Für die Sanierung des Spielplatzes am Hirtenweg hofft man auf eine Finanzspritze vonseiten der EU. Doch es gibt eine Bedingung.
Stand: 16.07.2026, 08:00 Uhr
Von: Christian Nick

Für die Sanierung des Spielplatzes am Hirtenweg hofft man auf eine Finanzspritze vonseiten der EU. Doch es gibt eine Bedingung.
Schechingen. Er ist der größte und wichtigste Spielplatz in der 2200-Einwohner-Kommune: Die Anlage bei der örtlichen Gemeindehalle, dem Kindergarten und den – ebenfalls jüngst frisch sanierten Tennisplätzen – ist allerdings auch eines: dringend erneuerungsbedürftig. Bereits im vergangenen Jahr beschäftigte das 2275 Quadratmeter große Areal am Hirtenweg die Schechinger Kommunalpolitiker – und auch die Bürgerinnen und Bürger: Fast 100 Personen nahmen an einer Online-Umfrage zur Neugestaltung der Fläche teil und steuerten Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Wünsche bei. Im November besuchten die Gemeinderäte den Spielplatz dann bei einem Vor-Ort-Termin und artikulierten in der Folge ebenfalls noch so manche Idee.
Zentraler AnlaufpunktDie Frischzellenkur für den Spielplatz, welcher Anfang der 80er-Jahre angelegt wurde, ist dringend erforderlich, mit taxierten Gesamtkosten von rund 370.000 Euro jedoch alles andere als ein Pappenstiel. "Viele Spielgeräte sind marode und müssen ausgetauscht werden", berichtet Bürgermeister Stefan Jenninger auf Nachfrage dieser Redaktion. Und damit nicht genug: "Die Wege sind nicht mehr gut nutzbar", weiß der Rathauschef. Für Kleinkinder halte das Gelände gar kein Angebot bereit. Es mangele überdies an Abstellplätzen für Kinderwagen oder Fahrräder. "Die ganze Gestaltung ist nicht mehr zeitgemäß."
Daher will man in Schechingen nun den großen Wurf versuchen. Heißt: Nicht nur flicken oder einzelne Geräte austauschen, sondern das komplette Areal umfassend modernisieren. Dafür indes braucht man Fördermittel und visiert das "Leader"-Programm der Europäischen Union als Geldgeber an. "Da gibt es die Möglichkeit, 60 Prozent Förderung zu erhalten", sagt Jenninger. Bis Oktober muss der entsprechende Antrag gestellt sein, zum Winteranfang soll dann feststehen, ob man zum Zuge kommt. Jenninger und seine Kollegen in Rathaus und Ratssaal rechnen sich nach Rücksprache mit den zuständigen Verantwortlichen gute Chancen aus.
Breit muss es seinEs gibt allerdings einen Haken – der jedoch wohl eher eine Chance ist: In der entsprechenden "Leader"-Sparte ist als Voraussetzung fixiert, dass die zur Förderung eingereichten Vorhaben nicht nur ausschließlich einer gesellschaftlichen Gruppe zugutekommen dürfen. "Deswegen wollen wir nun einen Mehrgenerationen-Treffpunkt schaffen." Ergo: Nicht nur Kids und Eltern sollen dort in Zukunft Angebote vorfinden, sondern auch ältere Menschen.
Wie das konkret aussehen könnte? Das ist derzeit noch nicht finalisiert und nur in Grundzügen darstellbar. Dem Bürgermeister schweben etwa ein Freiland-Schachspiel, größere Sitzgelegenheiten, ein Trinkwasser-Brunnen und eine Tischtennisplatte vor. "Es gibt auch Sportgeräte speziell für Senioren", sagt Stefan Jenninger. Auch darüber habe man schon nachgedacht. Jene seien jedoch teuer und nähmen verhältnismäßig viel Platz in Anspruch. "Daher sind wir davon eher wieder abgekommen."
Großer oder kleiner Wurf?Durchs verbreiterte Angebot würden freilich auch die Kosten nochmals etwas steigen. "Aber nicht exorbitant", betont der Rathauschef. Er kündigt an: "Wenn wir die Zusage kriegen, können wir voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres mit den Umbauarbeiten beginnen." Und falls nicht? Dann wird es am Schechinger Hirtenweg wohl lediglich auf die kleine Lösung hinauslaufen. "Wir müssen etwas machen, denn bei den Spielgeräten ist der Handlungsdruck sehr groß." Statt Mehrgenerationen-Treff bliebe der Spielplatz ohne das ausgeschüttete Förderungs-Füllhorn der EU dann jedoch wohl vornehmlich ein Anlaufpunkt für Kinder.
Diese Spielplätze gibt es außerdem in SchechingenInsgesamt verfügt die Gemeinde über drei Spielplätze: Neben der im Haupttext thematisierten Anlage am Hirtenweg – beim Sportplatz, FC-Vereinsheim und Kulturforum – existiert dort ferner auch noch der Spielplatz "Schafwiesen", der an der Raiffeisenstraße liegt.
Der Spielplatz im Teilörtchen Leinweiler wurde im Jahr 2016 durch eine Initiative von Eltern und Anwohnern errichtet und ist der neuste Spielplatz der Gemeinde. Zudem verfügt auch das – gerade ebenfalls in der Modernisierung befindliche – Freibad über eine Spielelandschaft mit Bolzplatz, Beachvolleyball- und Badminton-Feld.