KI hält nicht nur als Tool Einzug in die Arbeitswelt, sondern auch immer mehr in Berufsbilder und Jobtitel – sogar bei klassischen Jobs wie Sachbearbeitung.
Künstliche Intelligenz fließt immer mehr in nicht-technische Berufsbilder und Berufsbezeichnungen rein, wie aus einer Analyse des Jobportals Indeed hervorgeht. Demnach hat der deutsche Arbeitsmarkt im ersten Quartal 2026 288 neue Jobtitel verzeichnet, in denen die Implementierung von KI explizit im Fokus der Tätigkeit steht. Deutlich über die Hälfte (59 Prozent) dieser KI-geprägten Berufe in Deutschland sind dabei nicht im Tech-Sektor angesiedelt. Die KI-geprägten Jobtitel machten 4,2 Prozent aller von Indeed erfassten, ausgeschriebenen Berufe aus.
Laut Indeed zeigt sich die Entwicklung inzwischen auch bei klassischen Büro- und Wissensberufen in Sachbearbeitung, Personalwesen oder Kundendienst. Unternehmen suchten etwa gezielt nach „Sachbearbeitern für Digitalisierung mit Schwerpunkt KI“, „HR AI & Automation Managern“ für die Personalabteilung oder „Sales Operations Managern für KI-basierte Vertriebsprozesse“. Auch im Kundenservice („AI Customer Support Manager“), der Rechtsberatung („Rechtsanwalt für KI-Regulatorik“), im Marketing („AI-Driven Content Creator“) oder in der Bildung („Dozenten für KI & Digitale Bildung“) machten die Jobtitel explizit den KI-Fokus deutlich.
„Längst sind es nicht mehr nur Softwareentwickler oder Data Scientists, deren Tätigkeitsprofile durch KI neu definiert werden, sondern zunehmend Sachbearbeiter, HR-Manager und Vertriebler. Ein grundlegendes Verständnis für KI-Anwendungen und deren praktische Nutzung wird zunehmend zur Standardanforderung – und das branchenübergreifend“, erklärte Virginia Sondergeld, Arbeitsmarkt-Ökonomin bei Indeed. In den durch KI neu entstehenden Berufsbildern sei laut Sondergeld aber noch mehr gefordert als nur souveräner Umgang mit gängigen Tools, Arbeitnehmer müssten auch die Anwendungsfälle und Potenziale für Automatisierung identifizieren und weiterentwickeln können.
Den Angaben nach wurden für die Analyse Indeed-Stellenanzeigen von Q1 2022 bis Q1 2026 für die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Spanien herangezogen. Im Ländervergleich führt Deutschland in Europa mit 288 KI-bezogenen Jobtiteln (4,2 Prozent aller Jobtitel), gefolgt von Großbritannien mit 160 (2,7 Prozent), Frankreich mit 138 (3,3 Prozent), den Niederlanden mit 84 (2,2 Prozent) und Spanien mit 81 (2,3 Prozent). Die USA sind bei der absoluten Anzahl der KI-Berufsbezeichnungen mit 822 Vorreiter des Vergleichs.
(axk)
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