Ein neu aufgetauchter Android-Trojaner greift Nutzer in Europa an und nutzt ihre Smartphones als Tarnknoten. Besonders im Visier der Schadsoftware stehen Banking- und Krypto-Apps.
Ein neu aufgetauchter Android-Trojaner greift Nutzer in Europa an und nutzt ihre Smartphones als Tarnknoten. Besonders im Visier der Schadsoftware stehen Banking- und Krypto-Apps.
Mirax ist ein neuer Android-Trojaner mit Remote-Access- und Banking-Funktionen, der laut dem Cleafy Threat Intelligence Team seit März 2026 vor allem spanischsprachige Nutzer ins Visier nimmt. Über Anzeigen auf Meta-Plattformen sollen bereits mehr als 200.000 Konten erreicht worden sein. Cleafy stuft Mirax als deutliche Weiterentwicklung klassischer Android-Banking-Trojaner ein.
Nach Angaben von Cleafy beginnt die Infektionskette mit Werbeanzeigen für Apps auf Facebook- und Instagram. Nutzer werden auf IPTV- oder Sport-Streaming-Seiten gelockt, die Downloads nur auf mobilen Geräten erlauben. Dort laden sie Dropper-Apps von GitHub, die den eigentlichen Schadcode entpacken und Mirax unbemerkt im Hintergrund installieren.
Mirax gibt sich als Video-App aus, erzwingt Bedienhilfe-Berechtigungen und nutzt HTML-Overlays, Bildschirmzugriff sowie Keylogging, um Zugangsdaten, PINs und weitere sensible Informationen aus Banking- und Krypto-Apps zu stehlen.
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Parallel dazu baut Mirax Verbindungen über das Netzwerkprotokoll SOCKS5 auf und macht infizierte Smartphones zu sogenannten Residential-Proxies. Darüber können Angreifer laut Cleafy ihren Datenverkehr über legitime Wohn-IP-Adressen umleiten und so Betrugskontrollen umgehen. Selbst wenn Nutzer nicht alle angeforderten Berechtigungen wie etwa Bedienhilfen freigeben, lassen sich die Geräte den Angaben zufolge weiterhin als Knoten innerhalb dieser Proxy-Infrastruktur einsetzen.
Auswertungen des Sicherheitsunternehmens Kaspersky zeigen, dass Angriffe mit Banking-Trojanern im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 56 Prozent zugenommen haben – insgesamt wurden mehr als 255.000 neue Schadprogramme entdeckt. Häufig tarnen sich diese als vermeintlich harmlose Anwendungen, etwa Rabatt- oder Supermarkt-Apps, und infizieren das Gerät unbemerkt.
Nach der Aktivierung sind sie in der Lage, Zugangsdaten, PINs und TANs auszuspähen, SMS mitzulesen oder zu löschen und täuschend echte Overlays über legitime Banking-Apps zu legen, um Transaktionen im Hintergrund auszuführen. Oft bemerken Betroffene erst etwas, wenn das Geld bereits vom Konto verschwunden ist.
Fachleute betonen, dass Android aufgrund seiner offenen Architektur besonders verwundbar für derartige Angriffe ist. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt dringend, Apps ausschließlich aus offiziellen Stores zu installieren und Berechtigungen sorgfältig zu prüfen.
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