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Lehrer stellen sich hinter Wutrede: „Sie hat recht”

Дата публикации: 12-07-2026 10:13:00

An einem Gymnasium in Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) fällt jeder dritte Schüler durch die Abitur-Prüfungen. Die Festrednerin hält deshalb auf der Abschlussfeier eine Wutrede gegen die ganze Schule.

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An einem Gymnasium in Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) fällt jeder dritte Schüler durch die Abitur-Prüfungen. Die Festrednerin hält deshalb auf der Abschlussfeier eine Wutrede gegen die ganze Schule.

Der „Nordkurier“ berichtet zuerst über den Fall. Ein Video davon kursiert in den sozialen Medien. Er ereignet sich demnach bei der offiziellen Abschlussveranstaltung des aktuellen Abitur-Jahrgangs. 52 Schüler, 17 fallen durch, einer wird gar nicht erst zugelassen. Eine Durchfallquote von rund 34 Prozent. Der Landesdurchschnitt liegt laut „Nordkurier“ bei 7 Prozent. Die Festrednerin, die selber laut eigener Aussage zu den Durchfallern gehört, rechnet deshalb scharf mit der Schule und den Lehrern ab.

Schülerin übt heftige Kritik an Schule und Lehrern wegen Abi-Prüfungen

„Sind wir wirklich alle zu blöd gewesen? Haben wir nicht gelernt?“, wirft die Schülerin als Einstiegsfrage in den Raum. Und übt dann heftige Kritik. Sie äußert diese in Form von Fragen. „Ist es hier wichtig, dass Schüler stolz auf sich sind oder doch eher, dass Lehrer ihre Traumata an den Schülern auslassen, anstatt in Therapie zu gehen?“

Und mit jeder Frage wird die Botschaft deutlicher: „Wie kann es sein, dass so viele Lehrer seit 20 Jahren die gleichen Arbeitsblätter austeilen und exakt die gleichen Unterrichtsinhalte vermitteln, obwohl sich die Prüfungen und Erwartungshorizonte jährlich verändern?“

Auch auf die Prüfungen an sich geht die junge Frau ein: „Wie kann es sein, dass sich persönliche Probleme zwischen Lehrern und Schülern erst auf die Mitarbeitsnoten und letztendlich vermutlich sogar auf die Noten in den mündlichen Prüfungen auswirken?“

Gemischte Reaktionen auf Generalabrechnung von Schülerin

Die Reaktionen im Publikum sind eindeutig. Es wird immer wieder laut geklatscht und gejohlt. Mit jeder Frage werden Kritik und Anschuldigungen an Schule und Lehrer heftiger:

„Ich habe ja vollstes Verständnis für den Personalmangel und es ist echt schwierig gute Lehrer zu finden. Aber wie kann es sein, dass völlig inkompetente Lehrer eingestellt werden, die dazu noch offensichtlich pädophile Aussagen tätigen und niemand tut etwas dagegen?“ Auch dafür: Großer Applaus.

Dann zählt sie die Lehrer auf, die aus ihrer Sicht gute Arbeit leisten würden und Interesse daran hätten, die Schüler weiterzuentwickeln. Am Ende schließt sie noch mit einer Botschaft an alle, „die uns das schlechte Abschneiden gönnen“. Sie wird deutlich: „Fickt euch“.

Laut „Nordkurier“ sind die Reaktionen auf die Generalabrechnung in internen Chats gemischt, einige loben den Mut der Schülerin, andere kritisieren die Art und Weise.

Schulamt bestätigt nicht bestandene Prüfungen

Auf eine Anfrage der „Bild“-Zeitung soll das Schulamt Schwerin eine „erhöhte Zahl nicht bestandener Abiturprüfungen“ bestätigt haben. Die Ursachen würden derzeit untersucht.

Das Schulamt soll zudem geäußert haben, dass die Beschimpfungen und Verunglimpfungen der Schülerin in ihrer Rede „dem Umstand [geschuldet] waren, dass sie die Abiturprüfung nicht bestanden hat.„ Ein anderer Schüler habe seine Mitschüler und Lehrer „umfassend gewürdigt“.  Auch den Vorwurf der Lehrerwechsel weist das Amt zurück. In der Qualifikationsphase hätte kein Wechsel stattgefunden.

Ex-Schulleiterin aus Niedersachsen steht hinter der Schülerin

Die Schülerin erntet auch viel Zuspruch. Etwa von der ehemaligen Schulleiterin Silke Müller aus Niedersachsen. Die sagt: Die Schülerin „hat recht“. Sie bezeichnete das aktuelle Bildungssystem gegenüber der „Bild“ als „Ruinenverwaltung“. Zu viele Lehrer würden sich innerhalb des Systems „nicht bewegen“ und keine neuen Lernmethoden umsetzen. Der Wutausbruch der Schülerin sei mutig gewesen. Zudem fügte die Pädagogin hinzu, dass etwas nicht stimme, wenn ein Drittel der Schüler das Abitur nicht schafft. Auch Ex-Schulleiter Gert Mengel steht hinter der Schülerin. Er betonte gegenüber der „Bild“, dass es auch andere erfolgreiche Wege abseits des Abiturs gibt.

Sind die Anforderungen für das Abitur heute zu niedrig?

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