Vor einem Monat krachte eine Boeing von Lufthansa am Flughafen Frankfurt mit der Nase auf das Vorfeld. Nun zeigt der erste Untersuchungsbericht, welcher Fehler den Beteiligten unterlaufen ist.
Vor einem Monat krachte eine Boeing von Lufthansa am Flughafen Frankfurt mit der Nase auf das Vorfeld. Nun zeigt der erste Untersuchungsbericht, welcher Fehler den Beteiligten unterlaufen ist.
Ein Monat nach dem spektakulären Bugfahrwerk-Unfall am Frankfurter Flughafen liefert die BFU erste Antworten: Der Sicherungsstift, der das Fahrwerk hätte blockieren sollen, war gar nicht erst eingesetzt, sondern lag in einer Kiste.
Vor gut einem Monat fiel am Flughafen Frankfurt ein Dreamliner von Lufthansa auf die Nase. Die Boeing 787-9 mit der Kennung D-ABPQ wurde an Gate A15 gerade für den kommenden Flug nach Los Angeles vorbereitet, als das Bugfahrwerk gegen 12.45 Uhr plötzlich eingefahren wurde. Das rund 180 Tonnen schwere Flugzeug sackte deshalb fast zwei Meter nach unten und krachte aufs Vorfeld.
Doch beim Lufthansa-Dreamliner war dieser Sicherungsstift nicht in das falsche Loch, sondern gar nicht gesetzt worden, wie es im Bericht heißt. Laut der deutschen Untersuchungsbehörde waren zum Zeitpunkt des Unfalls insgesamt 28 Personen im Dreamliner von Lufthansa. 13 Besatzungsmitglieder sowie 13 Mitarbeitende der Bodenabfertigung und zwei Technikfachleute.
Die beiden Techniker sind gerufen worden, um aufgetretene Probleme mit der Steuerung der Hauptfahrwerksklappen der Boeing 787 von Lufthansa zu lösen. „Aus Zeitmangel“ konnte das Problem nicht vorab von Elektrikern behoben werden. In dem Zwischenbericht heißt es, dass beide Techniker über alle nötigen Zertifikate verfügen und es der zweite Tag ihrer um 6:00 Uhr beginnenden Frühschicht war.
Zum Zeitpunkt des Unfalls saßen sie im Cockpit des Dreamliners. Der eine war „mit dem Vorlesen der Anweisungen im Wartungshandbuch“ beschäftigt, während der andere „mit der Umsetzung der Anweisungen“ betraut war. Zum Prozedere gehörte es laut Bericht, dass „der Fahrwerkshebel auf UP gesetzt werden“ sollte.
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Was die Techniker auch taten. „Unmittelbar nach der Betätigung des Fahrwerkshebels gegen etwa 12:45 Ortszeit fuhr das Bugfahrwerk ein und das Luftfahrzeug schlug mit dem vorderen Rumpf auf dem Boden auf“, heißt es im Zwischenbericht der BFU weiter. „Die Cockpittür schlug durch den Aufprall zu. Gleichzeitig fiel die Stromversorgung aus und die Beleuchtung im Flugzeug erlosch.“
Der Zwischenbericht verweist darauf, dass den Technikern zur Fehleranalyse das Fault Isolation Manual, also das Wartungshandbuch von Boeing, auf einem Tablet zur Verfügung stand. Darin heißt es, dass vor dem Betätigen des Fahrwerkshebels die Verriegelungs-Stifte für das Fahrwerk (Englisch: Landing Gear Downlock Pins) eingesetzt werden müssen, wenn diese noch nicht installiert sind. Das richtige Einsetzen des Verriegelungsstiftes am Bugfahrwerk wird im Handbuch illustriert.
Doch laut dem BFU-Bericht steckte der Verriegelungsstift für das Bugfahrwerk der Boeing 787-9 mit der Kennung D-ABPQ nicht in der dafür vorgesehenen Bohrung. Er befand sich überhaupt nicht im Bereich des Bugfahrwerks, sondern wurde stattdessen in der dafür vorgesehenen Aufbewahrungskiste im Avionikabteil unterhalb des Cockpits gefunden. Der Stift war „mit einer roten Fahne“ markiert.
Anders als kurz nach dem Unfall kommuniziert, gab es zwei Schwerverletzte. Insgesamt waren 34 Personen direkt betroffen; neben den 28 Personen im Flugzeug auch sechs außerhalb. 21 von ihnen wurden laut BFU-Bericht leicht verletzt.
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Der Dreamliner von Lufthansa gilt gemäß BFU als „schwer beschädigt“. Im Zwischenbericht heißt es, das nach dem Einfahren des Bugfahrwerks die Rumpfnase und beide Triebwerksverkleidungen auf dem Betonboden aufschlugen, wobei Rumpf und Bugfahrwerkskasten schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch im Bereich der vorderen Frachttür gibt es deutliche Schäden. Der Türmechanismus ist verbogen.
Die Untersuchung des Unfalls des Lufthansa-Dreamliners ist mit dem Zwischenbericht noch nicht abgeschlossen. Die BFU kündigt an, weitere Fakten zu den Bereichen Mensch und Technik sowie zu organisatorischen Einflussfaktoren zu ermitteln. Erst im Schlussbericht werden alle diese Fakten analysiert und Schlussfolgerungen gezogen.
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