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Blaulicht im Schulhof: Wie ein Aktionstag Schüler auf Katastrophen vorbereitet

Дата публикации: 17-07-2026 12:27:19

Am Bildungszentrum Weissacher Tal wurde zum ersten Mal ein Aktionstag zum Katastrophenschutz durchgeführt. Wie lief die Vorbereitung auf den Ernstfall?

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Auf dem Schulhof des Bildungszentrums Weissacher Tal im Rems-Murr-Kreis sieht es nach einem Ernstfall aus: überall Blaulicht und Sirenen. Aber es ist kein Ernstfall, es ist nur die Vorbereitung dafür. Denn im Katastrophenfall sollen die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen nach diesem Tag besser darüber Bescheid wissen, was zu tun ist.

Erinnerung an Hochwasser in Rudersberg

Wenn die Schülerinnen und Schüler am Bildungszentrum Weissacher Tal danach gefragt werden, welche Form von Katastrophen sie kennen, lautet ihre Antwort häufig: Hochwasser. Im Jahr 2014 sorgte ein Starkregen in der Nachbargemeinde Rudersberg für eine verheerende Überschwemmung.

Auch der Rektor der Realschule, Christian Zeller, kann sich noch an dieses Ereignis erinnern: "Dieses schlimme Hochwasser in der näheren Umgebung hat schon ein Stückweit das Bewusstsein geschärft." Deshalb war er direkt überzeugt von der Idee, einen Aktionstag zum Katastrophenschutz durchzuführen.

Christian Zeller ist Leiter der Realschule des Bildungszentrums Weissacher Tal

Christian Zeller ist Leiter der Realschule des Bildungszentrums Weissacher Tal und befürwortet den Aktionstag zum Katastrophenschutz. SWR 16 Stationen mit Drohnen und Rettungshunden

Insgesamt 16 Stationen wurden für Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen vorbereitet. Die rund 160 Kinder sollen verstehen, wann der Katastrophenfall eintritt und wer in so einem Fall hilft. Dafür wurden verschiedene Einsatzfahrzeuge mitgebracht und eine Feldküche aufgebaut. Auch eine Drohne des Deutschen Roten Kreuzes fliegt über das Gelände. Von der Rettungshundestaffel über die Polizei bis hin zur Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beteiligten sich alle Hilfsorganisationen aus dem Landkreis am Aktionstag.

Auch der DLRG beteiligt sich am Aktionstag zum Katastrophenschutz im Rems-Murr-Kreis

An der Station des DLRG lernen die Schülerinnen und Schüler, wie Rettung in und am Wasser funktioniert. SWR Aktionstag soll auf Ernstfall vorbereiten

Uwe Henne vom Technischen Hilfswerk Backnang hat sich extra freigenommen, um auf dem Schulhof mit dabei zu sein: "Wir wollen die Resilienz der Kinder stärken. Wir wollen sie darauf aufmerksam machen, was kommen kann und wie dann damit umzugehen ist."

Uwe Henne ist freiwilliger Helfer beim Technischen Hilfswerk Backnang.

Uwe Henne ist freiwilliger Helfer beim Technischen Hilfswerk Backnang. Er stellt sich den Fragen der Schülerinnen und Schülern. SWR

Gemeinsam mit den Kindern packt er an diesem Vormittag deshalb Notfallrucksäcke. Die Kinder müssen sich innerhalb von zehn Minuten entscheiden, was sie im Ernstfall mitnehmen würden. Oft ist er erstaunt von den Antworten: "Eine Schülerin hat mir gesagt, sie würde zuallererst Bilder ihrer Eltern einpacken. Damit könne sie im Notfall nach ihren Eltern suchen."

Berührungsangst abbauen, Grundlagenwissen aufbauen

Sowohl die Gesamtschule als auch die Realschule und das Gymnasium beteiligen sich an der Aktion. Damit folgt das Bildungszentrum dem Plan des Landes, mehr Sensibilität für den Katastrophenschutz zu schaffen. Christian Zeller befürwortet den Plan: "Ich finde, es gehört zur Basisbildung dazu, dass junge Menschen Wissen über die Blaulichtorganisationen haben." Deshalb setzt er sich dafür ein, dass der Katastrophenschutztag ab jetzt jedes Jahr in diesem großen Umfang durchgeführt wird.

Mit der richtigen Vorbereitung kann in Notfällen sicherlich die ein oder andere Minute gewonnen werden.

Aktionstag auch als Werbung für das Ehrenamt

Bis in den Nachmittag hinein arbeiteten sich die Gruppen von Station zu Station. Vor allem die Technik, die im Ernstfall zum Einsatz kommt, beeindruckte die Teilnehmenden: "Ich wusste vorher nicht, dass die Drohnen so hoch fliegen können und so einen krassen Zoom haben", sagt zum Beispiel die zwölfjährige Emily. Insgesamt machten die Schülerinnen und Schüler den Eindruck, als würden sie beim Aktionstag etwas dazulernen können.

Christian Zeller wünscht sich, dass der Aktionstag das Interesse der Schülerinnen und Schüler geweckt hat. Und vielleicht sogar dafür sorgt, im Ernstfall selbst helfen zu wollen: "Eventuell sagen ja einige nach dem Tag heute: Ich gehe zur Jugendfeuerwehr, zum THW, zur DLRG und so weiter. Das wäre für mich eigentlich so das i-Tüpfelchen." Denn Katastrophenschutz funktioniert nur, wenn sich genug Menschen daran beteiligen.

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