Die seltene Verleihung des höchsten schwäbischen Faschingsordens, dem „Närrischen Gäbelestecka“, fand nach elf Jahren wieder statt. Diese ehrenvolle Auszeichnung erhalten nur Persönlichkeiten, die durch Humor, künstlerische Kreativität oder musikalisches Talent das Leben in Mindelheim bereichern.
Stand: 27.02.2025, 07:09 Uhr
Von: Frank Grabowski

Die seltene Verleihung des höchsten schwäbischen Faschingsordens, dem „Närrischen Gäbelestecka“, fand nach elf Jahren wieder statt. Diese ehrenvolle Auszeichnung erhalten nur Persönlichkeiten, die durch Humor, künstlerische Kreativität oder musikalisches Talent das Leben in Mindelheim bereichern.
Mindelheim - Eingeladen zu dieser besonderen Veranstaltung hatten die letzten drei Träger des Faschingsordens Michael Haid, Jochen Lew und Peter Bauer. Sie waren es auch, die den nächsten Empfänger des „Närrischen Gäbelestecka“ auswählten.
Faschingsorden Närrischer Gäbelestecka an Mindelheimer verliehenDurch das Programm im Silvestersaal führte Peter Bauer. Er ließ auch die Geschichte des Ordens Revue passieren. Der erste Ordensträger war 1972 Karl Hofmann.
Ursprünglich sollte der handgefertigte Orden des Goldschmieds Gottfried Bergmiller jährlich verliehen werden – doch in fünf Jahrzehnten wurde er nur 15-mal vergeben. Ganze elf Jahre vergingen, bis sich wieder jemand als würdig erwies.
Buntes Programm bei der Verleihung des Faschingsordens Närrischer GäbelesteckaGrußworte gab es von Bürgermeister Dr. Stephan Winter sowie vom Präsidenten des BSF Christoph Spies. Auch der Präsident der Mindelonia Alexander Drahotta zeigte sich erfreut und präsentierte das amtierende Prinzenpaar Lara I. und Rafael I., die mit einer kleinen Abordnung der Garde auftraten und mit einer schwungvollen Tanzeinlage für beste Stimmung sorgten.
Die Lachmuskeln strapazierte Jochen Lew mit seiner kabarettistischen Rede, in der er den Fasching und die Bundestagswahl humorvoll verknüpfte. Seine bissigen Pointen über die Politik – lokal wie bundesweit – begeisterten das Publikum. Peter Bauer legte nach und besang Mindelheim als ein „Paradies mit lauter Fehlern“.
Mindelheimer Jochen Schuster mit Faschingsorden Närrischer Gäbelestecka ausgezeichnetDann kam der Höhepunkt des Abends: die Laudatio auf den neuen Ordensträger. Bauer gab erste Hinweise und kündigte ihn als eine Person an, die Begeisterung weckt – verheiratet, Vater von zwei Kindern und Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politik am Maristenkolleg. Er war acht Jahre lang Hofmarschall der Siedelonia, zeigt schauspielerisches Talent und lebte seine Rollen mit echter Passion. Mit seinem Humor, seiner Herzlichkeit und seiner Lebensfreude sei Jochen Schuster ein würdiger Träger des „Närrischen Gäbelestecka“.
Doch Schuster wäre nicht Schuster, wenn er die Ehrung nicht augenzwinkernd abgelehnt hätte – ganz nach Manier von Marcel Reich-Ranicki. Er zückte sogar eine Liste mit Namen, die den Orden seiner Meinung nach mehr verdient hätten. Am Ende nahm er ihn doch an – nicht zuletzt, weil der Orden laut eigener Analyse lebensverlängernd wirkt.
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