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Entscheid über Feldweg-Sanierung gerät im Mutlanger Rat zur Grundsatzdebatte

Дата публикации: 23-07-2026 05:00:00

Eigentlich sollte im Mutlanger Gremium nur die langersehnte Sanierung eines Weges abgesegnet werden – doch es folgte eine halbstündige Diskussion.

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Stand: 23.07.2026, 08:07 Uhr

Von: Christian Nick

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Dass die Sanierung des Verbindungsweges zwischen Mutlanger Ortsausgang und dem dortigen Aussiedlerhof nötig ist, belegt das Bild deutlich. Doch weshalb man in Pfersbach weiter warten muss, erschloss sich mehreren Gemeinderäten nicht.

Dass die Sanierung des Verbindungsweges zwischen Mutlanger Ortsausgang und dem dortigen Aussiedlerhof nötig ist, belegt das Bild deutlich. Doch weshalb man in Pfersbach weiter warten muss, erschloss sich mehreren Gemeinderäten nicht. © Hartmut Hientzsch

Eigentlich sollte im Mutlanger Gremium nur die langersehnte Sanierung eines Weges abgesegnet werden – doch es folgte eine halbstündige Diskussion.

Mutlangen. Das bei der jüngsten Sitzung des örtlichen Gemeinderats zur Abstimmung stehende Vorhaben hat bereits eine lange Vorgeschichte – und zog nun unerwartet auch eine lange Diskussion nach sich, die plötzlich zur Grundsatzdebatte hinsichtlich der kommunalen Prioritätensetzung geriet.

Worum geht es? Seit über einem Jahrzehnt will man in Mutlangen einen maroden asphaltierten Feldweg erneuern lassen. Nämlich: die Verbindung an der Erlengasse zwischen Ortsende und dem dort befindlichen Aussiedlerhof. Schon anno 2012 wurden diesbezüglich erstmals die Kosten taxiert. Doch da jene exorbitant ausfielen, wurde es zunächst nichts mit der Frischzellenkur für den Weg. 

Sanierung könnte starten

In der jüngeren Vergangenheit wurden neuerlich Untersuchungen angestellt, Bohrungen zur Erkundung der Bauweise der Fahrbahn vorgenommen – und nicht zuletzt: Fördermöglichkeiten ausgelotet. Ergebnis: Eine Finanzspritze gebe es aufgrund der zu großen Breite des Wegs zwar nicht, dennoch tat der zuständige Sachbearbeiter kund, dass die Gemeindeverwaltung die seit Langem geplante Sanierung nun angehen und die nötigen Arbeiten für rund 100.000 Euro an eine Fachfirma vergeben wolle.

Die Kosten seien durch den aktuellen Haushalt gedeckt, informierte Bürgermeisterin Stephanie Eßwein – und so könne man „vorpreschen" und die Instandsetzung etwas früher als nun in der jüngeren Vergangenheit geplant umsetzen.

Doch die eigentlich frohe Kunde stieß bei Teilen der Räte nicht auf Begeisterung, sondern vielmehr auf „Unverständnis", wie es Julian Abele (UWL) formulierte, der postwendend zur Kritik ansetzte: Seit Jahren werde die dringend notwendige Sanierung mehrerer Feldwege im Teilort Pfersbach nicht angegangen. „Selbst seitdem ich mein Amt als Gemeinderat angetreten habe, habe ich das schon mehrfach angesprochen." Passiert sei jedoch nichts. Und bei besagter Strecke an der Erlengasse und damit im Hauptort gehe es plötzlich ganz schnell. „Das kann so nicht weitergehen", sagte Abele und leitete damit eine über halbstündige Diskussion ein. 

Kommt der Teilort zu kurz?

„Die Wege in Pfersbach fallen nicht hinten runter", versuchte Stephanie Eßwein die sich auftürmenden Wogen zu glätten. Ihre Argumentation: Man könne die Sachverhalte nicht miteinander vergleichen. Erstens seien die für die jeweiligen Instandsetzungen benötigten technischen Verfahren unterschiedlich. Und zweitens hege die Gemeindeverwaltung hinsichtlich der Pfersbacher Wege die Absicht, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen.

Ergo: „Wir stellen jedes Jahr Geld in den Haushalt ein, bis wir eine Summe zusammenhaben, wo wir sagen können, dass sich die Sanierung lohnt." Und: Bei der nächsten Klausur der Räte im Herbst, so versicherte die Rathauschefin, werde man ein diesbezügliches Konzept für Pfersbach erarbeiten. 

„Ich sehe keinen konkreten Fahrplan", entgegnete Abel. Und fand Unterstützung bei Ratskollege Felix Fauser (Grüne). „Wir haben immer nur die hohen Kosten hier im Raum stehen, aber noch nie ein Angebot bekommen." Es gehe heute nicht um ein Feldwege-Gesamtkonzept, konterte die Bürgermeisterin. „Entweder wir sagen: Wir ziehen es durch mit der Erlengasse. Oder wir stellen auch das zurück."

Lange wurde debattiert

Einen Vorschlag zur Güte hatte nach den Wortgefechten Matthias Schürle (UWL) parat: Könne man nicht einen Passus in den nun fälligen Erlengasse-Beschluss aufnehmen, mit welchem „ein klares Signal an die Bürger in Pfersbach gesendet" werde, dass auch sie bald berücksichtigt würden? Gute Idee, befand die Rathauschefin.

Doch das Hin und Her setzte sich in Form weiterer Wortbeiträge aus dem Ratsrund noch einige Minuten fort. So sprach sich Monika Offenloch (CDU) etwa gegen die anvisierte Beschluss-Kopplung aus.

Am Ende der unerwarteten Grundsatzdiskussion stand dann doch ein Ergebnis. Mit zwei getrennten Abstimmungen wurde letztlich fixiert: Bei einer Enthaltung passierte die Sanierung des Erlengasse-Feldwegs das Gremium. Einstimmig in Beschlussform gegossen ist nun auch folgende Zusage: Die Mutlanger Verwaltung wird im Rahmen der nächsten Haushaltsklausur im November ein Konzept zur Sanierung der Pfersbacher Wege entwickeln. 

Was an der Erlengasse konkret passieren wird

Im Neubaugebiet „Erlengasse-Ost" werden die Häuslebauer in naher Zukunft, mit der Umsetzung ihres Traums vom Eigenheim beginnen. Wer im Umfeld unterwegs ist, steht mancherorts vor Herausforderungen: Besagte im Haupttext genannte Verbindungsstrecke ist in Beton-Bauweise gefertigt und derzeit, wie es in der entsprechenden Beschlussvorlage des Gemeinderats heißt, in einem „für Benutzer wie Fahrrad- oder Rollerfahrer kritischen Zustand". 

Nach dem nun mit Geburtswehen getroffenen Beschluss im Mutlanger Plenum kann die Sanierung nun zeitnah erfolgen. Hierfür wird ein Verfahren namens „Sami" Anwendung finden: Dabei wird eine Schicht, die Spannungen reduzieren soll, zwischen der vorhandenen Beton-Fahrbahn und der neuen Asphalt-Decke eingebaut. „Diese Sanierung ist preislich attraktiv und stellt einen Kompromiss zu einer Generalsanierung dar", informiert die Verwaltung ferner in den Unterlagen zum Thema. 

Von Christian Nick

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