Ein Brand zerstörte das Schulzentrum, ein Bus ersetzte den Alltag – 216 Tage lang. Jetzt ist die Pendelei vorbei, zum Abschied gab es Süßes. Doch das nächste Provisorium wartet schon: ein Containerdorf auf dem Sportplatz.
Vertreter von Stadt und Rheinbahn, Lehrer und Schüler feierten am Dienstag Abschied vom Pendelverkehr zwischen Ekrath und Benrath.
Foto: RheinbahnErkrath · Ein Brand zerstörte das Schulzentrum, ein Bus ersetzte den Alltag – 216 Tage lang. Jetzt ist die Pendelei vorbei, zum Abschied gab es Süßes. Doch das nächste Provisorium wartet schon: ein Containerdorf auf dem Sportplatz.
Am Ende war die Erleichterung riesengroß: Das schon lange als große Belastung empfundene werktägliche Pendeln per Bus zum Ersatzschulstandort Benrath hat ein Ende, freuten sich am Dienstag Schüler und Lehrer des Gymnasiums und der Realschule Rankestraße. Nach dem Großbrand im Schulzentrum im Mai 2025 hatte die Stadt Düsseldorf sehr schnell ihr verwaistes altes Schlossgymnasium für die durch das Feuer obdachlos gewordenen Erkrather Schüler geöffnet. Doch die Strecke bis dahin musste überbrückt werden. So sind mehr als 6000 Fahrten und 37.000 Kilometer absolviert worden, wie die Rheinbahn jetzt bilanziert.
Für die Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Hochdahl sowie die Fahrerinnen und Fahrer der Rheinbahn war der Dienstag daher kein gewöhnlicher Tag. Nach insgesamt 216 Schultagen endete an diesem Tag der Schulbus-Sonderverkehr zwischen Hochdahl und Düsseldorf-Benrath. Nach dem verheerenden Brand, bei dem nahezu der gesamte Gebäudekomplex zerstört wurde, hatte die Rheinbahn gemeinsam mit den Schulen und den beteiligten Städten kurzfristig einen Pendelverkehr auf die Beine gestellt, der die rund 1200 jungen Fahrgäste zum Ausweichquartier brachte – heute jedoch zum letzten Mal.
Zum Abschied überraschte die Rheinbahn die Kinder und Jugendlichen am Morgen mit frischem Obst, Eis und Süßigkeiten. Zudem verabschiedeten sich die Fahrerinnen und Fahrer mit einem eigens für diesen Tag programmierten Text auf der digitalen Anzeige: „Viel Erfolg für die Zukunft. Wir werden Euch vermissen.“
„Unser Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern nach dem tragischen Vorfall möglichst schnell wieder ein Stück Alltag zurückzugeben“, unterstreicht Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb bei der Rheinbahn. Entscheidend sei das gute Zusammenspiel zwischen den Schulen, den Städten und der Rheinbahn gewesen, das eine schnelle Lösung möglich gemacht habe. Auch Erkraths Schuldezernent Michael Pfleging lobt den Pendelverkehr und die gute Zusammenarbeit: Der enge Austausch zwischen den Schulen, den Städten und der Rheinbahn habe gezeigt, was öffentliche Einrichtungen in kürzester Zeit gemeinsam schaffen könnten. „Unser Dank gilt daher allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, die logistische Herausforderung nach dem Schulbrand zu lösen und diesen zuverlässigen Pendelverkehr zwischen beiden Städten auf die Beine zu stellen“, so Pfleging.
Die Rheinbahn setzte täglich sechs Gelenkbusse ein, die – einschließlich der Shuttlefahrten zum Sportunterricht – insgesamt rund 28 Fahrten absolvierten. Rund 20 Fahrerinnen und Fahrer standen zur Verfügung, um Urlaubs- und Schichtvertretungen sicherzustellen. Auch für die Fahrer dürfte das Ende des Pendelbetriebs eine große Erleichterung bedeuten, denn Schüler hatten immer wieder auch von Störungen durch schubsende, pöbelnde, rücksichtslose Mitschüler berichtet – ein großer Stressfaktor im Pendelalltag. Eltern hatten der Politik zudem von teils drangvoller Enge und schlechter Luft in den Bussen berichtet und um zusätzliche Fahrzeuge gebeten. Doch die Stadt musste bremsen, wegen begrenzter Kapazitäten der Rheinbahn und ohnehin schon hoher Kosten für den Pendelbetrieb, den die Verwaltung aus eigener Tasche zahlen muss.
In den letzten Schultagen bis zu den Sommerferien stehen für die Erkrather Kinder und Jugendlichen Ausflüge und Wandertage und die Vorbereitung auf den Umzug in das eigens errichtete Containerschuldorf auf dem Sportplatz Rankestraße vor, in dem ab Anfang September der Unterricht stattfindet – so lange, bis der Neubau in Hochdahl fertiggestellt ist. Der Abbruch der Brandruinen soll laut Stadt bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der Zutritt zum ehemaligen Schulgelände ist während der gesamten Maßnahme streng untersagt.
Die beiden Sporthallen auf dem Gelände, der Betrieb im Schuldorf auf dem Sportplatz Rankestraße und in der angrenzenden Carl-Fuhlrott-Hauptschule seien von den Abrissarbeiten nicht betroffen, heißt es aus dem Rathaus.
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