Mountainbiker Marion Fromberger und Simon Gegenheimer engagieren sich für Aalens Entwicklung zur modernen Fahrradstadt.
Stand: 16.06.2026, 16:31 Uhr
Von: Alexander Haag

Mountainbiker Marion Fromberger und Simon Gegenheimer engagieren sich für Aalens Entwicklung zur modernen Fahrradstadt.
Aalen. Mittendrin unter den gut 3400 Radsport-Amateuren beim Ostalb-Giro: die beiden Mountainbike-Profis Marion Fromberger und Simon Gegenheimer vom Aalener Racingteam. Während die Weltcupsiegerin dafür ihre Vorbereitung auf den Weltcup in der Türkei verkürzt hat, hat der Weltmeister sogar ganz auf das Rennen verzichtet. Stattdessen ist er beim Radmarathon über die 105-Kilometer-Distanz mitgefahren.
"Wenn Marion und Simon von internationalen Rennen zurückkehren, endet ihre Arbeit nicht mit dem Überqueren der Ziellinie. Während andere Profis an Regeneration denken, investieren die beiden Radsportbotschafter einen erheblichen Teil ihrer Zeit in die Entwicklung der Strukturen deutschlandweit, aber auch der Region als moderne und nachhaltige Fahrrad- und Sportstadt", sagt deren Teamchef Steffen Thum, der den Ostalb-Giro mitveranstaltet hat.
Wie groß dieses Engagement inzwischen geworden ist, hat der Ostalb-Giro gezeigt. Nur 24 Stunden vor dem Start des Weltcups bei Istanbul sprach Marion Fromberger mit Oberbürgermeister Frederick Brütting auf dem Gelände der TSG Hofherrnweiler zu den Radsportlern. Vor dort ist sie direkt zum Flughafen geeilt und in die Türkei geflogen. Ihre beiden Rennmaschinen befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem Teammechaniker in Istanbul. Tags darauf fuhr die 25-Jährige auf den zweiten Platz.
„Wir nehmen diese Strapazen gerne auf uns, denn nur so schaffen wir Großes. Ich möchte meinen Hebel nutzen, für Aalen als Sportstadt, für die Kinder hier in den Schulen, aber auch darüber hinaus. Aalen ist inzwischen ein Vorzeigebeispiel und entwickelt sich auch deutschlandweit immer stärker zu einer anerkannten Cycling-City“, erklärt Fromberger. So gibt es bereits Schulen wie das Theodor-Heuss-Gymnasium, das Radfahren als festen Bestandteil des Sportunterrichts aufgenommen hat.

Gemeinsam mit Simon Gegenheimer engagiert sich die Weltklasse-Mountainbikerin dabei weit über öffentliche Auftritte hinaus. Beide stehen im Austausch mit Vertretern der Stadt, der Forstverwaltung, Vereinen, dem Schulamt und weiteren Akteuren, wenn es um die Weiterentwicklung von Wegen, Trailangeboten und Radinfrastruktur geht, nicht nur innerhalb Aalens, sondern zunehmend auch über die Stadtgrenzen hinaus. "Im Mittelpunkt steht nicht die Schaffung immer extremerer Strecken für eine kleine Gruppe von Leistungssportlern. Vielmehr soll ein Angebot entstehen, das möglichst vielen Menschen einen legalen, sicheren und nachhaltigen Zugang zum Mountainbiken ermöglicht", sagt Steffen Thum.
Simon Gegenheimer sagt: „Wir brauchen nicht halblegale Trails für wenige leistungsorientierte Fahrer, sondern strategisch verteilte legale Angebote, auf denen eine breite Radsport-Community mit Versicherungsschutz Trainings und Ausfahrten durchführen kann.“ Der Weltcupsieger ergänzt: „Ziel sollte nicht sein, das Angebot nur auf technisch versierte Biker auszurichten. Unser Ziel muss sein, möglichst viele Menschen für die Cycling-Community zu begeistern, sie schrittweise an das Thema heranzuführen und einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit Natur, Wald und anderen Nutzergruppen zu fördern.“
Genau diese Denkweise macht Aalen inzwischen zu einem viel beachteten Beispiel innerhalb der deutschen Radsportszene. Die Verbindung aus Spitzensport, Nachwuchsförderung, Breitensport, Tourismus, der Schaffung legaler Angebote sowie einer nachhaltigen Infrastrukturentwicklung gilt als Vorbild dafür, wie sich Sport, Naturschutz, Forstwirtschaft und Kommunen gemeinsam entwickeln können.
Dass zwei der erfolgreichsten Mountainbiker dabei ihre internationale Reichweite, ihre Erfahrung und ihr Netzwerk gezielt für ihre Heimat einsetzen, ist ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung.
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