr parallel angeboten werden.


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Krankenhausreform Zwei große Krankenhäuser in Potsdam schränken Leistungen ein

Archivbild: Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam, Brandenburg. (Quelle: dpa/Schoening)
Archivbild: Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam, Brandenburg. (Quelle: dpa/Schoening)

Die zwei großen Krankenhäuser in Potsdam schränken ihre Leistungen als Folge der Krankenhausreform ein. Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam will die Bereiche der Orthopädie und der Gefäßchirurgie künftig nicht mehr vorhalten, teilte das Klinikum mit.

Es seien zwölf ärztliche Stellen betroffen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Sofern es keine "alternativen Einsatzmöglichkeiten" gebe, komme es zu Entlassungen.

Als Grund wird eine Neuausrichtung wegen der bundesweiten Krankenhausreform genannt. "Nicht jedes spezialisierte medizinische Angebot kann künftig dauerhaft an jedem Krankenhausstandort vorgehalten werden", so das Haus.

St. Josefs will Neurologie und Geburtshilfe schließen

Auch das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam reagiert auf die Vorgaben der Krankenhausreform. Die Klinik kündigte an, sich zum 1. August aus den Bereichen Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurückzuziehen. Damit gäbe es nur noch eine Geburtsstation in Potsdam. Auch die einzige Babyklappe Brandenburgs steht vor dem Aus.

Die angekündigte Schließung der Geburtsstation löst Enttäuschung und Protest aus. Eine Online-Petition kam bis zum Nachmittag auf fast 7.000 Unterschriften.

Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Streichung des Angebots nach Angaben eines Sprechers betroffen. Für Ärzte und Hebammen – sie machten etwa zwei Drittel der Betroffenen aus – gebe es derzeit keine Perspektive für eine weitere Beschäftigung. Für Pflege- und Funktionspersonal würden Möglichkeiten in Partnerkliniken ausgelotet.

Rathaus beschwichtigt: Potsdam sei weiter gut versorgt

Laut Brigitte Meier, Beigeordnete für Gesundheit der Stadt Potsdam, haben sich die Kliniken zu einem Stück weit abgesprochen um Doppelstrukturen abzubauen. "Auf jeden Fall sind die Potsdamerinnen und Potsdamer weiter gut medizinisch versorgt", sagte Meier dem rbb.

Das St. Josefs-Krankenhaus und die Oberlinklinik in Potsdam, die ab 2027 mehrheitlich zu den Alexianern gehört, wollen sich unter anderem auf Chirurgie, Innere Medizin, Gefäßmedizin und Orthopädie konzentrieren.

Krankenhausreform soll Kosten senken

Die Krankenhausreform soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Im Zuge der Reform spezialisieren sich auch anderswo Kliniken und schließen Angebote. Eine Grundversorgung soll nach dem Willen der Brandenburger Landesregierung überall im Land bestehen bleiben. Dazu kommt die Gesundheitsreform, die ebenfalls Auswirkungen auf die Kliniken hat.

Die Entscheidungen der Häuser in Potsdam sind nicht die ersten im Zuge der Krankenhausreform in Brandenburg. Das Krankenhaus in Wittstock/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin soll Anfang 2027 schließen. Nach bisherigen Plänen soll die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen und Krankheiten des Magen-Darm-Trakts in die Klinik Pritzwalk (Prignitz) verlagert werden, die Rettungswache soll bleiben. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow (Landkreis Teltow-Fläming) hat angekündigt, Ende Juli zu schließen.

Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 06.07.2026, 19:30 Uhr

Video: rbb24 Brandenburg Aktuell, 06.07.2026, Tim Jaeger

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