Durch Zufall fand Yvonne Prehn ihren Weg in den Rettungssport. Mittlerweile schwimmt die 20-Jährige für die DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt und wurde im letzten Jahr Europameisterin.
Während andere angespannt auf den Startpfiff warten, macht die 20-Jährige noch Witze, redet mit Freunden, wirkt gelassen. Doch "wenn dann der Startpfiff kommt, bin ich in meiner Zone", sagt Prehn. "Dann geht's los und dann fange ich richtig an, Gas zu geben."
Gas geben kann sie besonders gut, wenn es ins Freiwasser geht. In der Freiwasserdisziplin Surf Race gehört Prehn nämlich zu den stärksten deutschen Rettungsschwimmerinnen. Bei der Europameisterschaft 2025 gewann sie Gold in dieser Disziplin, dazu Bronze in der Rettungsstaffel. Für die Athletin der DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt war es der bisher größte Erfolg.
Yvonne Prehn kommt ursprünglich aus dem klassischen Schwimmen, trainiert seit gut 15 Jahren. Zum Rettungssport kam sie durch Zufall erst später.
"Ich bin vor vier Jahren nach Wiesbaden gezogen und durch sehr gute Freunde in die Szene reingerutscht", erzählt Prehn. Eine Freundin hat ihr Rettungsschwimmen als Sportart gezeigt. Am Anfang war sie skeptisch, weil der Fokus weiter auf dem Schwimmen liegen sollte. Doch aus dem Ausprobieren wurde schnell mehr. "Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, so dass ich es mittlerweile einfach mehr mache als schwimmen."
Der Unterschied: Im Gegensatz zum klassischen Schwimmen ist Rettungsschwimmen variabler. "Man hat so viele technische Aspekte, von denen es abhängt", sagt Prehn. Puppen aufnehmen und übergeben, Flossen anziehen, im Freiwasser orientieren - viele Abläufe müssen unter Druck funktionieren.
Und die Begeisterung an der Sportart zeigt sich auch in den Ergebnissen. 2022 kam Prehn ins Nationalteam und gewann bei der Junioren-WM unter anderem Bronze im 200 Meter Hindernisschwimmen, Silber im Surf Race sowie mehrere Staffelmedaillen. 2025 dann die EM - und direkt der Titel im Surf Race.
Trotz aller Medaillen spricht Prehn über ihren Sport nicht nur in Zeiten und Platzierungen. Was sie am Rettungssport besonders schätzt, ist die Atmosphäre. Auf nationaler Ebene, aber auch international, sei der Umgang anders als im klassischen Schwimmen. "Man hat einfach so viele Freunde", sagt sie. "Man genießt das. Es ist eigentlich schon fast so eine Familie."
Für die nächsten Monate hat sie den Blick nach vorn gerichtet. Ihr großes Ziel ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Die wird im Dezember in Südafrika stattfinden. Prehn hofft, dabei zu sein. Nach EM-Gold im Surf Race wäre es der nächste große Schritt in der jungen Karriere im Rettungssport.
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