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Vorreiter im Land: Feuerwehr-Fusion von Leinzell und Iggingen kann kommen

Дата публикации: 24-07-2026 08:30:00

Bei einer gemeinsamen Tagung der Gemeinderäte beider Kommunen wurde dem Zusammenschluss der Freiwilligen Feuerwehren der Weg geebnet: Es ist erst der zweite in Baden-Württemberg.

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Stand: 24.07.2026, 10:30 Uhr

Von: Christian Nick

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Eine Sitzung, welche in die Geschichte Leinzells und Iggingen eingehen wird: Bei ihrer gemeinsamen Tagung in der Leinzeller Kulturhalle machten die Gemeinderäte beider Kommunen den Weg zur Feuerwehr-Fusion frei.

Eine Sitzung, welche in die Geschichte Leinzells und Iggingen eingehen wird: Bei ihrer gemeinsamen Tagung in der Leinzeller Kulturhalle machten die Gemeinderäte beider Kommunen den Weg zur Feuerwehr-Fusion frei. © Christian Nick

Bei einer gemeinsamen Tagung der Gemeinderäte beider Kommunen wurde dem Zusammenschluss der Freiwilligen Feuerwehren der Weg geebnet: Es ist erst der zweite in Baden-Württemberg.

Leinzell/Iggingen. An großen Worten wurde nicht gespart: Leinzells Bürgermeister Marc Schäffler sprach von einer "richtungsweisenden" Entscheidung, sein Igginger Kollege Tobias Feldmeyer von einem "Leuchtturmprojekt, das weit über unsere Gemeinden hinaus strahlt". In der Tat wird die Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, 23. Juli, in die Annalen der beiden Kommunen eingehen. Nicht nur, weil sich die Mitglieder beider Kommunalparlamente gemeinsam in der Leinzeller Kulturhalle versammelt hatten, sondern weil mit dem letztlich durch beide Gremien einstimmig gefassten Grundsatzbeschluss die beiden kleinen benachbarten Ortschaften eine Entscheidung getroffen haben, mit der sie landesweit zu Vorreitern werden. 

Vorbild für weitere Gemeinden?

Die Leinzeller und Igginger Räte haben den Weg zur geplanten Vereinigung ihrer beiden Freiwilligen Feuerwehren freigemacht: Es ist die Erste im Ostalbkreis – und erst die zweite in ganz Baden-Württemberg. Nichtsdestotrotz ließen die beiden Rathauschefs sowie die zwei Kommandanten der derzeit noch eigenständigen Einheiten keinen Zweifel daran, dass in den nächsten Jahren wohl noch mehrere Kommunen ihrem Beispiel folgen werden – und im Falle Iggingens und Leinzells perspektivisch womöglich auch in Sachen Bauhof gemeinsame Sache gemacht werden könnte.

Zwar werden die Gemeinderäte und auch die Feuerwehr-Mitglieder erst in einigen Monaten endgültig über den Vollzug der Fusion befinden – dennoch gilt nun als äußerst wahrscheinlich, dass aus zwei Wehren eine werden. Zumal auch in den Reihen der Einsatzkräfte im Juni ein Votum stattfand, bei welcher die große Mehrheit der Brandbekämpfer die Pläne goutierte. 

Es ist noch viel zu tun

So soll's funktionieren: Die beiden Kommandanten Alexander Polzer (links) und Sascha Bollin stellten die Schritte des Vereinigungsprozesses vor.

So soll's funktionieren: Die beiden Kommandanten Alexander Polzer (links) und Sascha Bollin stellten die Schritte des Vereinigungsprozesses vor. © Christian Nick

Rund anderthalb Jahre soll der Vereinigungsprozess dauern – und die neue gemeinsame Feuerwehr Ende 2027 dann offiziell auch als solche in Erscheinung treten. "Machen wir uns nichts vor: Es wird Tage geben, an denen wir aneinandergeraten", zeigte sich Leinzells Kommandant Sascha Bollin realistisch. Viele Fragen seien bis zur Fusion noch zu klären. Dennoch: "Wir wissen, was wir wollen und arbeiten darauf hin."

Iggingens Feuerwehrchef Alexander Polzer skizzierte die wesentlichen Schritte: Ab sofort startet der gemeinsame Übungs- und Dienstbetrieb, das Teambuilding wird vorangetrieben. Bis Ende des Jahres sollen der neue Name und das Logo der Gemeinschaftsfeuerwehr stehen, 2027 die Führungsmannschaft und die nötige Satzung. Ab dann wird auch die Ausrüstung gemeinsam beschafft – und Ende 2027 die Fusion vollzogen. 

Spätestens bis dahin muss auch die wohl wichtigste Frage geklärt sein: Wo wird die neue, große Truppe dann ihren Standort haben? Zwei Areale stehen derzeit dafür besonders im Fokus. Iggingens Bürgermeister sprach unlängst gegenüber unserer Redaktion davon, dass das neue gemeinsame Magazin womöglich im Igginger Teilort Brainkofen seinen Platz finden wird. 

Irgendwo soll es klappen

"Die Standort-Frage könnte ein Knackpunkt sein", merkte denn auch Gemeinderat Helmut Schauaus (Iggingen) in der Debatte an. Denn: Was ist, wenn bis Ende 2027 gar kein geeignetes Areal zur Verfügung steht? Das werde man zu verhindern wissen, betonten die beiden Rathauschefs. Landrat Dr. Joachim Bläse stehe voll hinter dem Vorhaben, die nötigen Grundstücksverhandlungen würden zeitnah forciert. "Wir werden definitiv etwas finden, das für uns alle eine tragbare Lösung ist", bekundete Tobias Feldmeyer. "Lassen Sie uns über den Standort reden, wenn es so weit ist", warb auch Sascha Bollin noch für etwas Geduld. 

Klar ist aber auch, was Alexander Polzer in folgende Worte fasste: "Wir können nicht acht Jahre lang warten – wie beim Rewe-Markt." Es stehe das Risiko im Raum, dass die Suche nach der Örtlichkeit fürs neue Magazin "zum Rohrkrepierer" werden könne, mahnte Ratsmitglied Oliver Barth (Leinzell). Daher gelte es, das Thema rechtzeitig und engagiert anzugehen. Grundsätzlich hieß es aus den Reihen beider Gremien jedoch unisono: Man begrüße die Feuerwehr-Fusion vollumfänglich. Denn, wie es Johannes Binder (Leinzell) formulierte: "Wir haben großes Interesse daran, weil wir so eine gute Basis erkennen, dass die Feuerwehr schlagkräftig bleibt."

Weshalb die Vereinigung sinnvoll erscheint

Immer weniger Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich in den Reihen der Feuerwehr zu engagieren, immer mehr indes arbeiten weit entfernt vom Heimatort. Die Brandbekämpfer tun sich daher zunehmend schwer, die nötige Manpower im Ernstfall schnell zusammenzubekommen. 

Gleichzeitig können durch die Zusammenlegung Synergieeffekte genutzt und dadurch mittelfristig Kosten für die finanziell klammen Kommunen reduziert werden. Die Feuerwehren beider Kommunen üben bereits seit Längerem teils zusammen – und fahren auch schon zum jetzigen Zeitpunkt bei gewissen sogenannten Einsatz-Stichpunkten der zentralen Leitstelle des Landkreises gemeinsam zu Einsätzen an. 

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