Papier oder Tablet? Das reMarkable Paper Pure will die Vorteile beider Welten verbinden. Im Praxis-Test zeigt das digitale Notizbuch, warum das Schreiben darauf so natürlich wirkt – offenbart aber auch einige Schwächen.
Nettes Gadget oder sinnvoller Alltagsbegleiter? COMPUTER BILD hat das E-Ink-Tablet reMarkable Paper Pure in einem Praxis-Test genau unter die Lupe genommen.
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Papier oder Tablet? Das reMarkable Paper Pure will die Vorteile beider Welten verbinden. Im Praxis-Test zeigt das digitale Notizbuch, warum das Schreiben darauf so natürlich wirkt – offenbart aber auch einige Schwächen.
Das reMarkable Paper Pure geht bewusst einen anderen Weg als klassische Tablets – und genau das ist seine größte Stärke. Das hervorragende Schreibgefühl, das kontrastreiche E-Ink-Display und die durchdachte Software machen das leichte Gerät zu einer klaren Empfehlung für alle, die ein digitales Notizbuch suchen. Punktabzug gibt es für die fehlende Frontbeleuchtung und die im Vergleich zu aktuellen E-Book-Readern etwas geringere Leseschärfe. Auch die fehlende Unterstützung von DRM-geschützten EPUB-Dateien sowie die nur gegen Aufpreis verfügbare Radierfunktion des Marker Plus verhindern eine noch bessere Einschätzung. Wer aber vor allem schreiben statt konsumieren möchte, findet im reMarkable Paper Pure einen überzeugenden Begleiter.
Pro
Kontra
Papier und Stift sind als Schreibwerkzeuge nach wie vor kaum zu schlagen. Notizen entstehen schnell, Skizzen gelingen intuitiv, Gedanken lassen sich ohne Ablenkung festhalten.
Tabletsschaffen zwar Ordnung, lenken mit Apps oder Benachrichtigungen aber häufig vom eigentlichen Arbeiten ab. Hier setzt das reMarkable Paper Pure an. Statt möglichst viele Funktionen zu bieten, konzentriert sich das E-Ink-Gerät auf das Schreiben, Lesen und Organisieren von Dokumenten. Ob das Konzept überzeugt, zeigt der Praxis-Test.
Braucht es dafür überhaupt ein spezielles E-Ink-Gerät? Schließlich lassen sich auch auf einem
iPadoder
Android-Tabletmit einem Eingabestift Notizen anfertigen. Der Unterschied zeigt sich jedoch schon nach wenigen Minuten.
Das 10,3 Zoll große E-Ink-Carta-Display bietet eine Auflösung von 1.872x1.404 Pixeln und eine Pixeldichte von 226 ppi (pixels per inch). Anders als LCD- oder OLED-Displays nutzt E-Paper das einfallende Umgebungslicht zur Darstellung. Dadurch ähnelt die Anzeige in ihrer Wirkung eher bedrucktem Papier. Das schont die Augen, spart Energie und sorgt für einen hohen Kontrast. Selbst im Freien bleibt das Display gut ablesbar.

Das matte E-Ink-Carta-Display spielt seine Stärken vor allem bei Tageslicht aus. Selbst im Freien bleiben Notizen und Dokumente kontrastreich und gut lesbar.
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Seine größte Stärke ist jedoch das Schreibgefühl. Die leicht strukturierte Glasoberfläche bietet genau den richtigen Widerstand, sodass sich der Stift erstaunlich papierähnlich anfühlt. Zusammen mit der nahezu verzögerungsfreien Eingabe wirkt das Schreibgefühl überraschend natürlich.
Für handschriftliche Notizen reicht die Auflösung völlig aus. Beim Lesen längerer PDF-Dokumente oder E-Books wirkt kleinere Schrift allerdings nicht ganz so fein wie auf modernen E-Readern mit 300 ppi. Ein größeres Manko ist die fehlende Frontbeleuchtung. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist deshalb eine zusätzliche Lichtquelle erforderlich. Viel wichtiger ist jedoch: Wie schlägt sich das digitale Notizbuch in der Praxis?

Abends auf dem Sofa wird die fehlende Frontbeleuchtung schnell zum Nachteil. Ohne zusätzliche Lichtquelle bleibt das Display zu dunkel.
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Die Einrichtung gelingt einfach und ist in wenigen Minuten erledigt. Nach dem ersten Einschalten begleitet Sie ein Einrichtungsassistent durch die weiteren Schritte. Das Linux-basierte Betriebssystem reMarkable OS verzichtet auf einen App Store und stellt stattdessen Notizen und Dokumente in den Mittelpunkt. Zahlreiche Vorlagen – von linierten und karierten Seiten über Punktraster bis hin zu Wochenplanern – erleichtern den Einstieg. PDFs lassen sich direkt kommentieren und mit handschriftlichen Anmerkungen versehen.

Für nahezu jeden Einsatzzweck bietet das reMarkable Paper Pure die passende Vorlage – von linierten und karierten Seiten über Wochenplaner bis hin zu Storyboards.
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Für Notizen stehen Stiftwerkzeuge wie Bleistift, Kugelschreiber, Füller, Marker und Kalligrafiestift zur Auswahl. Je nach Werkzeug lassen sich Strichstärken anpassen. Im Test überzeugten vor allem Bleistift und Kugelschreiber, während sich der Kalligrafiestift eher für Überschriften oder Skizzen eignet.
Kurios: Obwohl das Paper Pure nur ein Schwarz-Weiß-Display hat, lassen sich verschiedene Farben auswählen. Auf dem Gerät erscheinen sie lediglich als Graustufen. Erst nach dem Export oder beim Öffnen der Notizen auf einem Computer oder Smartphone werden die tatsächlich gewählten Farben sichtbar.

Neben verschiedenen Stiftwerkzeugen stehen auch Farben zur Auswahl. Das Paper Pure zeigt sie nur in Graustufen an, speichert sie für die spätere Darstellung auf Smartphone, Tablet oder PC jedoch farbig.
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Die Bedienoberfläche des Paper Pure wirkt insgesamt aufgeräumt. Notizbücher lassen sich schnell anlegen und Dokumente übersichtlich organisieren. Auch das Arbeitstempo passt. Im Innern arbeitet ein Dual-Core-Prozessor vom Typ Cortex-A55 mit bis zu 1,7 Gigahertz Taktfrequenz. Zusammen mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt er für flüssige Menüs, kurze Ladezeiten und eine insgesamt reaktionsschnelle Bedienung. Dass Seitenwechsel etwas träger wirken als auf einem Tablet, ist der E-Ink-Technik geschuldet und fällt nach kurzer Eingewöhnung kaum noch auf.
Einen guten Eindruck hinterließ außerdem die Handschrifterkennung. Selbst nicht gänzlich sauber geschriebene Notizen wandelte das Paper Pure meist nahezu fehlerfrei in digitalen Text um. Mit Bleistift und Kugelschreiber funktionierte das zuverlässiger als mit dem Kalligrafiestift. Eine "Ärzteschrift" sollte man trotzdem tunlichst vermeiden. Praktisch: Wird der Marker nicht benötigt, haftet er magnetisch an der Geräteseite.

Aus Handschrift wird Text: Die Texterkennung arbeitet meist zuverlässig, hängt aber auch vom Schriftbild und dem verwendeten Stiftwerkzeug ab.
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Schwachpunkt ist allerdings, dass das Gerät EPUB-Dateien nur ohne Kopierschutz unterstützt. DRM-geschützte E-Books bleiben außen vor. Einige Cloud-Funktionen und -Dienste wie Google Kalender und Outlook für Microsoft 365 stehen zudem ausschließlich Nutzern des kostenpflichtigen Connect-Abonnements (3,99 Euro pro Monat) zur Verfügung. Dropbox, Google Drive und OneDrive lassen sich aber auch ohne Connect-Abo einbinden – jedoch nur ein Dienst gleichzeitig.
Das reMarkable Paper Pure soll kein Tablet sein, das zeigt sich auch bei der Ausstattung. Browser, Streaming-Dienste oder einen App Store sucht man vergeblich. Stattdessen konzentriert sich das Gerät vollständig auf produktives Arbeiten. Der interne Speicher fasst 32 Gigabyte und bietet reichlich Platz für Notizen und PDF-Dokumente.
Trotz des 10,3 Zoll großen Displays bleibt das Gehäuse angenehm kompakt. Mit 23x19 Zentimetern, einer Bauhöhe von nur 6 Millimetern und einem Gewicht von rund 360 Gramm passt das Paper Pure problemlos in nahezu jede Tasche. Die strukturierte Glasoberfläche fühlt sich hochwertig an und trägt wesentlich zum natürlichen Schreibgefühl bei. Trotz Kunststoffrückseite wirkt das Gehäuse stabil und verwindungssteif.

Trotz des 10,3-Zoll-Displays ist das reMarkable Paper Pure nur 6 Millimeter dünn und bringt gerade einmal 360 Gramm auf die Waage.
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Nicht getestet haben wir die Akkulaufzeit. Laut Hersteller soll das Paper Pure bei normaler Nutzung (also etwa eine Stunde pro Tag) bis zu drei Wochen durchhalten – dank der sparsamen E-Ink-Technik kein unrealistischer Wert. Geladen wird über USB-C-Anschluss, die Synchronisierung erfolgt drahtlos per WLAN.
Ein Standard-Marker gehört zum Lieferumfang. Die praktische Radierfunktion bleibt dagegen ausschließlich dem deutlich teureren Marker Plus (Preis: 139 Euro) vorbehalten. Beim Standard-Stift muss zunächst das Radierwerkzeug ausgewählt werden, während sich mit dem Marker Plus durch einfaches Umdrehen des Stifts löschen lässt. Auch Schutzhüllen bietet reMarkable nur gegen Aufpreis an. Wer den besseren Stift haben will, greift am besten gleich zum Paper Pure Bundle – das kostet 469 Euro (Stand: Juli 2026) und beinhaltet neben Gerät und Marker Plus zusätzlich eine Schutzhülle.

Wer keine Kompromisse eingehen will, greift zum Paper Pure Bundle mit digitalem Notizbuch, Marker Plus, Schutzhülle sowie Ersatzspitzen für den Stift. In der Standardausführung fehlen Hülle und Ersatzstifte, Sie bekommen nur den Standard-Marker ohne Radierfunktion.
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Das reMarkable Paper Pure geht bewusst einen anderen Weg als übliche Tablets – und genau das ist seine größte Stärke. Das hervorragende Schreibgefühl, das kontrastreiche E-Ink-Display und die durchdachte Software machen das leichte Gerät zu einer klaren Empfehlung für alle, die ein digitales Notizbuch suchen.
reMarkable
469,00 EUR
Punktabzug gibt es für die fehlende Frontbeleuchtung und die im Vergleich zu aktuellen E-Book-Readern etwas geringere Leseschärfe. Auch die fehlende Unterstützung von DRM-geschützten EPUB-Dateien sowie die nur gegen Aufpreis verfügbare Radierfunktion des Marker Plus verhindern eine noch bessere Einschätzung. Wer aber vor allem schreiben statt konsumieren möchte, findet im reMarkable Paper Pure einen überzeugenden Begleiter.
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