Philipp Raimund gewinnt 25 Tage nach seinem Olympiasieg erstmals im Weltcup. Domen Prevc schreibt derweil trotz Disqualifikation Geschichte.
Der zweitplatzierte Daniel Tschofenig (l-r) aus Österreich, der Sieger Philipp Raimund aus Deutschland und der drittplatzierte Vladimir Zografski aus Bulgarien feiern auf dem Podium.
Foto: Emmi Korhonen/Lehtikuva/dpa/Emmi KorhonenLahti · Philipp Raimund gewinnt 25 Tage nach seinem Olympiasieg erstmals im Weltcup. Domen Prevc schreibt derweil trotz Disqualifikation Geschichte.
Philipp Raimund schaute verdutzt auf die „1“, die plötzlich neben seinem Namen aufleuchtete. Gerade noch hatte der Oberstdorfer dem überragenden Domen Prevc zum historischen Sieg gratuliert, wenige Minuten später aber wurde der Slowene überraschend disqualifiziert. Und Raimund durfte sich 25 Tage nach seinem Triumph bei Olympia plötzlich auch Weltcupsieger nennen – zum ersten Mal in seiner Karriere.
„Es hat natürlich einen leicht komischen Beigeschmack“, sagte Raimund nach seinem Sieg mit Verspätung im ZDF: „Es fühlt sich aber sehr gut an. Seit Olympia bin ich auf einem hohen Niveau und etwas befreiter. Ich bin heute sehr stolz.“
Prevc mit zu wenig Gewicht
Raimund war im finnischen Lahti auf 122,5 m geflogen, wurde in dem Mini-Wettkampf mit nur einem Durchgang aber zunächst von Prevc (129,0 m) übertroffen. Doch dann kam die Wende: Prevc, Gewinner der Vierschanzentournee, wurde aus der Wertung genommen, da er zu wenig Gewicht für seine Skilänge auf die Waage brachte.
„Er war wohl 100 Gramm zu leicht, das passiert schnell. Wobei - ich bin eigentlich immer zwei Kilo zu schwer“, sagte Raimund. Zweiter wurde somit Daniel Tschofenig (Österreich) vor Wladimir Sografski. Der Bulgare, der mit dem deutschen Team trainiert, stand erstmals in seiner Karriere auf dem Podest.
Prevc durfte dennoch ein wenig feiern: Weil sein Verfolger Ryoyu Kobayashi nur Sechster wurde, ist ihm der erstmalige Triumph im Gesamtweltcup nicht mehr zu nehmen. Damit hat der Weltmeister innerhalb von nur zwölf Monaten alle fünf großen Einzel-Titel seines Sports gewonnen. Die „Big Five“ hatte vor ihm nur der 2019 verstorbene Finne Matti Nykänen geholt.
Fünf Triumphe in Rekordzeit
Prevc schaffte seine fünf Triumphe sogar in Rekordzeit: Begonnen hatte die Titeljagd am 8. März 2025 mit WM-Gold in Trondheim, es folgten die Siege bei der Vierschanzentournee, der Skiflug-WM und den Olympischen Spielen - schneller geht es nicht. Bereits am Donnerstag hatte seine Schwester Nika auf der WM-Schanze von 2029 ebenfalls den Gewinn des Gesamtweltcups perfekt gemacht, erstmals gehen die Kugeln somit an ein Geschwisterpaar.
Abgesehen von Raimund enttäuschten die DSV-Adler fast ausnahmslos. Pius Paschke war als Zwölfter zumindest im Soll, Karl Geiger (23.), Andreas Wellinger (38.), Luca Roth (41.) und Felix Hoffmann (44.) folgten weit zurück.
Nicht am Start war der gestrandete Japaner Ren Nikaido. Der dreimalige Medaillen-Gewinner der Olympischen Spiele konnte zwar Dubai nach mehreren Tagen verlassen, schaffte es über Istanbul, Warschau und Helsinki aber nicht rechtzeitig nach Lahti. Am Samstag will der Dritte des Gesamtweltcups aber wieder springen.