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Trotz der Niederlage im Finale der Champions League: Die Füchse Berlin gehören jetzt endgültig zur Weltspitze

Дата публикации: 15-06-2026 07:30:43

Wie im Vorjahr bleibt den Füchsen Berlin nur Platz zwei. Doch man sollte nicht den Fehler machen, die Saison auf die Finalniederlage gegen Barcelona zu reduzieren.

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Zweimal Zweiter? Nein. Die Füchse gehören jetzt endgültig zur Weltspitze! Es ist bitter. Aber man sollte nicht den Fehler machen, die Saison der Berliner auf die Niederlage gegen den FC Barcelona zu reduzieren.

34:37 im Champions-League-Finale. Wieder Silber. Wieder die Enttäuschung in Köln. Wieder diese Bilder von geknickten Berliner Spielern, die wenige Meter neben dem Sieger stehen und zuschauen müssen. Aber wer jetzt nur auf dieses Ergebnis blickt, verpasst das große Ganze. Denn die Füchse haben in dieser Saison etwas geschafft, das deutlich größer ist als ein einzelner Pokal: Sie haben ihren Platz in der Weltspitze endgültig zementiert.

Vor wenigen Jahren war Berlin noch ein Klub mit guten Ideen, großem Potenzial und herausragender Nachwuchsarbeit. Ein Verein, der immer wieder oben anklopfte, aber nicht dauerhaft zu den ganz Großen gezählt wurde. Diese Diskussion ist vorbei.

Wer zweimal in Folge das Finale der Champions League erreicht, gehört nicht zufällig dorthin. Wer gleichzeitig national Titel gewinnt, international konstant liefert und Jahr für Jahr neue Spieler entwickelt, ist keine Überraschung mehr. Er ist angekommen. Und genau das ist die wichtigste Erkenntnis dieser Saison. Dabei hätte diese Spielzeit auch ganz anders verlaufen können.

Die Trennung von Meistertrainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar wenige Wochen nach Saisonbeginn sorgte im September für Unruhe. Viele Fans verstehen die Entscheidungen bis heute nicht vollständig. Der Verein musste sich neu sortieren. Nicolej Krickau übernahm die Aufgaben, die vorher auf vier Schultern verteilt waren.

Füchse und Magdeburg treiben sich an

Und trotzdem funktionierte das Gebilde. Vielleicht sogar besser, als viele erwartet hatten. Der Däne führte die Mannschaft zum DHB-Pokalsieg, zur deutschen Vizemeisterschaft und erneut ins Champions-League-Finale. Im Final Four schafften es die Berliner, den SC Magdeburg erstmals in dieser Saison zu schlagen – ausgerechnet im Halbfinale von Köln.

Auch das ist mehr als nur ein Ergebnis. Denn aus der einstigen Nord-Rivalität zwischen Kiel und Flensburg ist längst etwas Neues entstanden. Die großen Geschichten des deutschen Handballs werden inzwischen von Berlin und Magdeburg geschrieben.

Der SCM hat die Meisterschaft gewonnen. Die Füchse haben den direkten Konkurrenten auf Europas größter Bühne besiegt. Diese Rivalität wird den deutschen Handball noch Jahre prägen. Und sie tut ihm gut. Denn sie zwingt beide Vereine dazu, sich permanent weiterzuentwickeln.

Der Verein funktioniert. Von der Basis bis zur Weltspitze. Andere Klubs kaufen Stars, Berlin produziert sie zusätzlich selbst.

Franziska Staupendahl

Dabei lohnt sich der Blick weiter nach unten – in die Nachwuchsabteilung. Während die Profis um Europas Krone kämpften, stand auch die U 18 der Füchse im Finale der Youth Club Trophy. Die Berliner Nachwuchsspieler liefen am Sonntag ebenfalls in der Kölner Arena auf. Sie verloren gegen die Dänen von GOG (26:32).

Aber auch dort zählt vor allem die Botschaft: Der Verein funktioniert. Von der Basis bis zur Weltspitze. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Andere Klubs kaufen Stars, Berlin produziert sie zusätzlich selbst.

Und genau darin könnte ein großer Wettbewerbsvorteil der kommenden Jahre liegen. Selbst nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Lasse Andersson und Dejan Milosavljev stehen mit Matthes Langhoff und Lasse Ludwig bereits zwei Eigengewächse bereit, die größere Rollen übernehmen können.

Die Füchse sind hungrig

Natürlich tut die Niederlage weh. Natürlich wäre der erste Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte die Krönung gewesen. Aber oft kommt die wichtigste Erkenntnis gerade aus der Enttäuschung.

Die Füchse müssen nichts mehr beweisen. Sie sind inzwischen eine feste Größe im Welthandball. Kapitän Max Darj betonte nach dem Finale, „dass man etwas richtig macht – als Mannschaft, als Verein, als Fans. Jahr um Jahr.“ Treffender lässt sich die Entwicklung kaum beschreiben.

Denn Konstanz ist im Spitzensport deutlich schwerer als der einmalige Erfolg. Und genau diese Konstanz haben die Berliner erreicht. Jetzt beginnt die nächste Herausforderung. Denn die Erwartungen verändern sich: Es geht nicht mehr darum, irgendwann mal nach Köln zu kommen. Es geht darum, regelmäßig dort zu stehen.

Nicolej Krickau brachte es selbst auf den Punkt: Zweimal hintereinander das Finale zu erreichen, sei eine Mega-Leistung. „Wir haben Hunger auf mehr. Und zwei Finale in Folge muss man auch nutzen als noch mehr Diesel für die Zukunft“, findet der Trainer. Und vielleicht ist genau das die gefährlichste Nachricht für die Konkurrenz: Das Team um Welthandballer Mathias Gidsel ist hungrig.

Diese Mannschaft wirkt längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Im Gegenteil. Und wie Lasse Andersson es nach seinem letzten Match für die Füchse treffend formulierte: „Als Füchse-Fan bin ich mir sicher, dass noch andere Final Fours folgen und sie in den nächsten vier, fünf Jahren auch mit einer Medaille dastehen werden.“

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 2. Информативность: 7. Источник: www.tagesspiegel.de.