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Mehr Fälle von FSME an der Uniklinik Freiburg

Дата публикации: 17-07-2026 12:57:16

Ein Zeckenstich kann schwere Folgen haben, beispielsweise eine FSME-Erkrankung. Die Uniklinik Freiburg behandelt mehr Patienten als noch vor einigen Jahren. Ein Betroffener berichtet.

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Die Uniklinik Freiburg hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Patienten und Patientinnen mit FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) stationär behandelt als in den Jahren zuvor. Eine ähnliche Tendenz zeichnet sich in diesem Jahr ab. Die durch Zecken übertragene Viruserkrankung kann schwere Hirnhaut- und Gehirnentzündungen auslösen.

Wie schwer eine FSME-Erkrankung verlaufen kann, zeigt die Geschichte von Stephan Heinrich Nolte.

Nach Zecke am Bein: erst Fieber, dann "Brain Fog"

Der 70-Jährige, der in Mannheim lebt und in Freiburg studiert hat, entdeckte Anfang Mai nach seinem morgendlichen Lauf durch den Wald eine Zecke in der rechten Kniekehle. Für ihn zunächst nichts Ungewöhnliches.

Ich habe häufig Zecken. Dann mache ich die mit einer spitzen Pinzette weg und gut ist.

Doch in diesem einen Fall bekam Nolte mehrere Tage später Fieber, Kopfschmerzen und fühlte sich abgeschlagen. "Zunächst dachte ich an eine Sommergrippe", sagt er. Doch nach einer kurzen Besserung verschlechterte sich sein Zustand erneut. Die Symptome wurden heftiger.

"Mit Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und vor allem "Brain fog", beschreibt der ehemalige Kinderarzt seine Beschwerden. "Brain Fog" umfasste bei ihm Symptome wie nebulöses Bewusstsein, Gleichgewichtsstörung und Doppelbilder.

Der 70-Jährige liegt nach einem Zeckenstich mit FSME auf einer Station in der Uniklinik Freiburg.

Der 70-jährige Dr. Stephan Heinrich Nolte erkrankte nach einem Zeckenstich an FSME und musste sich in der Uniklinik Freiburg behandeln lassen. SWR David Zastrow Nur Symptome können behandelt werden

Nolte kam daraufhin in die Uniklinik Freiburg. Dort bestätigte sich die Diagnose: FSME. Doch eine gezielte Behandlung gegen das Virus gibt es nicht.

Die Ärzte können nur die Symptome behandeln: wie den Flüssigkeitshaushalt regulieren, das Fieber senken. Das Immunsystem müsse das Virus selbst bekämpfen, sagen die Neurologen an der Uniklinik. Das habe der Körper des 70-Jährigen glücklicherweise geschafft. "Aber es hat sechs Wochen gedauert", meint Nolte.

Natürlich hatte ich als 70-Jähriger Angst vor einer dauerhaften kognitiven Beeinträchtigung.

Mehr Fälle von FSME an der Uniklinik Freiburg

Im vergangenen Jahr wurden an der Uniklinik Freiburg 18 Menschen mit FSME stationär behandelt. Im Jahr 2024 waren es sieben Fälle. "Die FSME-Fälle nehmen im Vergleich zu den Vorjahren zu", sagt Prof. Dr. Sebastian Rauer. Es seien fast doppelt so viele wie im Durchschnitt der vier Jahre zuvor.

"Davon haben etwa 40 Prozent der stationär behandelten FSME-Patientinnen und -Patienten einen schweren Verlauf", sagt Rauer. Dann sei nicht nur die Hirnhaut entzündet, sondern auch das Gehirn selbst. Im schlimmsten Fall könne zusätzlich das Rückenmark betroffen sein.

Arzt behandelt FSME-Patienten

Der Neurologe Prof. Dr. Sebastian Rauer in der Uniklinik Freiburg behandelt Patienten mit FSME-Erkrankung. SWR David Zastrow Schwere Verläufe können lebensbedrohlich werden

Die Folgen: "Bewusstseinsstörungen, Sprach- und Schluckprobleme, Koordinationsstörungen oder Lähmungen", schildert Rauer. Diese Menschen kämen auf die Intensivstation. Schwere Verläufe könnten auch tödlich enden. Für dieses Jahr liegen noch keine verifizierten Daten vor, aber der Freiburger Neurologe rechnet damit, dass sich die Fallzahlen ähnlich hoch einpendeln wie in 2025.

FSME-Fälle in Baden-Württemberg insgesamt leicht gestiegen

FSME bleibt in ganz Baden-Württemberg ein relevantes Thema. Für das laufende Jahr wurden 76 FSME-Fälle gemeldet (Stand: 7.Juli). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 65 Fälle - eine leicht steigende Tendenz also.

Aus dem Regierungsbezirk Freiburg wurden bis Juli insgesamt 25 Fälle gemeldet. Besonders betroffen ist dabei der Schwarzwald-Baar-Kreis, der innerhalb der Region die meisten Fälle aufweist.

Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr deutlich. "Eine statistisch gesicherte Aussage über eine langfristige Zunahme lässt sich regional aufgrund der vergleichsweise kleinen Fallzahlen nicht treffen", heißt es vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Wetterbedingungen, Zeckenaktivität und das Verhalten der Menschen würden das Risiko stark beeinflussen.

Mit den warmen Temperaturen steigt auch die Aktivität von Zecken und sie mögen es eher feucht.

Borreliose häufiger, FSME aber viel gefährlicher

Die deutlich häufigere durch Zecken übertragene Erkrankung ist die Borreliose. Anders als bei FSME gibt es dagegen eine Behandlung mit Antibiotika. "Es ist für mich paradox zu erleben, dass die Angst der Menschen vor Borreliose größer ist als vor FSME", sagt Neurologe Rauer. Borreliose könne in jedem Stadium behandelt werden. FSME dagegen nicht.

Die meisten Menschen haben keine FSME-Impfung

Nahezu ganz Baden-Württemberg gilt als FSME-Risikogebiet. Fachleute empfehlen deshalb die Impfung für Menschen, die sich regelmäßig im Freien aufhalten.

Wie erkenne ich, ob ein Zeckenbiss gefährlich ist und wie behandelt man ihn?

Wann ist ein Zeckenbiss gefährlich? Bei welchen Symptomen sollte man zum Arzt gehen und welche Salben und Hausmittel helfen gegen den Juckreiz? Eine Hausärztin gibt Tipps.

Mediziner rät zu Impfung und Schutz vor Zecken

"FSME ist durch eine Impfung sehr gut verhinderbar", sagt Rauer. Trotzdem sei nur etwa ein Drittel der Menschen in der Region geimpft. Dafür habe er kaum Verständnis. "Ich könnte ohne Impfschutz gar nicht beruhigt in den Wald gehen."

Zusätzlich helfen lange Kleidung, Zeckenschutzmittel und das gründliche Absuchen des Körpers nach Aufenthalten im Grünen. Hat sich eine Zecke festgesaugt, sollte sie möglichst früh entfernt werden.

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