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Kehrtwende in Tonga: Illegale deutsche Streamingportale mit .to-Domain gesperrt

Дата публикации: 07-07-2026 12:58:00

Lange fühlten sich illegale Streamingportale mit einer .to-Domain sicher, jetzt wurden zwei beliebte gesperrt. Hintergrund ist wohl eine Anordnung aus Indien.

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Behörden des Königreichs Tonga im Südpazifik haben die Domains der illegalen deutschsprachigen Streamingportale s.to und bs.to gesperrt. Das haben die Verantwortlichen auf einer alternativen Domain publik gemacht. Wer die aus Deutschland bereits seit Jahren gesperrten Internetseiten andernorts zu öffnen versucht, bekommt inzwischen nur noch eine Fehlermeldung angezeigt. Laut einem ausführlichen Artikel bei Torrentfreak dürfte die Sperrung auf eine Gerichtsanordnung des High Court im indischen Neu-Delhi zurückgehen. Technisch möglich wurde die Umsetzung demnach aber erst durch einen Registrarwechsel. Erst der inzwischen zuständige Provider Tucows aus Kanada kann demnach DNS-Einträge aussetzen und Domains deaktivieren, wie das inzwischen der Fall ist.

Verantwortliche waren vorbereitet

Die anonymen Hinterleute der betroffenen Portale weisen unter einer alternativen Domain auf die Sperre hin und erklären, wie die sich umgehen lässt. Schon als s.to vor über fünf Jahren per Websperre von den großen deutschen Providern blockiert wurde, haben sie unter einer gesonderten Domain ohne rechtswidrige Streams nur die aktuellen Domains der eigenen Plattform verlinkt. Die ist weiterhin zugänglich. Dort wird zudem ausführlich erklärt, wie die bisher ziemlich simplen DNS-Sperren umgangen werden können. Die Sperrung der Domain ist nun deutlich schwerwiegender, bislang trifft die aber lediglich die Hauptdomains. Sollten sie auf weitere ausgedehnt werden, würde das einen Kurswechsel in Tonga bestätigen und die Umgehung zumindest erschweren.

Laut den Erklärungen geht die Sperrung der Domains auf eine dynamische Sperrverfügung zurück, die der indische High Court im Dezember verhängt hat. Anders als sonst übliche Anordnungen richten sich diese auch gegen neue illegale Domains, unter denen die sanktionierten Seiten abrufbar sind. Die Verfügung geht demnach auch explizit an die verantwortlichen Registrare, bislang habe sich Tonga aber geweigert, solchen nachzukommen. Das hat sich jetzt geändert und es muss sich zeigen, ob das Königreich diese Linie beibehalten wird. „Langfristig wird es zu erheblichen finanziellen Einbußen für Tonga und seine .to-Domains führen, wenn die nicht mehr als stabil und sicher gelten“, zitiert Torrentfreak die Verantwortlichen für die betroffenen Portale.

Tongas .to-Domain ist bei Torrent- und illegalen Streaming-Websites seit Jahren sehr beliebt, bislang galten die dort als gut geschützt. Die Geschichte der Domain erinnert an solche von anderen Inselstaaten, die jeweils weit darüber hinaus an Verbreitung gewonnen haben. So hat die rasant wachsende Zahl der registrierten .ai-Domains der Karibikinsel Anguilla zuletzt einen immer größeren Geldsegen beschert, der die Finanzierung langfristiger Projekte ermöglicht. Mikronesiens .fm-Domain ist bei Radiosendern und Podcastern sehr beliebt, Tokelau hat sich dagegen mit seiner TLD den Ruf ruiniert, weil .tk oft von Betrügern verwendet wird.

(mho)

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