Toller Hi-Res-Sound, effektives ANC und eine erfreulich lange Feature-Liste: Die In-Ear-Kopfhörer Technics EAH-AZ100 überzeugen im Test.
Toller Hi-Res-Sound, effektives ANC und eine erfreulich lange Feature-Liste: Die In-Ear-Kopfhörer Technics EAH-AZ100 überzeugen im Test.
Schon beim Vorgängermodell EAH-AZ80 zeigte Technics, dass die Marke richtig gute In-Ear-Kopfhörer kann. Entsprechend hoch sind unsere Erwartungen an die EAH-AZ100, die mit überarbeitetem Treiber, verbesserter Geräuschunterdrückung und Dolby Atmos ein deutlich besseres Hörerlebnis versprechen. Auch bei den (Komfort-)Features legt Technics nach. Unser Test verrät, wer sich das neue Flaggschiff genauer anschauen sollte.
Wer das Vorgänger-Design kennt, entdeckt bei den AZ100 kaum Unterschiede. Die In-Ears wie auch das Case fallen nur minimal kompakter aus. Zur Auswahl stehen Schwarz, Silber, Dunkelblau, Champagner-Gold und – ganz neu – Moonlight Lilac. Besonders ins Auge fällt uns die hohe Verarbeitungsqualität. Das Case wirkt griffig und hochwertig, die Mechanik überzeugt mit stabilem Halt. Die durchgezogene Ton-in-Ton-Optik lässt alles dezent und wie aus einem Guss wirken. Auffälligstes Highlight ist der goldene Technics-Schriftzug an der Earbud-Außenseite.
Mit 5,9 g liegen die In-Ears leicht in den Ohren, und mit fünf Silikon-Aufsatzpaaren findet sich schnell eine Kombination, die gut abschirmt und genügend Halt bietet. Für leichten Sport reicht der Sitz aus, für intensiveres Training nicht: Dann rutschen die In-Ears zu gerne aus dem Ohrkanal, was auf Dauer nervt. Die Buds schützt IPX4 vor Spritzwasser, Regen und Schweiß – das Case hingegen nicht.
Technics EAH-AZ100 Bilder
Die Technics EAH-AZ100 setzen auf eine Touch-Steuerung, die man schnell verinnerlicht und über die Begleit-App umfangreich anpasst. Auf Android-Geräten unterstützt Google Fast Pair das Koppeln. Praktisch: Für eine Multipoint-Verbindung mit mehreren Geräten aktiviert man den Kopplungsmodus auch direkt per längerem Druck auf beide Earbuds.
Ein großes Lob verdient die wirklich gelungene App: übersichtlich gestaltet und mit einer breiten Palette an Einstellungen. Besonders gut gefällt uns die Startseite, die sich auf vier individuell anpassbare Shortcuts reduziert. So greift man schnell auf die persönlich am häufigsten genutzten Einstellungen zu. Bei umfangreichen Begleit-Apps haben wir das noch nie so gut gelöst gesehen.
Technics EAH-AZ100 Screenshot
Die Technics EAH-AZ100 verbinden sich über Bluetooth 5.3 und erlauben Multipoint mit bis zu drei Geräten gleichzeitig. An Codecs stehen SBC, AAC, LDAC und LC3 bereit, dazu LE Audio mit Auracast und Dolby Atmos mit Head-Tracking. Alles zusammen aktivieren lässt sich allerdings nicht: So muss man den Hi-Res-Codec LDAC deaktivieren, sobald man die Multipoint-Verbindung auf drei Geräte erhöht oder Dolby Atmos einschaltet. Auch Auracast funktioniert nur mit LE Audio, was wiederum Dolby Atmos und den Sprachassistenten ausschließt. Das klingt komplex, doch die App erklärt alles gut – und diese Einstellungs-Freiheit ist uns lieber, als Features von Haus aus zu beschneiden.
Neben sechs sinnvoll abgestimmten Klang-Presets, einem 8-Band-Equalizer und der obligatorischen ANC-Steuerung hilft die App mit einem überraschend gründlichen Ohrstück-Test, der gleich mehrere Aufsatz-Kombinationen gemeinsam durchprobiert.
Die Akkulaufzeit gibt Technics mit bis zu 7 h am Stück und insgesamt 18 h über das Ladecase an – bei aktiviertem ANC und LDAC-Codec. Ohne ANC sind es jeweils rund eine Stunde mehr. Ohne Hi-Res-Klang steigt die Laufzeit mit ANC auf bis zu 10 beziehungsweise 28 h. Sind die Akkus von Earbuds und Case leer, lädt der USB-C-Anschluss nach 2 ½ h wieder alles voll. Kabelloses Laden unterstützen die AZ100 ebenfalls, dann dauert der Vorgang mit rund 3 ½ h aber deutlich länger. Die Angaben decken sich gut mit unserer Testerfahrung, wobei die lange Feature-Liste einen gewissen Spielraum verlangt.
Technics setzt auf zwei 10 mm große Magnetic-Fluid-Treiber. Das magnetische Flüssigkeitssystem soll Verzerrungen minimieren und präziser klingen – und das gelingt erfreulich gut. Einen so harmonischen und ausgewogenen Sound, der auch bei hoher Lautstärke stabil bleibt, hatten wir bislang selten in den Ohren. Musik macht damit richtig Spaß, vor allem mit aktiviertem LDAC-Codec. Über Dolby Atmos geht die Klangbühne noch einmal deutlich in die Breite, auf Wunsch mit sehr präzisem Head-Tracking – dafür muss man allerdings auf den Hi-Res-Sound verzichten. Uns gefallen beide Varianten sehr gut.
Auch die Sprachqualität überzeugt: Greift bei Telefonaten in lauter Umgebung oder starkem Wind das ANC ein, überträgt so mancher Kopfhörer die eigene Stimme stark editiert und abgeschnitten. Die EAH-AZ100 lösen das mit einem KI-gestützten Chip deutlich homogener. Die Anrufqualität bleibt herausragend angenehm, selbst unter erschwerten Bedingungen und bei langen Gesprächen – ein echtes Highlight!
Im Vergleich zum Vorgänger arbeitet das ANC nun deutlich effektiver und lässt sich adaptiv zuschalten. Bei gut sitzenden Aufsätzen hört man hohe und mittlere Töne ohne laufende Musik zwar noch, doch stark abgedämpft und in die Ferne gerückt. Für die ANC-Spitzenklasse reicht es nicht ganz. Trotzdem: Schon bei geringer Musiklautstärke hat man in der Regel seine Ruhe. Auch der Transparenz-Modus gelingt gut und gibt die Umwelt sehr natürlich mit wenig hörbarem Grundrauschen wieder. Lediglich die eigene Stimme brummt beim Sprechen einen Tick zu stark in die Ohren. Das schaffen andere ANC-In-Ears wie die Huawei Freebuds 7i bereits natürlicher.
Mit einer UVP von 299 Euro siedelt sich der Technics EAH-AZ100 unter den ANC-Kopfhörern klar in der Oberklasse an. Zum Testzeitpunkt kosten die In-Ear-Kopfhörer ja nach Farbvariante ab 289 Euro.
Technics liefert mit seinem aktuellen In-Ear-Flaggschiff ein wirklich rundes Ding ab. Die EAH-AZ100 bieten ein deutliches Upgrade gegenüber dem Vorgänger: Der Sound klingt noch besser, die Feature-Liste fällt länger aus und das ANC arbeitet hörbar effektiver – wenn auch nicht ganz auf Topniveau. Die umfangreiche Begleit-App und die Freiheit bei den vielen Features spielen ebenfalls in einer eigenen Klasse. Meckern lässt sich nur auf hohem Niveau: Für Sport eignen sich die In-Ears nur bedingt, und dem Aware-Modus fehlt noch etwas Feinschliff.
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