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Klage abgewiesen: 244 Alleebäume in Zeuthen dürfen für Straßensanierung gefällt werden

Дата публикации: 03-07-2026 17:35:12

244 Alleebäume dürfen für die Sanierung der Seestraße in Zeuthen gefällt werden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht. Die Bauarbeiten werden aber frühestens im Jahr 2027 beginnen.


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Klage abgewiesen 244 Alleebäume in Zeuthen dürfen für Straßensanierung gefällt werden

Archivbild: Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Hardenbergstraße, Charlottenburg. (Quelle: dpa/Joko)
Archivbild: Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Hardenbergstraße, Charlottenburg. (Quelle: dpa/Joko)
  • Urteil: 244 Alleebäume in Zeuthen dürfen für die Straßensanierung gefällt werden
  • Klage scheitert: Naturschützer wollten die rund 80 Jahre alten Bäume retten
  • Kompensation: Vorgesehen sind rund 250 Neupflanzungen direkt an der Straße
  • Baustart verzögert: Arbeiten an der Seestraße beginnen frühestens 2027

244 Alleebäume an der Seestraße in Zeuthen (Dahme-Spreewald) dürfen im Rahmen der Straßensanierung gefällt werden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) am Freitag. Damit wurde die Klage des Naturschutzbundes abgewiesen.

Am Donnerstag war über fünf Stunden mündlich verhandelt worden. Am Tag danach wurde das Urteil verkündet. Demnach ist der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der L401 rechtlich nicht zu beanstanden. Er weise keine Abwägungsfehler auf. Das Vorhaben sei nachvollziehbar begründet. Die klagenden Naturschützer hatten laut Gericht keine ausreichenden Argumente dagegen.

"Die beabsichtigte Sanierung der Straße mit einer Neuanpflanzung der rund 250 Alleebäume sowie der zusätzlichen Ersatzpflanzung weiterer 168 Bäume ist daher rechtlich zulässig", teilte das Gericht weiter mit.

Seestraße in Zeuthen ist alte Kopfsteinpflasterstraße

Die Seestraße ist auf etwa zwei Kilometern der letzte Abschnitt der Landesstraße L401, der noch nicht saniert worden ist. Das will der Landesbetrieb für Straßenwesen nun aber tun. Die Planungen begannen im Jahr 2017, Baurecht wurde 2024 erteilt. Im Frühjahr hätten die Arbeiten eigentlich beginnen sollen. Weil die Nabu-Regionalgruppe Dahmeland aber eine Klage eingereicht hat, wurden die Bauvorbereitungen gestoppt.

Die Seestraße in Zeuthen ist eine alte Kopfsteinpflasterstraße. Das verbaute Granitpflaster ist rund 100 Jahre alt. Der Durchgangsverkehr ist deshalb sehr laut. Aufgrund der Lärmbelästigung darf auch nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden. Und: Die Wurzeln der Bäume haben ausgeschlagen, die Straße beschädigt und Gehwegplatten hochgedrückt.

Die nötige Sanierung sei ohne Fällungen nicht möglich, argumentierte der Landesbetrieb. Die Straße müsse auch verbreitert werden. Daher müssten 244 Alleebäume gefällt werden. Viele Bäume, vor allem Linden, seien ohnehin bereits geschädigt und würden durch jegliche Baumaßnahme zusätzlich geschädigt werden. An der L401 seien rund 250 Neupflanzungen vorgesehen, insgesamt fast 500 Ausgleichspflanzungen, hieß es weiter.

Die Neupflanzungen ersetzten nicht den Wert der alten Bäume, sagte Matthias Rackwitz am Donnerstag dem rbb. Er ist der erste Vorsitzende der Nabu-Regionalgruppe Dahmeland. "Die Bäume sind unbestritten 80 Jahre alt. Wir erleben heute keine innerstädtische Neupflanzung mehr, die dieses Lebensalter erreicht. Heißt: Das, was da steht, kann man überhaupt nicht mehr kompensieren", so Rackwitz.

Naturschützer lehnen den Straßenbau nicht ab

Die Naturschützer lehnen den Straßenbau nicht ab, aber die Fällung der Linden, Roteichen, Spitz-Ahorne und Robinien. Sie seien gesund und könnten noch Jahrzehnte stehen. Auch aus Gründen des Klimaschutzes seien Fällungen nicht ratsam. Zudem seien Fledermäuse in einigen Bäumen entdeckt worden. Auch die Bürgerinitaitive Pro Allee will die Allee erhalten, hat Unterschriften gesammelt. Es handelt sich demnach um eine der letzten zusammenhängenden innerörtlichen Alleen.

"Die Allee ist ortsbildprägend - wenn die weg ist, würde die Identität von Zeuthen verloren gehen", sagte Anwohnerin Jutta Börgers am Rande der mündlichen Verhandlung im Gespräch mit dem rbb.

Im Rahmen der mündlichen Anhörung im OVG kam auch ein Gutachter zu Wort. Er bezweifelte, dass die neuen Bäume so alt werden würden wie die alten. Das Erdreich werde durch den Neubau stärker verdichtet. Dadurch hätten die neuen Bäume weniger Platz für Wurzelwachstum. Straßen- und Alleebäume würden heute innerorts im Schnitt noch 40 bis 60 Jahre alt, so der Gutachter weiter. Die Restlebensdauer der stehenden Bäume liege bei zehn bis 30 Jahre. Durch den Straßenbau würde sich die Zeitspanne wohl noch verringern.

Bauaufträge müssen ausgeschrieben und vergeben werden

Der Gutachter wies darüber hinaus darauf hin, dass die Landesstraße in anderen Bereichen bereits saniert wurde und dabei ein Großteil der vorhandenen Bäume erhalten werden konnte - beispielsweise im Bereich in Richtung Wildau. Der Landesbetrieb hielt dagegen: In dem Gebiet gebe es andere Voraussetzungen.

Am Ende bekam der Landesbetrieb Recht. Nun könne "der erforderliche Ausbau der Landesstraße 401 zum Wohle der Allgemeinheit und insbesondere zur Herstellung einer verkehrssicheren Hauptverkehrsstraße umgesetzt werden", teilte das Landesamt für Bauen und Verkehr.

Auch Zeuthens Bürgermeister Philipp Martens (Gemeinsam für Zeuthen) begrüßte die Entscheidung. Schon im Vorfeld sagte er: "Wir haben einen klaren Beschluss der Gemeindevertretung aus 2016 - von 20 haben 19 dafür gestimmt, dass ausgebaut wird und Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Die Haltung der Gemeinde ist diesbezüglich sehr klar."

Nach dem Urteil des Gerichts wird jetzt aber nicht sofort gebaut. Es geht wohl frühestens 2027 so richtig los. Es müssen nun die Bauaufträge erst ausgeschrieben und vergeben werden. Die Naturschützer könnten gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 02.07.2026, 19:30 Uhr

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 02.07.2026, Jacqueline Piwon

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