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TikTok im Visier: EU sieht Gefahr für Kinder und droht mit Strafe

Дата публикации: 24-07-2026 15:05:22

Der nächste Paukenschlag: Die EU-Kommission treibt ihre Verfahren gegen die Online-Riesen voran. Mitten in der Social-Media-Debatte geht es wieder um Kinderschutz - und wieder gerät TikTok ins Visier.

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TikTok gefhrdet Kinder und Jugendliche nach vorlufigen Ermitt­lungs­ergeb­nissen der EU-Kommission durch zu niedrige Schutz­stan­dards. Die Brsseler Behrde kritisiert unter anderem, dass Fremde die ffent­lichen Benut­zerkonten von Minder­jhrigen sehen und die jungen Nutzer auch mit miss­bruch­lichen Absichten kontak­tieren knnten. Sollte sich das Ergebnis der Unter­suchung besttigen und TikTok keine nderungen vornehmen wollen, droht der Plattform eine Geldstrafe.

Mit den vorlufigen Unter­suchungs­ergeb­nissen treibt die EU-Kommission das nchste Verfahren gegen einen Online-Riesen voran - wieder steht dabei der Kinder- und Jugend­schutz im Fokus. Gleich­zeitig luft die Debatte ber strengere Alters­grenzen fr bestimmte soziale Netzwerke oder andere digitale Angebote. EU-Kommis­sions­prsi­dentin Ursula von der Leyen kndigte zuletzt an, nach dem Sommer einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen der EU machen zu wollen.

Brssel befrchtet Einfallstor fr Cyber­mobbing

TikTok unter Druck: EU wirft Plattform mangelnden Kinderschutz vor TikTok unter Druck: EU wirft Plattform mangelnden Kinderschutz vor
Bild mit KI erstellt
Mit mehr als 200 Millionen Nutzern in Europa ist TikTok eine der belieb­testen Plattformen - gerade bei jungen Menschen. Doch die Einstel­lungen des sozialen Netzwerks schtzten Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Cyber­mobbing, heit es in den vorlufigen Ermitt­lungs­ergeb­nissen der EU-Kommission.

Verf­fent­lichte Inhalte knnten demnach von Dritten missbraucht werden. Denn auch Personen ohne eigenes TikTok-Konto knnten die ffent­lichen Profile der Kinder und Jugend­lichen sehen. "Da das, was Minder­jhrige verf­fent­lichen, fr immer online bleiben und sie bis ins Erwach­senen­alter begleiten kann, birgt die Funktion zudem das Risiko potenziell lebens­langer Folgen", argu­mentiert die Brsseler Behrde.

TikTok verweist auf bestehende Sicher­heits­funk­tionen

Die Online-Plattform verteidigte die Einstel­lungen seiner Plattform: "Jugend­konten auf TikTok verfgen bereits ab der Einrichtung des Kontos ber mehr als 50 vorein­gestellte Datenschutz- und Sicher­heits­funk­tionen, die unter Einbe­ziehung von Expertinnen und Experten entwickelt wurden", teilte eine Sprecherin mit. Man gehre zudem zu den wenigen Plattformen, auf denen jngere Teenager keine Direkt­nach­richten nutzen knnten.

Die von der chine­sischen Firma Bytedance betriebene App sollte nach Ansicht der EU-Kommission die Einstel­lungen anpassen. Und zwar so, dass Inhalte von Kindern und Jugend­lichen stan­dard­mig nur fr TikTok-Nutzer sichtbar sind, welche die Minder­jhrigen akzeptiert haben. Zudem fordert Brssel von TikTok, Inhalte von Jugend­lichen nicht lnger anderen TikTok-Nutzern zu empfehlen, wie es aktuell bei Posts von 16- und 17-Jhrigen passiere.

Sammelt Brssel Argumente fr ein Social-Media-Verbot?

Die von Brssel erhobenen Vorwrfe knnten EU-Kommis­sions­prsi­dentin von der Leyen als zustzliche Argu­menta­tions­sttze fr mgliche Alters­schranken bei Social Media dienen. Nach Empfeh­lungen der von ihr beauf­tragten Experten hatte die deutsche Politikerin betont, dass es ein Mindest­alter geben msse, ab dem Kinder soziale Medien nutzen drften.

Mehrere Mitglieds­lnder preschten in den vergangenen Monaten mit nationalen Vorschlgen fr ein Social-Media-Verbot voran. Die EU-Kommission steht daher zunehmend unter Druck, will das Thema aber EU-weit lsen und dafr sptestens im Herbst eine Lsung prsen­tieren.

Zwar gibt es bisher kein euro­paweites Mindest­alter explizit fr soziale Netzwerke, das EU-Gesetz ber digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) verpflichtet groe Online-Plattformen aber bereits dazu, Kinder und Jugendliche effektiv zu schtzen. Auffllig ist, wie viele dieser oft Jahre dauernden Verfahren zum Kinder- und Jugend­schutz die EU-Kommission allein in den vergangenen vier Monaten voran­getrieben hat:

  • Pornoseiten: Die Brsseler Behrde wirft Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos Ende Mrz vor, zu leicht fr Jugendliche zugnglich zu sein.
  • Snapchat: Gegen Snapchat laufen seit Ende Mrz Ermitt­lungen der EU-Kommission, weil Kinder und Jugendliche unan­gemes­senen Kontakt­versu­chen durch Erwachsene (Cyber­groo­ming) sowie Werbung fr Alkohol und Drogen ausgesetzt seien knnten. Brssel verlangt von Snapchat zudem, das selbst festgelegte Minderalter von 13 Jahren durch­zusetzen.
  • Facebook und Instagram: Die EU-Kommission verlangt von Facebook und Instagram seit Ende April, das selbst in den Nutzungs­bedin­gungen festgelegte Mindest­alter von 13 Jahren besser durch­zusetzen, um Kinder zu schtzen. Vor zwei Wochen kam der Vorwurf hinzu, beide Plattformen wrden eine zu groe Suchtgefahr fr Kinder und Jugendliche bergen.
EU-Verfahren gegen TikTok auch wegen Sucht­risiken

Dass Minder­jhrige schtig werden knnten, befrchtet die EU-Kommission auch bei TikTok. Konkret geht es dabei um sucht­frdernde Mechanismen - wie zum Beispiel stark perso­nali­sierte Empfeh­lungen und das unun­terbro­chene, auto­mati­sche Abspielen von Videos. Im Februar hatte die Brsseler Behrde vorlufige Ermitt­lungs­ergeb­nisse prsentiert und auch hier nderungen von TikTok verlangt.

Das Unternehmen hat in beiden Verfahren die Mglichkeit, sich gegen die Vorwrfe zu verteidigen oder mit entspre­chenden nderungen die Bedenken der EU auszurumen. Findet sich keine einver­nehm­liche Lsung, knnte es fr TikTok teuer werden.

Die EU-Kommission wrde dann formell einen Versto feststellen und eine Strafe von bis zu sechs Prozent des jhrlichen Konzern­umsatzes verhngen. Auch tgliche Strafen wren mglich, um TikTok zum Einlenken zu bewegen.

Kein endloses Scrollen bis tief in die Nacht: Gro­britan­nien plant eine auto­mati­sche Social-Media-Sperre zwischen Mitternacht und 6 Uhr fr 16- und 17-Jhrige. Die Manahme soll Schlaf und Konzen­tration verbessern, stt aber auch auf Kritik.

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