Bei einem Unwetter in Karlsruhe ist am Donnerstagabend ein Radfahrer ums Leben gekommen. Feuerwehr und Rettungskräfte rückten zu Hunderten Einsätzen aus. Anwohner sind geschockt.
Ein schweres Unwetter ist am Donnerstagabend über das Karlsruher Stadtgebiet gezogen. Insgesamt zählte die Feuerwehr Karlsruhe in der Nacht über 250 Einsätze. Die Polizei sprach am Freitagmorgen von etwa 160 wetterbedingten Einsätzen. Ein Mensch ist dabei ums Leben gekommen. Außerdem sind zwei Kinder verletzt worden. Die Aufräumarbeiten gingen am Freitagmorgen weiter.
KarlsruheDie Nordstadt in Karlsruhe hat es besonders stark getroffen. Am Freitagmorgen mussten hier viele die Ereignisse der vergangenen Stunden noch verarbeiten. Die Schäden sind noch nicht abzuschätzen. Eine Anwohnerin kann die Geschehnisse noch nicht ganz begreifen: "Ich lebe hier und ich arbeite hier. Es ist einfach nur schrecklich. Unser Baum hat den Radfahrer erschlagen, der einzige Tote in Karlsruhe. Das Fahrrad liegt noch darunter."
Ein weiterer Anwohner schaut am Morgen nach seinem Auto, das unter einem umgestürzten Baum lag. "Es sieht auf jeden Fall schlimm aus, aber mein Auto hat offenbar Glück gehabt." Die ganze Nacht haben Einsatzkräfte in der Wohngegend mit Kettensägen daran gearbeitet, die Straßen wieder freizubekommen.
Andere Bewohner der Nordstadt konnten nicht wie geplant zur Arbeit, weil ihre Autos vom Unwetter beschädigt wurden, so wie Lilli Heidts Mann.
Mein Mann hätte Frühschicht in Bühl gehabt und konnte nicht fahren.
Ein Mitarbeiter der Stadt versuchte sich am Morgen einen Überblick über die Lage rund um die Michiganstraße zu verschaffen. Gegenüber dem SWR sprach er davon, dass es vermutlich Tage, wenn nicht gar Wochen dauern werde, bis alle Schäden beseitigt sind.
Ein Radfahrer ist im Norden von Karlsruhe bei dem Unwetter von einem umgestürzten Baum erschlagen worden. Ein weiterer Radfahrer sei verletzt worden, so die Polizei am Freitagmorgen. Orkanböen, Starkregen und Hagel waren minutenlang über die Stadt gezogen. Mehrere Bäume waren laut Polizei umgestürzt. Zahlreiche Straßen waren zeitweise gesperrt.
Rund 400 Feuerwehrleute und etwa 50 Kräfte des Technischen Hilfswerks waren im Einsatz. Die Stadt hatte wegen der anhaltenden Ausnahmesituation eine sogenannte außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen.
Das FEST AM SEE in der Günther-Klotz-Anlage wurde am Donnerstag gegen 19:45 Uhr abgebrochen. Orkanartige Böen zerstörten Zelte, Getränkestände und Bauzäune. Martin Wacker, Geschäftsführer der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH, erklärte, dass in der Nacht durchgearbeitet werde, um die Schäden zu beheben. Ein Mitarbeiter ist nach Angaben des Veranstalters verletzt worden.
DAS FEST AM SEE ist auch am Freitag abgesagt worden. Grund seien umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste sowie die Wetterprognose für Freitag mit erneutem Starkregen und Gewitter. Ab Samstag soll das Programm wieder weitergehen.
Das Wahrzeichen von DAS FEST, die beiden Bäume auf dem Mount Klotz, gibt es nicht mehr. Einer der beiden Bäume auf dem Hügel brach am Donnerstagabend ab.
Der Sturm hat zahlreiche Bäume im Rheinstandbad Rappenwört beschädigt. Derzeit besteht laut Karlsruher Bädern beim Betreten des Geländes Lebensgefahr. Das Rheinstrandbad bleibt demnach bis einschließlich Sonntag, den 19. Juli geschlossen. Im Sonnenbad und Freibad Rüppurr sind Teile der Liegebereiche gesperrt. Der Badebetrieb findet dort weiterhin statt.
Beim Happiness-Musikfestival in Straubenhardt im Enzkreis wurde das Gelände am Freitag erneut wegen eines Unwetters zeitweise geräumt. Die Besucher wurden gebeten, sich in ihre Autos in Sicherheit zu begeben. Später konnten die Besucher wieder zurück auf das Gelände. Bereits am Donnerstag wurde der Campingplatz geräumt.
Auch die Pforzheimer Polizei sprach von zahlreichen Einsätzen in Pforzheim und dem östlichen Enzkreis wegen des Unwetters – vor allem im Bereich Mühlacker wegen vollgelaufener Keller, abgedeckte Dächer und herabfallender Äste. In Knittlingen ist laut Landratsamt Enzkreis die Giebelwand eines sanierten Gebäudes eingestürzt. In Ötisheim musste ein Zug evakuiert werden, weil ein umgestürzter Baum die Oberleitung beschädigt hatte.
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