Kinder sollen besser vor den Risiken sozialer Netzwerke geschützt werden. Ein Expertenbericht für die EU-Kommission empfiehlt deshalb strengere Vorgaben für TikTok, Instagram und Co. – ein komplettes Verbot ist aber nicht geplant.
Experten lehnen ein totales Social-Media-Verbot für Kinder ab.
Foto: Boris Hamer/COMPUTER BILD
Kinder sollen besser vor den Risiken sozialer Netzwerke geschützt werden. Ein Expertenbericht für die EU-Kommission empfiehlt deshalb strengere Vorgaben für TikTok, Instagram und Co. – ein komplettes Verbot ist aber nicht geplant.
Kinder unter 13 Jahren sollten nach Ansicht von Experten der EU-Kommission soziale Netzwerke nicht uneingeschränkt nutzen dürfen. Stattdessen empfehlen die Fachleute einen schrittweisen Einstieg: Social Media und andere potenziell schädliche Online-Dienste sollen bis zum 13. Lebensjahr nur unter Aufsicht der Eltern oder im schulischen Umfeld und zeitlich begrenzt genutzt werden. Ein generelles Verbot lehnen die Experten ausdrücklich ab. Für Kinder bis zwei Jahre raten sie allerdings vollständig von entsprechenden digitalen Angeboten ab. Gleichzeitig könnten einzelne EU-Staaten auch höhere Altersgrenzen festlegen – etwa 15 Jahre, wie es Frankreich plant.
Ab 13 Jahren sollen Jugendliche soziale Netzwerke grundsätzlich selbstständig nutzen können. Voraussetzung sind jedoch wirksame Sicherheitsmaßnahmen, die standardmäßig aktiviert sind. Nach Ansicht der Experten sollten künftig die Plattformbetreiber nachweisen müssen, dass ihre Dienste keine erheblichen Risiken für Kinder und Jugendliche darstellen. Kritisch sehen sie unter anderem Funktionen wie das endlose Scrollen, die ein Suchtverhalten begünstigen können. Die häufig bereits geltende Altersgrenze von 13 Jahren in den Nutzungsbedingungen vieler Plattformen müsse zudem konsequenter durchgesetzt werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte auf Grundlage des Berichts einen Gesetzesvorschlag nach der Sommerpause an. Ziel seien altersgerechte Regeln für soziale Netzwerke. Technisch könnte dabei künftig die europäische Digital-Brieftasche EUDI-Wallet helfen, die Anfang 2027 auch in Deutschland starten soll. Sie soll es ermöglichen, das erforderliche Mindestalter nachzuweisen, ohne persönliche Daten wie Name oder Geburtsdatum an die Plattformen weiterzugeben. Zwar könnte Deutschland grundsätzlich eigene Altersgrenzen festlegen, verpflichtende Alterskontrollen für internationale Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat kann jedoch nur die EU regeln. (Mit Material der dpa.)
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