Die Gespräche zwischen USA und Iran sind Teherans letzte Chance, einem US-Angriff zu entgehen. Viele Menschen im Iran wünschten, er käme dennoch.
Die unfassbare Grausamkeit, mit der das Mullah-Regime im Iran die Proteste niederwalzen ließ; die Zigtausenden Toten; die anhaltende Unterdrückung – all diese Qualen im Mullah-Staat werden nicht das vorherrschende Thema sein, wenn sich hochrangige Vertreter der USA und des Iran am Freitag gemeinsam an einen Verhandlungstisch setzen. Dass die Gesandten des Iran dies überhaupt tun, hat nur mit der furchterregenden Armada zu tun, die der US-Präsident auffahren ließ.
Donald Trump könnte es mit einem erneuten Angriff auf den Iran ernst meinen, das haben die religiösen und zivilen Führer in Teheran begriffen. Die gewaltigen, amerikanischen Zerstörungswerkzeuge sind in Position, Trump hat den Finger am Abzug. Und jetzt werde, so lautet die Vorgabe aus Washington, verhandelt, bis ein Deal steht.
Worum geht es den USA? In letzter Konsequenz darum, dem Kriegs- und Unruhestifter Iran die todbringenden Giftzähne zu ziehen. Damit Israel endlich nicht mehr fürchten muss, von seinem Erzfeind angegriffen und vernichtet zu werden. Denn eines ist sicher: Bei einem Staat, der keine Sekunde zögert, seine eigenen Staatsbürger zu Tausenden erschießen zu lassen, muss davon ausgegangen werden, dass er die Atombombe, so er sie denn eines Tages hätte, bedenkenlos nutzen würde, um seinen Gegner auszulöschen.
Gefordert wird vom Iran also: Kein Atomwaffenprogramm mehr, radikale Reduzierung des Raketenarsenals und Stopp der Unterstützung für die Stellvertreterkrieger – wie die Hisbollah im Iran, Huthi im Jemen und viele mehr.
Was die USA hingegen nicht fordern: Einen Regimewechsel, Abtreten der Mullah-Diktatur, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte – also alles, worauf Millionen Menschen im Iran verzweifelt hoffen. In der geschockten Bevölkerung sind immer öfter Aussagen zu hören, dass ihnen alles, wirklich alles recht wäre: ein Angriff der Amerikaner, selbst eine Attacke aus Israel wäre besser als länger in der Mullah-Diktatur zu leben.
Doch US-Präsident Trump wird ihnen diesen Wunsch nicht erfüllen.

Iran: Ayatollah Chamenei
Den Iran aus menschrechtlicher Perspektive zu einem besseren Ort zu machen, zählt niemals zu den Motiven eines möglichen Militärschlages.
Doch dass der Angriff kommt, ist nicht auszuschließen. Donald Trump hat bekanntlich wenig Geduld, und ewig wird der Iran die Verhandlungen nicht in die Länge ziehen können. Auf die Forderungen, die Washington stellt, kann das Mullah-Regime nicht wirklich eingehen. Atomprogramm, Raketen, Stellvertreterkrieger – das waren bisher seine wichtigste Lebensversicherung.
Würden die Mullahs darauf verzichten, könnten sie sich als Machtfaktor gleich selbst abschaffen – aber vielleicht ist das ja auch genau das, was die USA wollen, idealerweise ohne Einsatz ihrer Armada.
kurier.at, ist | 03.02.2026, 18:00
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