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Ab dem 26. August in Düsseldorf: Romeo und Julia als Musical – Klassiker mit Rosenstolz-Sound

Дата публикации: 06-07-2026 12:00:00




Ende August kommt das Rosenstolz-Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ ans Düsseldorfer Capitol-Theater. Die tragischste Liebesgeschichte der Welt als Pop-Musical – geht das überhaupt? Wir haben uns das Stück schon mal angeschaut.



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Ab dem 26. August in Düsseldorf Romeo und Julia als Musical – Klassiker mit Rosenstolz-Sound

Berühmte Szene: Romeo und Julia des Nachts auf dem bzw. am Balkon.

Berühmte Szene: Romeo und Julia des Nachts auf dem bzw. am Balkon.

Foto: ATG Entertainment/sunstroem/sunstroem

Düsseldorf · Ende August kommt das Rosenstolz-Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ ans Düsseldorfer Capitol-Theater. Die tragischste Liebesgeschichte der Welt als Pop-Musical – geht das überhaupt? Wir haben uns das Stück schon mal angeschaut.

Eine leise Hoffnung gab es. Schließlich handelt es sich hier um ein Musical, die Kunstform, die doch wie kaum eine andere geeignet ist, Lebensfreude auszudrücken. Hätte da nicht auch das größte Liebesdrama aller Zeiten einfach mal gut ausgehen können? Hätte sich Tybalt mit Mercutio nicht vertragen können, statt ihn zu töten und dann von Romeo niedergemetzelt zu werden? Oder hätte, wenn das schon nicht geht, dann wenigstens der berühmte Brief mit der Nachricht, Julia schlafe nur und sei nicht wirklich tot, Romeo in seiner Verbannung erreichen können? Man stelle sich das vor: Die beiden fallen sich in die Arme, die Capulets versöhnen sich mit den Montagues, und zum Abschluss feiern alle ein großes Fest. Liebe ist alles.

Wäre das nicht schön? Definitiv. Nur: Es wäre eben nicht „Romeo und Julia“. Ohne Tragik und Tod geht es nicht.

Ein Abend voller Rosenstolz-Ohrwürmer

So betrachtet ist es ein kleines Wunder, was man bei „Romeo und Julia – Liebe ist alles“, dem Musical der Rosenstolz-Komponisten Peter Plate und Ulf Leo Sommer, erlebt: Da wird auf der Bühne gemordet und gestorben und unglücklich geliebt und die frustrierendste Liebesgeschichte erzählt, die sich je jemand ausgedacht hat. Doch wenn man nach etwas weniger als drei Stunden den Saal verlässt, ist man so gar nicht melancholisch gestimmt. Sondern heiter, ausgelassen, mit vielen Ohrwürmern im Ohr, und man tanzschreitet beschwingt in die Nacht.

Wie konnte es dazu kommen? Um das zu erklären, muss man am Anfang anfangen, der in der Musical-Variante allerdings das Ende vorwegnimmt. Grau rieselt es von der Bühnendecke auf das tote Paar, das dort liegt, umstanden von entsetzten Angehörigen, denen in diesem Moment klar wird, was alles schiefgelaufen ist, was sie alles mitverursacht haben durch ihren Hass und was sie hätten verhindern können.

Getanzter Kampf zwischen Capulets und Montagues

Bevor man aber genügend Zeit hat, das alles so richtig deprimierend zu finden, wird zurückgespult, wird man mit Wucht in ein farbenfrohes Wie-alles-begann-Spektakel geworfen: In die Fehde zwischen den Capulets und den Montagues, deren jeweilige Clan-Mitglieder in einem kunstvoll arrangierten Stockkampf aufeinander losgehen. Es ist der Vorgeschmack auf ein tolles Ensemble, für das Jonathan Huor kraftvolle, herausfordernde Gruppen-Choreografien geschaffen hat.

Die Ensemble-Szenen gehören zu den stärksten Momenten der Inszenierung, und das liegt auch daran, dass Andrew D. Edward das Kunststück gelungen ist, das Bühnen- und Kostümdesign perfekt in das Regiekonzept einzufügen. Die Bühnenkleidung ist gleichzeitig modern und zeitgemäß, Reifröcke treffen auf Pumphosen, Korsetts auf Flatterkleidchen – goldenes Zeitalter meets Bridgerton. Das hölzerne Halbrund der Bühne im Stil eines asiatischen Schreins reicht über zwei Etagen, ist mal Kampfplatz, mal Kirche, mal Liebesnest, auf das, wenn sich Romeo und Julia ganz nahekommen, ein Vorhang aus Lichtern senkt, und das ist so schön, dass man aufseufzen möchte.

„Julia ist schon oft nachts über den Balkon abgehauen“

Und wo wir gerade beim Promi-Paar des Stücks sind: In „Liebe ist alles“ ist Romeo kein machohafter Draufgänger, Julia kein nonnenhaft-keusches, weltfremdes Mädchen. „Unsere Julia ist nicht, wie im Original, 13 Jahre alt – das wäre ja fürchterlich – sondern eher 18, 19“, erklären Plate und Sommer im Interview. „Wir haben uns überlegt: Wie fühlt sich das in diesem Alter an, wenn die Hormone völlig durchdrehen?“

In der Musical-Version ist Romeo witzig, Julia wild und, wenn man so will „schon oft nachts über den Balkon abgehauen“, wie Peter Plate es ausdrückt.

Trotz dieser Neuerungen war es Plate und Sommer wichtig, bei den gesprochenen Passagen den Original-Text in der August-Wilhelm-Schlegel-Übersetzung zu verwenden. Das führt beim Theaterabend zu vielen Wiedererkennungsmomenten im Publikum – haben das nicht alle schon mal in der Schule gelesen?

Trotzdem ist es ein bisschen schade, dass die Schönheit des Textes zu großen Teilen dann doch zwischen all dem Tohuwabohu untergeht. Das liegt auch daran, dass das Stück an manchen Stellen zu viel will und etwa mit dem Soloauftritt von Julias Amme weit übers Ziel hinausschießt, zumal ihr Song „Hormone“ über die Mühen der Wechseljahre eher unfreiwillig komisch wirkt.

Tom Neuwirth alias Conchita Wurst als Todesengel

Andere Ideen hingegen funktionieren hervorragend, etwa die hinzugefügte Figur des Todesengels, eine Counter-Tenorrolle, die den drohenden Untergang beschwört. In Düsseldorf wird diese Rolle in sechs Vorstellungen von Tom Neuwirth alias Conchita Wurst übernommen. Queere Elemente, wie die sich zart andeutende Schwärmerei Mercutios zu Romeo, sind mit eleganter Beiläufigkeit in die Handlung eingearbeitet – und musikalisch umgesetzt. Auch sonst passt der Rosenstolz-Sound mit seiner herrlich kitschigen Rotzigkeit zu dieser Neuinterpretation eines Dramas, bei dem Shakespeare selbst, nach allem, was man von ihm als Menschen weiß, sicher seinen Spaß gehabt hätte.

Der titelgebende Top-Hit des Abends, der Rosenstolz-Song „Liebe ist alles“, ist übrigens 20 Jahre alt. „Wir wollten eigentlich ein neues Stück schreiben“, sagt Peter Plate. „Aber dann haben wir gedacht: Der Originalsong passt doch perfekt! Wir müssen kein Wort ändern!“

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Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 2. Информативность: 5. Источник: rp-online.de.