Das Freibad am Gesundbrunnen in Heilbronn steht zur Disposition: Das Areal ist als möglicher neuer Standort für die Feuerwache angedacht, was bei vielen Bürgern schlecht ankommt.
Stand: 10.07.2026, 12:05 Uhr
Von: Adrian Kilb

Das Freibad am Gesundbrunnen in Heilbronn steht zur Disposition: Das Areal ist als möglicher neuer Standort für die Feuerwache angedacht, was bei vielen Bürgern schlecht ankommt.
Bei den Schwimmbädern in Heilbronn kommt einiges ins Rollen. Die Kätchenstadt plant ein neues Freizeitbad, welches das Freibad Neckarhalde in der Südstadt erweitern soll. Die neue benötigte Feuerwache ist wiederum für das große Areal am Freibad Gesundbrunnen vorgesehen. Bei den Bürgern im viertgrößten Stadtteil Neckargartach sorgen die Pläne der Stadtverwaltung für Unmut.
Die Stadt Heilbronn argumentiert mit enorm zurückgehenden Besucherzahlen. In den 1990er-Jahren strömten noch über eine Million Menschen in die städtischen Bäder, im Jahr 2025 waren es insgesamt nur noch 466.000 Personen gewesen.
„Uns nehmen sie das Freibad weg, dafür bekommen wir die Feuerwehr, die fünfmal am Tag ausrückt“, sagt Stadtrat Herbert Burkhardt der Heilbronner Stimme. Er möchte sich dem Vorschlag verweigern, einen eigenen Antrag einbringen und kündigt „eine heftige Auseinandersetzung“ an.
Erst kürzlich seien Wohnungen in einem Neubaugebiet entstanden, für deren Anwohner die Nähe zum Freibad eine Rolle gespielt haben dürfte. Bei dem jetzigen Vorgehen hat die Stadtverwaltung die Bürger nicht ausreichend einbezogen und intransparent bei der Darstellung der angeblich hohen Kosten gehandelt.
Dass der Standort Neckarhalde den Zuschlag für ein neues Freibad bekommen soll, sei im Hinblick auf die schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr unverständlich, so der Bezirksbeirat gegenüber der Heilbronner Stimme.
In den sozialen Medien äußern die Bürger ihren Frust. „In einem Einzugsgebiet mit 35.000 Menschen eine kühlende Oase mit jahrzehntalten Baumbestand zu versiegeln, kann wohl nicht ernst gemeint sein“, schreibt ein User unter einen Facebook-Beitrag der Heilbronner Stimme. Die zurückgegangenen Besucherzahlen hingen mit seit 2020 eingeschränkten Öffnungszeiten außerhalb der Sommerferien zusammen.
Generell beklagen sich die Menschen, dass immer mehr „dichtgemacht“ werde. Ein Nutzer fragt sich, wie das mit dem Hitzeschutzplan von Heilbronn und dem Titel „grüne Hauptstadt Europa 2027“ zusammenpasse. Entschieden ist noch nichts, aber der Stadt steht wohl noch eine längere Auseinandersetzung mit einem Teil ihrer Bürger bevor, beabsichtigt sie, an ihren Plänen festzuhalten.