Archäologen haben in Mittelägypten zwei rund 5000 Jahre alte Gräber freigelegt, die neue Hinweise auf die Entwicklung der ägyptischen Grabarchitektur liefern könnten. Nach Einschätzung der Forscher zeigen die Funde Bautechniken, die möglicherweise den Weg zu den späteren Pyramiden ebneten.
Archäologen haben in Mittelägypten zwei rund 5000 Jahre alte Gräber freigelegt, die neue Hinweise auf die Entwicklung der ägyptischen Grabarchitektur liefern könnten. Nach Einschätzung der Forscher zeigen die Funde Bautechniken, die möglicherweise den Weg zu den späteren Pyramiden ebneten.
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Im Gebiet Jabal al-Tayr in Mittelägypten, südlich von Kairo, haben Archäologen zwei Gräber aus der frühdynastischen Zeit freigelegt. Besonders ein Grab sorgt für Aufmerksamkeit: Seine Wände wurden so gebaut, dass sie an der Basis breiter sind und sich nach oben verjüngen, berichtet die dänische Geschichtszeitschrift „Historie”.
Nach Angaben der ägyptischen Antikenbehörde könnte diese Bauweise eine frühe Entwicklungsstufe darstellen, aus der sich später die Stufenpyramiden und schließlich die klassischen Pyramiden entwickelten. Erste Untersuchungen zeigen zudem Ähnlichkeiten mit dem Grab des Pharaos Den in Abydos.
Obwohl eines der Gräber in späteren Epochen teilweise abgetragen wurde, fanden die Archäologen Spuren präziser Steinbearbeitung sowie Reste großer Holzbalken, die offenbar zur Stabilisierung der Konstruktion dienten. Das zweite Grab ist deutlich besser erhalten und liefert weitere Informationen über die Bauweise dieser frühen Grabanlagen, berichtet „Historie”.
Die Ausgrabungen zeigen außerdem, dass das Gebiet über mehrere Jahrtausende als Begräbnisstätte genutzt wurde. Neben den frühdynastischen Gräbern entdeckten die Forscher auch ältere Bestattungen aus der Zeit vor den ersten Pharaonen, bei denen die Verstorbenen in Embryonalstellung und in Pflanzenmatten eingewickelt beigesetzt wurden.
Laut „Historie” sollen weitere Ausgrabungen nun klären, welche Rolle diese frühen Grabbauten bei der Entwicklung der späteren Pyramiden spielten.
Die jetzt vorgestellten Gräber sind Teil einer Reihe aktueller archäologischer Entdeckungen in Ägypten. In den vergangenen Wochen wurden an mehreren Fundorten Überreste aus ganz unterschiedlichen Epochen freigelegt: von der Zeit der frühen Pharaonen über das Alte Reich und die Spätzeit bis hin zur byzantinischen und osmanischen Zeit berichtet die Plattform „Herder”.
Zu den jüngsten Funden zählen unter anderem die Überreste einer Lehmziegelstadt aus dem 18. Jahrhundert im Gouvernement Qena, ein koptischer Friedhof mit byzantinischen Bestattungen sowie Tempelreste des Pharaos Apries in der antiken Stadt Memphis. Die Ausgrabungen liefern neue Erkenntnisse über das Alltagsleben, religiöse Traditionen und die Entwicklung der Siedlungs- und Baugeschichte entlang des Nils. Laut „Herder” erhoffen Experten sich dadurch ein besseres Verständnis der verschiedenen Epochen der ägyptischen Geschichte.