Katzen orientieren sich an ihrem Revier. Deshalb ist Betreuung zu Hause oft die beste Wahl – vorausgesetzt, sie wird gut vorbereitet.
Zu Hause ist es am schönsten. Das empfinden vor allem Katzen so.
Foto: Getty Images/iStockphoto/Zbynek PospisilKatzen orientieren sich an ihrem Revier. Deshalb ist Betreuung zu Hause oft die beste Wahl – vorausgesetzt, sie wird gut vorbereitet.
Wer verreist und eine Katze hat, steht vor einer wichtigen Entscheidung: Soll das Tier zu Freunden oder in eine Tierpension ziehen? Oder bleibt es besser in den eigenen vier Wänden? Nach Einschätzung des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) ist für die meisten Katzen die Betreuung im gewohnten Zuhause die beste Lösung. Denn anders als Hunde orientieren sie sich vor allem an ihrem Revier. Veränderungen bedeuten für sie häufig Stress und genau deshalb lohnt es sich, die Betreuung sorgfältig zu planen.
Katzen gelten als unabhängig und müssen nicht ständig beschäftigt werden, aber sie brauchen Verlässlichkeit. „Bekannte Routinen geben Sicherheit und Struktur im Alltag“, erklärt Katzenexpertin und Diplom-Biologin Birgit Rödder. Feste Abläufe, vertraute Gerüche und gewohnte Rückzugsorte tragen wesentlich dazu bei, dass Katzen entspannt bleiben, wenn ihre Menschen für einige Zeit nicht zu Hause sind. Grundsätzlich können gesunde, erwachsene Katzen einige Stunden problemlos allein verbringen. Während der Arbeitszeit stellt das für viele Tiere kein Problem dar, solange ausreichend Futter und frisches Wasser bereitstehen und die Katzentoilette sauber ist. Länger als einen Tag sollten Katzen jedoch nicht unbeaufsichtigt bleiben. Für Jungtiere, ältere Tiere oder Katzen mit gesundheitlichen Einschränkungen gilt das in besonderem Maße: Sie reagieren schneller verunsichert oder benötigen regelmäßige medizinische Unterstützung.
Für viele Katzen ist die Betreuung im eigenen Zuhause die angenehmste Lösung. Dort kennen sie ihre Umgebung, die vertrauten Geräusche und ihre festen Plätze. Idealerweise schaut ein Nachbar, ein Familienmitglied oder ein professioneller Katzensitter ein- bis zweimal täglich vorbei. Neben dem Füttern gehören frisches Wasser, die Reinigung der Katzentoilette und etwas gemeinsame Beschäftigung zum festen Programm. Für sensible Tiere ist ein Haussitter in der Regel gut geeignet, wenn er über Nacht bleibt und die gewohnten Abläufe nahezu vollständig erhält. Viele Halter berichten, dass ihre Katzen deutlich entspannter wirken, wenn die Betreuung nicht nur punktuell, sondern kontinuierlich stattfindet. Damit die Betreuung möglichst reibungslos funktioniert, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Dazu gehören genaue Informationen über Fütterungszeiten, Futtermengen und Besonderheiten im Verhalten der Katze. Ebenso wichtig sind die Kontaktdaten der Tierarztpraxis sowie Hinweise auf Medikamente oder gesundheitliche Auffälligkeiten. Fachleute raten außerdem dazu, die Betreuungsperson nicht erst am Tag der Abreise mit dem Tier bekannt zu machen. „Um allzu großen Stress für die Katze zu vermeiden und eine optimale Versorgung sicherzustellen, kommt die Vertretung am besten schon vor dem Urlaub mehrmals ins Haus, freundet sich mit der Katze an und lernt ihre Eigenheiten kennen“, empfiehlt Birgit Rödder. So entsteht Vertrauen und die Katze weiß, dass die neue Bezugsperson keine Bedrohung darstellt.
Während sich manch sensible Katze mit der Umgewöhnung an neue Umfelder schwertut, ist für einige Artgenossen die Unterbringung in einer Tierpension hingegen ganz unproblematisch. Dort profitieren sie von einer nahezu durchgehenden Betreuung und regelmäßigen Kontrolle. Ob diese Lösung geeignet ist, hängt jedoch stark vom Charakter des Tieres ab. Ein Umzug auf Zeit sollte deshalb nicht spontan erfolgen. Experten empfehlen, neue Betreuungsorte frühzeitig kennenzulernen und – wenn möglich – vor einer längeren Reise einen Probeaufenthalt zu vereinbaren. So lässt sich feststellen, ob sich die Katze dort wohlfühlt und ob die Chemie zwischen Tier und Betreuungsperson stimmt. Denn eine ungewohnte Umgebung kann Stress auslösen: Katzen ziehen sich dann häufig zurück, wirken angespannt oder meiden Kontakt. Vertraute Gegenstände wie eine Decke, Spielzeug oder die gewohnte Streu können in solchen Fällen Sicherheit geben und die Eingewöhnung erleichtern. Ob eine Betreuung gelungen ist, zeigt sich häufig schon kurz nach der Rückkehr der Besitzer. Frisst die Katze normal, sucht sie den Kontakt zu ihren Menschen und verhält sich wie gewohnt, spricht vieles dafür, dass sie die Zeit gut überstanden hat. Anhaltende Unruhe, Rückzug oder Appetitlosigkeit können dagegen Hinweise darauf sein, dass die Umstellung belastend war und künftig eine andere Betreuungsform sinnvoll wäre.
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