Eines der zwölf besten Reiseziele der Welt für ein Kletter-Abenteuer ist nicht allzu weit entfernt vom Saarland – und gilt als Geburtsort des Boulderns.
Eines der zwölf besten Reiseziele der Welt für ein Kletter-Abenteuer ist nicht allzu weit entfernt vom Saarland – und gilt als Geburtsort des Boulderns.
Zugegeben, ein Katzensprung ist relativ. Manchen ist es schon zu weit, zu ihrem Nachbarn im Saarland rüber zu gehen. Andere haben kein Problem damit, mal schnell zum Auswärtsspiel der SV Elversberg nach Kiel zu düsen. Wenn man sich aber die Entfernung vom Saarland zu den zwölf besten Kletterparadiesen der Welt anschaut, dann wird deutlich, dass die Top-Ziele meist Tausende Kilometer entfernt liegen. Von Saarbrücken aus muss man 9 000 Kilometer in den Yosemite-Nationalpark in den USA reisen, in die Rocklands bei Kapstadt in Südafrika 9 315 Kilometer.
Nach Patagonien muss man sogar über 12 888 Kilometer weit reisen. All diese großartigen Ziele für Kletterfans sind im Normalfall auch mit einer aufwendigen und teuren Flugreise verbunden. Auch zur Halbinsel Railay in Thailand (8 993 Kilometer) oder nach Squamish in Kanada (8 032 Kilometer) kommt man nicht so schnell.
Daher ist es für Kletterfans aus dem Saarland relativ gesehen tatsächlich nur ein Katzensprung zum Kletterparadies Fontainebleau in Frankreich, etwa 70 Kilometer südlich von Paris. Von Saarlouis sind es 376 Kilometer oder vier Stunden und 18 Minuten Fahrzeit, von Saarbrücken 389 Kilometer (4 Stunden 20).
Fontainebleau ist nicht nur ein einzigartiges Reiseziel zum Bouldern (englisch „Felsblock“ - Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden bis zur Absprunghöhe), sondern auch der Geburtsort des neuen Trendsports.
1874 wurde der „Club Alpin Francais“ gegründet, dessen Mitglieder an den Sandstein-Blöcken im Wald von Fontainebleau im Süden von Paris für die Alpen übten. Da die Alpen von Paris aus weit entfernt waren, konnten die Sportler nicht jedes Wochenende in die Berge fahren. Deshalb wurde immer mehr an kleinen Felsen trainiert - das Bouldern wurde in „Bleau“ erfunden.
„Der Sandstein von Fontainebleau ist fein und großartig“, erklärt das Outdoor-Magazin. „Tausende runde Blöcke mit markierten und unmarkierten Bouldern warten rund um Fontainebleau.“ Das Gebiet werde auch von Wanderern und Besuchern aus aller Welt häufig frequentiert und gilt als „grüne Lunge von Paris“. Die Stadt Fontainebleau hat circa 16 000 Einwohner und ist zugleich Hauptort des Arrondissement Fontainebleau.
„Den meisten Boulderstoff findet man rund um Fontainebleau und südwestlich davon im Gebiet Trois Pignons“, so das Fachmagazin. Etwas abseits würden bei Larchant, Nemours und Buthiers weitere Gebiete warten.
Die Sandsteinfelsen von Fontainebleau stellen laut Experten besondere Anforderungen an die Kletterer. „Sie sind sehr glatt und haben wenige Griffe“, hieß es. Profis würden auf zu kleine Kletterschuhe setzen, um den Fels besser zu spüren.
Der Wald von Fontainebleau ist laut der örtlichen Tourismuszentrale der zweitgrößte Staatswald Frankreichs und befindet sich hauptsächlich auf dem Gebiet der Gemeinde Fontainebleau.
„Während der Wald von Fontainebleau vom zehnten Jahrhundert an zu den königlichen Ländereien gehörte, war der Wald von Trois Pignons in Privatbesitz, bis er schließlich 1983 vom Staat aufgekauft wurde“, erklärt aktuell Fontainebleau Tourisme. Damit hätte sich die Fläche des öffentlichen Waldgebiets auf mehr als 22 000 Hektar erhöht.
Der überwiegende Teil (19 200 Hektar) des von drei Flüssen begrenzten Waldes – die Seine im Osten, die École im Westen und der Loing im Süden – gehört zum Departement Seine-et-Marne. Im Westen liegt ein Teil des Waldgebiets von Trois Pignons (800 Hektar) im Departement Essonne.