Es wird wieder einmal versucht, Opfer mit Fake-Nachrichtenseiten zu vermeintlichen „Investitionen“ zu bringen.
© Thomas Prenner
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-QuelleEs wird wieder einmal versucht, Opfer mit Fake-Nachrichtenseiten zu vermeintlichen „Investitionen“ zu bringen.
Update 2.7: Statement von Google ergänzt.
Wer auf seinem Android-Smartphone am Homescreen mit dem Finger von links nach rechts wischt, landet oft auf Google Discover. Dabei handelt es sich um eine Sammlung an aktuellen Artikeln aus dem Internet, die ein Algorithmus u.a. auf Basis bisher besuchter Inhalte zusammenstellt. Zu finden ist dieser Discover-Feed auch in den offiziellen Google-Apps für Android und iOS, direkt auf der Startseite unter dem Suchfeld.
Zwischen den Artikeln wird auch Werbung eingeblendet. Die Anzeigen sind oft deutlich größer dargestellt als die Artikel. Zudem sind sie mit dem Zusatz „Gesponsert“ versehen. Zuletzt kam es dort in Österreich vermehrt zu Scam-Werbung, die auch gefährlich werden kann.
Die betrügerischen Anzeigen folgen alle demselben Schema. Sie versuchen, wie Nachrichtenartikel auszusehen, die von einem vermeintlichen Eklat in einer ORF-Sendung berichten. „Heftiger Streit eskaliert. Gast verlässt wütend das Studio“ ist etwa in einer Werbung zu sehen, die der futurezone am Mittwoch ausgespielt wurde. Oder auch ein bisschen anders: „Immer mehr Menschen in Österreich interessieren sich für dieses Thema“.
Klickt man auf die Anzeige, landet man auf teilweise täuschend echten Nachbauten von bekannten Nachrichtenseiten aus Österreich. Logos sowie komplettes Artikel-Layout auf den Fake-Seiten sind kopiert, die Inhalte freilich frei erfunden.
Oft sind dort Interviews zu lesen, die in der Regel darauf hinauslaufen, dass es nun eine sensationelle Möglichkeit gebe, schnell viel Geld zu verdienen. Dabei werden die Namen prominenter Persönlichkeiten wie etwa ORF-Anchorman Armin Wolf missbraucht, die dann von vermeintlich genialen Investment-Möglichkeiten erzählen.
Am Ende geht es darum, dass man sich einen vermeintlich höchst limitierten Platz bei einer Krypto-Plattform sichern soll. Man solle seine Daten hinterlegen und werde dann von einem „Investment-Berater“ zurückgerufen.
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Oft handelt es sich dabei um dreisten Anlagebetrug. Es gibt zahlreiche Fälle, bei denen Menschen durch Anrufe solcher Berater dann dazu gedrängt werden, möglichst schnell möglichst viel Geld zu überweisen. Dabei werden auch psychologische Tricks angewandt.
Der Kontakt wird dabei auch über längere Zeit aufrechterhalten und es werden gefälschte Kurssteigerungen präsentiert - mit der Aufforderung, gleich noch mehr zu „investieren“, um mehr Geld zu verdienen. Will man sein Geld dann irgendwann wieder auszahlen lassen, reagieren die „Investment–Berater“ nicht mehr oder liefern fadenscheinige Ausreden, warum das gerade nicht möglich sei. Das eingezahlte Geld ist meist unwiederbringlich verloren.
Im konkreten Fall am Mittwoch führte eine der Werbungen etwa zum vermeintlichen Finanzberater „Pelkruvilanz“. Die Betrüger agieren international: Vor diesem warnte etwa die spanische Opferschutzorganisation für Finanzbetrug vor kurzem.
Dass der Name so sperrig ist, hat System. So wählen Betrüger bewusst möglichst einzigartige Fantasienamen, zu denen es sonst nichts im Web zu finden gibt. Anschließend werden gezielt Webseiten im Netz platziert, die davon berichten, dass das jeweilige Angebot sehr wohl seriös ist, etwa als bezahlter Inhalt auf bestehenden Domains. Auch (oft KI-generierte) YouTube-Videos, die die Fake-Seiten behandeln, werden erstellt und hochgeladen.
Da es abseits dieser Inhalte nichts zu den sperrigen Begriffen im Netz gibt, reihen Suchmaschinen diese dann entsprechend hoch. Eine kurze Google-Suche nach Pelkruvilanz zeigt, dass die Taktik funktioniert.
Google ermöglicht es, bei den Anzeigen auch Infos darüber einzusehen, wer sie schaltet. Oft sitzen die Urheber der Betrugsanzeigen im Nicht-EU-Ausland. Bei den jüngsten Beispielen waren es etwa Personen oder Firmen in der Schweiz und Marokko. Google gibt zwar an, die Identitäten der Werbetreibenden „verifiziert“ zu haben, das hält sie aber offensichtlich nicht davon ab, die Fake-Anzeigen auszuspielen.
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Unter „Why you’re seeing this ad“ wird angegeben, dass der jeweilige Standort ausschlaggebend ist. Das macht auch Sinn, weil man mit Österreich-spezifischen Personen natürlich in erster Linie Österreicher zum Klick motivieren kann.
Die futurezone hat bei Google angefragt, wie es passieren kann, dass derartige Betrugsanzeigen durchrutschen. Ein Sprecher erklärte dazu lediglich, dass irreführende Anzeigen, die Kontrollinstanzen umgehen, verboten seien. Die konkreten gefundenen und auch an Google übermittelten Werbetreibenden seien mittlerweile gesperrt worden. Zumindest kurz danach sind die Fake-Werbungen – diesmal von anderen Urhebern – aber immer noch eingespielt worden.
Als Nutzer hat man jedenfalls die Möglichkeit, derartige Fake-Werbungen direkt bei Google zu melden. Dazu muss man unter der Anzeige auf die 3 Punkte klicken. Anschließend kommt man in das „Ad Center“. Ganz oben findet sich dort der Button „Report“. Dort kann man dann auswählen, dass es sich um einen Scam handelt.
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