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Kinderbetreuung: Wie teuer wird's bald in Mutlangen, Göggingen und Gschwend?

Дата публикации: 24-07-2026 06:00:00

Auch die Gemeinderäte in Mutlangen, Göggingen und Gschwend haben nun beschlossen, wie viel Geld Eltern für Kindergarten und Kita zahlen müssen.

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Stand: 24.07.2026, 08:00 Uhr

Von: Christian Nick

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Sie beschäftigen sich glücklicherweise noch nicht mit Prozentsätzen, Gebühren und Co., sondern genießen eine unbeschwerte Kindheit. Doch die Kosten für die Betreuung der Kids steigen stetig – und müssen durch höhere Gebühren kompensiert werden. (Symbolbild)

Sie beschäftigen sich glücklicherweise noch nicht mit Prozentsätzen, Gebühren und Co., sondern genießen eine unbeschwerte Kindheit. Doch die Kosten für die Betreuung der Kids steigen stetig – und müssen durch höhere Gebühren kompensiert werden. (Symbolbild) © Symbolbild: opo

Auch die Gemeinderäte in Mutlangen, Göggingen und Gschwend haben nun beschlossen, wie viel Geld Eltern für Kindergarten und Kita zahlen müssen.

Mutlangen/Gschwend/Göggingen. Nachdem zahlreiche Städte und Gemeinden im Ostalbkreis ebenfalls die entsprechenden Kostensteigerungen beschlossen haben, heißt es auch für Eltern in den drei Kommunen Mutlangen, Gschwend und Göggingen: In den nächsten beiden Kiga-Jahren – also ab September – müssen sie für die Betreuung ihres Nachwuchses tiefer in die Tasche greifen. 

In Mutlangen segneten die dortigen Kommunalpolitiker im Zuge ihrer letzten Tagung vor der Sommerpause den üblichen Vorschlag der Gemeindeverwaltung ab, sich bei der Gebührenerhöhung an das entsprechende Modell der sogenannten kommunalen Spitzenverbände zu halten. Heißt: Ab Herbst werden 4,5 Prozent und im Folgejahr 2027/28 dann nochmals vier Prozent mehr an Kita-Gebühren fällig. Der diesbezügliche Beschluss wurde letztlich bei einer Gegenstimme gefasst.

Ein Punkt war strittig

Eine längere Debatte entwickelte sich indessen um die Frage, wie mit der Gebührenabstufung – die Kita-Beiträge sind traditionell nach Kinderzahl gestaffelt – im Falle von Familien mit vier Kids im Alter von über drei Jahren umzugehen sei. Hintergrund: Die Mutlanger Räte hatten der Verwaltung bereits vor längerer Zeit den Auftrag erteilt, die Staffelung für diese spezielle Konstellation auf den Prüfstand zu stellen. Denn: Die Tarife für Eltern, die vier Kinder haben, liegen in Mutlangen im Ü3-Bereich sehr niedrig und laut Angaben der Gemeindeverwaltung nur bei lediglich 17 Prozent des Grundbeitrags für eine Ein-Kind-Familie. 

Kritik an der Berechnungsgrundlage 

Die in Baden-Württemberg gültige Empfehlung der Kirchen und kommunalen Landesverbände, die in einer gemeinsamen Richtlinie fordern, dass Elternbeiträge rund 20 Prozent der anfallenden Betriebskosten abdecken und die restlichen 80 Prozent Kommunen und das Land tragen sollen, ist nicht unumstritten. Keiner wisse eigentlich genau, wie diese Zielmarke kalkulatorisch überhaupt zustande komme, ist von Bürgermeistern bisweilen zu hören.

Elternverbände kritisieren die massive finanzielle Belastung: Während andere Bundesländer die Kita komplett gebührenfrei anbieten, hält Baden-Württemberg an der Eigenbeteiligung fest. Da der Richtsatz jedoch auch nicht gesetzlich bindend, sondern lediglich eine Empfehlung ist, entsteht ein Flickenteppich: Denn jede Kommune bestimmt letztlich selbst, was ein Platz in ihren Einrichtungen kostet.

Von Christian Nick

Sozial über Gewinn

Sollte man dies nun ändern, kinderreiche Familien stärker belasten und solcherart der Gemeindekasse jährlich rund 3000 Euro mehr zuführen? Oder doch lieber beim bisherigen Modell bleiben? Diese Frage entschieden die Räte letztlich nach eingehender Inaugenscheinnahme der vorgestellten drei möglichen Varianten wie folgt: Bei drei Gegenstimmen sowie zwei Enthaltungen wurde beschlossen, dass die bisherige Staffelung unangetastet weiter bestehen soll. "Diese 3000 Euro machen den Gemeindehaushalt nicht fett", brachte es Rätin Monika Offenloch (CDU) auf den Punkt. Grundsätzlich steht die Finanzierung der kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen in Mutlangen auf soliden Füßen: Die Kostendeckung durch die elterlichen Beiträge liegt dort je nach Institution bei 15 bis 18 Prozent – und damit nahe an den von den übergeordneten Behörden als Ziel ausgegebenen 20 Prozent.

Auch Gschwend zieht mit

In Gschwend hingegen bewegt man sich diesbezüglich in einem für die Kommunen im Schwäbischen Wald und auf der Frickenhofer Höhe üblicheren Rahmen: Mit rund 13 Prozent gab Ratsmitglied und Bürgermeister-Stellvertreter Karl Altvater den Deckungsgrad bei der dortigen Gemeinderatssitzung an. Hier fiel der entsprechende Beschluss der Kommunalpolitiker einstimmig: Auch in Gschwend wird in den kommenden zwei Kiga-Jahren die übliche, von den Spitzenverbänden vorgeschlagene Gebührenerhöhung Anwendung finden. Ob und inwiefern sich die Anfang Juli durch den Brand im Kindergarten "Buschberg" entstandenen Kosten, die mindestens im sechsstelligen Bereich liegen, womöglich irgendwann in Beitragserhöhungen widerspiegeln? Das kam bei der Tagung nicht zur Sprache. 

In Göggingen wird's ebenfalls teurer

In Göggingen gehen Gemeindeverwaltung und Ratsmitglieder ebenfalls mit dem avisierten Preismodell der kommunalen Spitzenverbände mit. Im Zuge ihrer letzten Zusammenkunft vor der kommunalpolitischen Sommerpause, die etwa bis zum Beginn des nächsten Kindergarten-Jahres andauern wird, wurde das dort ebenfalls beschlossen. "Diese Orientierung gewährleistet eine landesweit vergleichbare Beitragsgestaltung und schafft sowohl für die Eltern als auch für die Gemeinde Planungssicherheit", begründet die Gemeindeverwaltung um Rathauschef Danny Kuhl-Zaussinger den Schritt in der Beschlussvorlage zum entsprechenden Tagesordnungspunkt. 

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