Ein winziger Zugvogel zeigt den Zustand unserer Küsten an. Eine neue GPS-Studie dokumentiert seine spektakuläre Route zwischen Spanien und Westafrika – doch in dramatischer Gefahr ist er an den Stränden, wo wir Urlaub machen.
Eine neue GPS-Studie zeigt erstmals die spektakuläre Reise des Seeregenpfeifers zwischen Spanien und Westafrika. Doch die größte Bedrohung für den kleinen Zugvogel liegt nicht auf seiner 2.500 Kilometer langen Route – sondern an den Stränden, an denen wir unseren Sommer verbringen.

Wer den Frühsommer am Strand südlich von Barcelona genießt, kann mit etwas Glück einen kleinen Zugvogel beobachten, der hier brütet: der Corriol Camanegre heißt auf Deutsch Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus). Kaum größer als eine Handfläche, legt der Vogel seine Eier hier direkt in flache Sandmulden.
Im Januar dokumentierte eine Studie zum ersten Mal die vollständige Migrationsroute eines in Spanien brütenden Seeregenpfeifers mit GPS. Sie zeigt: Zwischen seinem Brutgebiet bei Cádiz im Südwesten Spaniens und dem Überwinterungsgebiet in Mauretanien in Nordwestafrika legt der winzige Vogel rund 2.500 Kilometer zurück – und das innerhalb von sieben Tagen, zweimal im Jahr.
Auch wenn das untersuchte individuelle Tier nicht auf das Verhalten der gesamten Population übertragen werden kann, so liefert sie dennoch erstmals belastbare Daten für eine Art, über die man bislang nur sehr wenig wusste: Offenbar können Seeregenpfeifer deutlich weitere Wanderungen unternehmen als bisher angenommen. Dabei überquert der Vogel das Meer, die Wüste und mehrere Länder. Doch die größte Gefahr wartet nicht in der Sahara, sondern an seinem Brutplatz – zwischen Sonnenschirmen, Hunden, Strandreinigungsmaschinen und Sportveranstaltungen.

Einer, der sich den Schutz des Seeregenpfeifers auf die Fahnen geschrieben hat, ist Xavier Elizondo. Ich bin mit ihm an der Promenade von Vilanova i la Geltrú, am Strand von Ribes Roges verabredet. Elizondo ist Ingenieur, Berufsschullehrer und Umweltaktivist. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete er La Foixarda, einen Verein zum Schutz der Artenvielfalt in Vilanova.

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