Immer mehr Unternehmen lagern Kundenservice an KI-Lösungen aus, die die Kunden zur Mitarbeit anleiten. Unsere Kolumnistin würde gerne mehr bezahlen, wenn sie dafür nicht mit anpacken muss.

Die Autorin ist deutsche Publizistin und Unternehmerin. Sie ist Mitgründerin und CEO der ada Learning GmbH. Außerdem lehrt sie als Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen. Foto: Klawe Rzeczy
Wie sehr das Internet zur Lebensinfrastruktur geworden ist, das merkt man erst dann, wenn es nicht funktioniert. Bei mir zu Hause liegt der Netzanschluss aus nicht nachvollziehbaren Gründen im Keller, kaum ein Signal wagt es, die dicken Altbauwände zu durchdringen. Deshalb benötige ich ein Mesh-Netzwerk, Geräte, die das Signal innerhalb der Wohnung verzahnen (mesh). Das funktioniert prima. Bis es nicht mehr funktioniert.
Nun will ich gar nicht mit den vielen Stunden kommen, die ich erfolglos an Hotlines verbracht habe und für Arbeit oder Lebensfreude hätte nutzen können. Man verzeiht ja rückwirkend so vieles, wenn das Adrenalin einer Lösung (endlich!) kickt. Nur: Die Lösung kam von mir. Ich bin zur Reparaturdienstleisterin meiner selbst geworden, und mein Assistent heißt Claude. Sie oder er hat mich durch einen mühsamen, zwischenzeitlich frustrierenden und dann letztlich erfolgreichen stundenlangen Prozess begleitet, um mein entkoppeltes Mesh-Netzwerk wieder zu einem verzahnten Tiger zu machen.
Kurz mal innehalten: Ist das eine Ausnahmeerfahrung? Nein. Ist das der Beginn einer anderen Wirtschaft, in der Dienstleistung und Expertise sich neu sortieren? Ja!
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